29.12.2020 - 11:19 Uhr
AmbergOberpfalz

Kripperlgehen durch Ambergs Kirchen

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Klein und groß, alt und neu, heimatlich und orientalisch: Ambergs Kirchen bieten eine Vielfalt an Krippen. Mindestens bis zum Dreikönigstag lohnt es sich, die Handwerkskunst zu bestaunen, verspricht Rudolf Braun von den Krippenfreunden.

Überraschungen seien beim Kripperlgehen durch die Amberger Kirchen garantiert, versichert Rudolf Braun. Für den stellvertretenden Vorsitzenden der Amberger Krippenfreunde ist die Zeit zwischen Weihnachten und dem Dreikönigstag dafür ideal.
von Adele SchützProfil

Wenn es auch keinen offiziellen Krippenweg in Amberg gibt, so lohnt es doch, sich zum Kripperlgehen durch die Amberger Kirchen aufzumachen, betont der stellvertretende Vorsitzende der Amberger Krippenfreunde, Rudolf Braun. Denn dort ist noch mindestens bis Dreikönig eine Vielfalt an Krippen zu bestaunen. Die Darstellungen würden von viel Liebe zum Detail und handwerklichem Geschick zeugen.

Die Krippenfreunde unter dem Vorsitz von Reinhard Heldmann haben es sich zur Aufgabe gemacht, einen Großteil der Krippen in den Amberger Kirchen zu gestalten, aber auch jährlich zu einer Ausstellung einzuladen. Letztere ist heuer im Stadtmuseum aufgebaut und Details daraus sind aufgrund des Lockdowns digital auf der Homepage zu sehen. Der Verein sei bereits 1924 ins Leben gerufen worden und habe sich mit Krippenbaukursen, Ausstellungen und Vorträgen schnell einen Namen gemacht. Nach zwei Monaten zählte er bereits 50 Mitglieder. „In jedes Haus eine Krippe“, diesen Leitspruch verfolgt der Verein bis heute. Eine weitere Hauptaufgabe war laut Braun, die Amberger Kirchen mit Krippen auszustatten, was von 1929 bis 1938 erfolgt sei.

Mehr zur digitalen Krippenausstellung der Krippenfreunde Amberg

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„Jede Krippendarstellung hat ihren eigenen Stil von heimatlich bis orientalisch und für jede Krippe haben wir unterschiedliche Figuren und Tiere, um verschiedene Szenen darzustellen, wonach sich auch die Ausstellungsdauer der jeweiligen Krippe richtet“, erklärt er. In der Dreifaltigkeitskirche sowie in St. Konrad Ammersricht könne man sich das ganze Jahr über an unterschiedlichen Szenen erfreuen, in der großen Krippe in der Wallfahrtskirche Maria Hilf werde die Heilsgeschichte von Advent bis Ostern in stets wechselnden Szenen dargestellt und die Krippen in St. Georg, St. Sebastian, St. Katharina sowie St. Michael seien bis Dreikönig einen Besuch wert.

Krippenfreunde Amberg setzen auf bewährten Vorstand

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„Wer sich zum Kripperlgehen aufmacht, sollte genau hinschauen“, rät Rudolf Braun. Denn die bildlichen Darstellungen würden von Details leben und dazu dienen, den Betrachtern das Weihnachtsgeheimnis zu eröffnen und die Heilsgeschichte nahe zu bringen. Braun weist auf die Aussagen von Bischof Rudolf Voderholzer als bekennenden Krippenfan hin. Der hätte betont, dass Krippen die Begegnung mit Gott ermöglichen würden, wenn man sich von deren Zauber anrühren lasse und sein Herz öffne für die Liebe Gottes, die die Krippen vermitteln würden. „Das Jesuskind ist das erste Weihnachtsgeschenk der Weltgeschichte von Gott an den Menschen, mit dem er eine Beziehung aufbauen und ihn verwandeln möchte, damit der Mensch die göttliche Liebe weitergibt“, so der Bischof.

„Wer sich zum Kripperlgehen aufmacht, sollte genau hinschauen.“

Rudolf Braun, stellvertretender Vorsitzender der Krippenfreunde Amberg

Bergkirche

Beeindruckend ist die große Barockkrippe in der Wallfahrtskirche Maria Hilf, die die Krippenfreunde über sechs Monate mit stets wechselnden Szenen von Anfang Advent mit Mariä Verkündigung bis zur Auferstehung an Ostern gestalten. Den Krippenfreunden stehen dazu rund 130 Figuren mit ausdrucksstarken Charakterköpfen aus Wachs zur Verfügung, Hände und Füße sind aus Holz, die Bekleidung aus edlen Stoffen. Geschaffen wurde die Krippe in den Jahren 1849 bis 1885 durch den Franziskanerfrater Vinzenz Hafner.

Beeindruckend ist die große Barockkrippe am Mariahilfberg, die die Krippenfreunde über sechs Monate mit wechselnden Szenen gestalten. 130 Figuren stehen ihnen dazu zur Verfügung.

Martinskirche und Schulkirche

Die Krippe in St. Martin hat eine sehr lange Tradition und so entstand eine erste Krippe schon in den Jahren 1669/79, die Darstellungen von Weihnachten bis Lichtmess erlaubte. Ende der 1920er-Jahre wurde von den Krippenfreunden eine neue heimatliche Krippe realisiert, mit deren Gestaltung der hiesige Bildhauer Karl Gleixner beauftragt wurde. Gleixner schuf Figuren und Szenen von Mariä Verkündigung, der Herbergssuche, der Geburt Jesu und von der Dreikönigsanbetung, aber auch von der Flucht nach Ägypten, das Wunder von Kanaan, Vertreibung aus dem Paradies und Versuchung des Herrn. Der Bestand der Martinskrippe umfasst etwa 100 Figuren, darunter rund 40 Tiere.

Die Krippe in St. Martin hat eine sehr lange Tradition und so entstand eine erste Krippe schon in den Jahren 1669/79. Ende der 1920er Jahre wurde seitens der Krippenfreunde eine neue heimatliche Krippe realisiert; mit deren Gestaltung der hiesige akademische Bildhauer Karl Gleixner beauftragt wurde, der für unterschiedliche Szenen die Krippe mit 100 Figuren und 40 Tieren ausstattete.

Eine sehenswerte Krippe im orientalisch-lebendigen Stil des 18. Jahrhunderts ist 1931 in der Schulkirche geschaffen worden. Die Figuren dazu schnitzte der Barockmeister Romed Speckbacher.

Georgskirche, St. Sebastian und St. Katharina

Entstanden ist die erste Krippe von St. Georg auf Initiative der Jesuiten mit Hilfe von Soldaten ab 1622. Die heutige Darstellung im heimatlichen Stil mit gekleideten Figuren mit von Karl Gleixner geschnitzten Köpfen, Händen und Füßen in einer Größe von rund 1,10 Meter wurde ab 1929 realisiert. Mögliche Darstellungen sind die Verkündigung, Herbergssuche, Geburt, Dreikönigsanbetung, Flucht und Haus Nazareth.

Die heutige Krippe in der Georgskirche wurde ab 1929 realisiert, nachdem die Jesuiten bereits 1622 eine erste Krippe geschaffen hatten.

Sehenswert sind auch die Krippen in den Filialkirchen von St. Georg. In der Sebastianskirche können in der Krippe aus dem Jahr 1938 mit den heimatlich gefassten, geschnitzten Figuren die Herbergssuche, Geburt, Dreikönigsanbetung und Flucht dargestellt werden. Heuer bekam die Krippe einen neuen Hintergrund, den der Künstler mit einer Oberpfälzer Winterlandschaft gestaltete, passend zu den Figuren.

Sehenswert ist auch die Heimatkrippe in der Sebastianskirche aus dem Jahr 1938, in der die Krippenfreunde die Herbergssuche, Geburt, Dreikönigsanbetung und Flucht darstellen.

Ausdrucksstark präsentiert sich die heimatliche Krippe in der Friedhofskirche St. Katharina, die von Otto Zehentbauer aus München 1936 geschaffen wurde. Mit den 40 Zentimeter großen Figuren kann die Geburt Jesu, die Dreikönigsanbetung und die Flucht dargestellt werden.

Dreifaltigkeitskirche und Hl. Familie

In der Dreifaltigkeitskirche steht die einzige Ganzjahreskrippe im Stadtgebiet. Sie wurde 1939 mit heimatlich, modernen, geschnitzten Figuren von Hans Hirsch aus Günzburg und dessen Schüler Josef Konrad gestaltet. Ergänzt wurde die Krippe mit Figuren des Wahl-Amberger Krippenschnitzers Anton Wendler, der auch die Krippen in der Pfarrkirche Hl. Familie 1961 mit orientalischen Figuren ausgestattet hat.

Michaelskirche

Eine außergewöhnliche Krippe beherbergt die Pfarrkirche St. Michael, deren Figuren vom Künstler Günther Mauermann aus Weiden geschaffen wurden. 1972 war die Krippe komplett und wurde als Bilderwand aufgestellt. Spannend ist auch die szenische Gestaltung der Weihnachtsgeschichte durch eine geschickte Umstellung der Figuren.

Die Krippe als Bilderwand in St. Michael.

 

 

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