21.07.2021 - 09:16 Uhr
AmbergOberpfalz

Krankenhausfinanzierung in Amberg-Sulzbach: „In das System muss Geld“

Zwei Millionen Euro schießt der Landkreis auch im Jahr 2021 für die Kosten des Bauabschnitts II am St.-Anna-Krankenhaus in Sulzbach-Rosenberg zu. Das provoziert im Kreisausschuss grundsätzliche Überlegungen in Sachen Geld und Krankenhäuser.

Am St.-Anna-Krankenhaus in Sulzbach-Rosenberg wird für Sanierung und Strukturverbesserung ein Bauprogramm umgesetzt, das auf Gesamtkosten von knapp 30 Millionen Euro kommt.
von Markus Müller Kontakt Profil

Der Bauabschnitt II des Sulzbach-Rosenberger Krankenhauses soll anstelle des ältesten Gebäudeteils bis zum Jahr 2024 ein neues Klinikgebäude entstehen lassen. Er umfasst unter anderem die Intensivstation, die Intensivüberwachungspflege, die Berufsfachschule für Krankenpflege und die Komplett-Erneuerung der Krankenhaustechnik. Zusätzlich wird die Krankenhausküche erneuert, aber dafür gibt es keine Förderung.

Die Gesamtkosten betragen 29,3 Millionen Euro, der Anteil der nicht förderfähigen Investitionen am Bauabschnitt II beläuft sich auf 10,4 Millionen Euro. Bereits im Jahr 2018 hatte der Amberg-Sulzbacher Kreistag beschlossen, diese Kosten zumindest teilweise zu übernehmen, „solange dies im Rahmen der finanziellen Leistungsfähigkeit des Landkreises möglich ist“.

Über 13 Millionen vom Landkreis

Wegen dieses Zusatzes musste der Kreisausschuss diese im Kreishaushalt 2021 vorgesehenen Gelder jetzt erneut zur Auszahlung freigeben. Der Anteil des Landkreises an den nicht förderfähigen Investitionen erhöht sich damit auf 5,5 Millionen Euro. Beim Bauabschnitt I waren es 7,6 Millionen Euro gewesen, so dass der Landkreis für diese beiden Projekte bereits mehr als 13 Millionen Euro an das Kommunalunternehmen Krankenhäuser des Landkreises Amberg-Sulzbach überwiesen hat.

Ob denn die Landräte jetzt durchgesetzt hätten, dass in Zukunft so nützliche Einrichtungen wie eine Krankenhaus-Küche auch gefördert würden, wollte Winfried Franz (SPD) im Kreisausschuss von Landrat Richard Reisinger wissen. Dieser blendete gleich auf die Gesamtsituation über und äußerte dazu leichte Befürchtungen: „Wir hoffen, dass da nach der Bundestagswahl nicht größere Grausamkeiten auf die Finanzierung der Krankenhäuser zukommen.“

Kommunen mit schwächster Lobby

Denn natürlich verfügten alle Beteiligten nur über begrenzte Mittel, die Krankenkassen ebenso wie Bund, Länder und Kommunen – wobei Letztere die schwächste Lobby hätten. Zugleich werde die Bevölkerung immer älter und nehme dadurch immer aufwendigere medizinische Leistungen in Anspruch.

Reisingers Schlussfolgerung: „In das System muss Geld.“ Die Landräte und die betroffenen Kommunen verfolgten dieses Ziel politisch – „es ist unser Schwerpunktthema“. Wo das Geld genau herkommen solle, sei aber unklar. Reisingers Hoffnung für die Zeit nach der Wahl: „Der Bundestag wird schon kluge Entscheidungen treffen.“

Die aktuellen Besuchsregeln im Krankenhaus St. Anna Sulzbach-Rosenberg

Sulzbach-Rosenberg

Wir hoffen, dass da nach der Bundestagswahl nicht größere Grausamkeiten auf die Finanzierung der Krankenhäuser zukommen.

Landrat Richard Reisinger

Landrat Richard Reisinger

 

 

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