15.06.2021 - 10:54 Uhr
AmbergOberpfalz

Mariahilfbergfest ohne Bier und Bratwürste

Schon bald läuten die Glocken zur Wallfahrtswoche auf dem Mariahilfberg. Auf das Klirren der Masskrüge müssen die Pilger verzichten. Der kirchliche Teil ist fast wieder so umfangreich wie vor Corona, der weltliche fällt aus.

Die Sonne blitzt durch die alten Laubbäume zu Füßen der Mariahilfbergkirche. Heuer wird es wieder mehr und größere Gottesdienste während der Wallfahrtswoche geben - aber keine weltlichen Feiern.
von Adele SchützProfil

Es wird auch heuer kein Bier und keine Bratwürste beim Mariahilfbergfest geben. Das Drumherum zur Wallfahrtswoche auf dem Berg fällt wegen der Pandemie auch in diesem Jahr aus. Im vergangenen Jahr hatte sich der Wirt der Berggaststätte wenigstens noch zu einer Mini-Variante mit einigen wenigen Biertischen auf Abstand neben der Loretto-Kapelle durchringen können. Aber auch dieses Angebot fällt flach. Nach dem Auslaufen des Pachtvertrages steht das Wirtshaus ja seit einem Jahr leer.

Von kirchlicher Seite aus nimmt das Fest nach der Flaute 2020 allerdings wieder Fahrt auf. „Unbedingt wollen wir das traditionelle kirchliche Angebot zum Bergfest aufrechterhalten und heuer nach der Corona-Ausnahmesituation im vergangenen Jahr wieder an die Vorjahre anknüpfen“, lässt Guardian Pater Seraphin wissen. Nach wochenlanger Organisationsarbeit hat er sein Ziel erreicht: Ein kirchliches Bergfest fast schon wie vor Corona, nur unter dem großen Vorzeichen der Verantwortung und gegenseitiger Rücksichtnahme. Alle Vorschriften seitens des Bistums, der Stadt Amberg und der Regierung würden erfüllt, versichert der Geistliche. Passend ist die diesjährige Bergfestwoche vom 26. Juni bis 4. Juli mit den Worten des Apostel Paulus aus dem Galaterbrief überschrieben: „Einer trage des anderen Last; so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen" - Solidarität und Einheit in der Zeit der Pandemie“.

Konkret heißt das, dass heuer wieder Messen am Freialtar gefeiert werden und die Messen in der Kirche per Lautsprecher nach draußen übertragen werden. Es wird wieder die täglichen Abendandachten mit Predigten geben und auch die nachmittäglichen Andachten und Messen für Kinder, Senioren und Frauenbund. Der Guardian zeigt sich dankbar, dass alle Amberger Pfarreien sich in die Gestaltung der Bergfestwoche einbringen und diese somit bereichern. Die allabendlichen Predigen übernehmen heuer die Pfarrer aus den Amberger Pfarreien. Der Guardian weist darauf hin, dass in der Bergkirche 56 Sitzplätze bei den Messen zu Verfügung stehen und bittet auch auf den Bänken vor dem Freialtar Abstand einzuhalten. Zudem würden laut Pater Seraphin der große Kirchenvorplatz und weitläufigen Treppen ausreichend Platz für die Mess- und Andachtsbesucher bieten. Nach wie vor gelte nach seinen Aussagen neben der Abstandsregel Maskenpflicht. „Wir müssen bei dem diesjährigen Bergfest aufeinander aufpassen und mehr denn je Verantwortung sowie gegenseitige Rücksichtnahme zeigen.“

Ein Jahr Leerstand in der Gaststätte am Mariahilfberg

Amberg
Info:

Mariahilfbergfest 2021: Auszüge aus dem Programm

  • Samstag, 26. Juni, 19 Uhr, Eröffnungsmesse mit Weihbischof Reinhard Pappenberger.
  • Montag, 28. Juni, 15.30 Uhr, Kinderandacht unter der Leitung von Diakon Richard Sellmeyer St. Martin.
  • Mittwoch, 30. Juni, 15 Uhr, Messe für die Senioren der Umgebung Ambergs mit Dekan Michael Hoch. 19.30 Uhr, Jugendandacht der Pfarrei St. Martin mit Stadtpfarrer Thomas Helm.
  • Donnerstag, 1. Juli, 11 Uhr Messe der Bundeswehr mit Zelebrant und Prediger Pater Patrick Bundeswehr.
  • Sonntag, 4. Juli, 19 Uhr Schlussandacht der Pfarrei St. Georg ohne Prozession mit Diözesanbischof Dr. Rudolf Voderholzer.
  • Die täglichen Vormittagsmessen um 8.30 und um 10 Uhr werden am Freialtar gehalten, die Messen um 7 und 11 Uhr in der Kirche mit Übertragung nach draußen. Für einige Messen ist eine Anmeldung erforderlich. Infos dazu unter www.mariahilfberg-amberg.de
Kommentar:

Seelenbalsam ohne Party

Es wird wieder nix mit den lauschigen Sommernächten droben auf dem Mariahilfberg. Kein Radi, kein Obatzter, keine Bratwürste mit Kraut - der bierselige Seelenbalsam im Kreise guter alter, Freunde in der Bergfestwoche fällt ein weiteres mal aus. Schade, aber nachvollziehbar nach allem, was wir über diese Pandemie gelernt haben. Es ist noch zu früh für das Gruppenkuscheln auf engstem Raum in irgendwelchen Festzelten. Was bleibt? Das Bergfest in seinem ursprünglichen Sinn: Innehalten und darüber nachdenken, was wirklich wichtig ist. Das Gegenteil von Vollgas-Party.

Uli Piehler

Der Freialtar unterhalb der Stufen zum Kirchenportal. Hier werden wieder Gottesdienste stattfinden.

 

 

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