04.06.2021 - 18:48 Uhr
AmbergOberpfalz

Klinikum St. Marien verabschiedet Chefarzt Dr. Ioannis Rafailidis

„Ich habe bis zu meinem letzten Tag gerne operiert. Das war immer meine Entspannung“, sagt Dr. Ioannis Rafailidis. Der Chefarzt am Klinikum St. Marien Amberg wurde nach 25 Dienstjahren jetzt in den Ruhestand verabschiedet.

Verwaltungsratsvorsitzender Oberbürgermeister Michael Cerny, Hubert Graf, kaufmännischer Direktor des Klinikums Amberg, Dr. Ioannis Rafailidis, der scheidende Chefarzt der Klinik für Gefäßchirurgie, Dr. Harald Hollnberger, Ärztlicher Direktor des Klinikums und Vorstand Manfred Wendl (von links) bei der offiziellen Verabschiedung von Dr. Rafailidis.
von Externer BeitragProfil

Dr. Ioannis Rafailidis, Chefarzt der Klinik für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin am Klinikum St. Marien Amberg, geht nach 25 Dienstjahren in den Ruhestand. Ein großes Abschiedsfest gab es Pandemie-bedingt nicht. Einfach so gehen lassen wollte der Verwaltungsratsvorsitzende, Oberbürgermeister Michael Cerny den scheidenden Chefarzt aber nicht. Er verabschiedete ihn zusammen mit der Klinikumsleitung.

Am 1. April dieses Jahres trat Dr. Rafailidis in den Ruhestand. Am Klinikum schätzt man ihn als Arzt, aber auch als Menschenfreund. Er selbst sagt über sich: „Schon im Studium standen für mich nie der Status des Arztes oder die Bezahlung im Vordergrund. Ich hatte und habe einfach großes Interesse an den Menschen allgemein und besonders am meinen Patienten. Sehr gerne habe ich auch junge Ärzte für die Gefäßchirurgie ausgebildet.“

1996 kam der gebürtige Grieche als Oberarzt an das Klinikum St. Marien Amberg in die damalige chirurgische Klinik, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt zu seiner offiziellen Verabschiedung. Bald wurde er zum Leitenden Abteilungsarzt der Gefäßchirurgie. Mit der fortschreitenden Spezialisierung der Medizin wurde die Klinik in die Fachgebiete geteilt: So wurde Rafailidis Anfang 2011 Chefarzt der Klinik für Gefäßchirurgie. Unter seiner Verantwortung wurde der Fachbereich weiterentwickelt, ein Gefäßzentrum etabliert und die Gefäßchirurgie so ausgebaut, dass heute im Amberger Klinikum ihr gesamtes Spektrum behandelt werden kann.

Unter seiner Leitung war auch die vollständige Weiterbildung für die Assistenzärzte gewährleistet. „Der gesamte Aufbau und die Etablierung der Gefäßchirurgie war eine Herkulesaufgabe, die wir aus meiner Sicht gemeinsam hervorragend gemeistert haben. Das spiegeln uns auch die Zahlen wider. Das Angebot in diesem Bereich wird von der Bevölkerung hervorragend angenommen. Wir sind eine zentrale Anlaufstelle für die Menschen geworden. Darauf können wir alle stolz sein“, sagte Rafailidis.

"Unzählige Operationen hat er in 25 Jahren durchgeführt, unwahrscheinlich vielen Menschen geholfen. Sein Ziel war es immer, die Patienten optimal zu behandeln und selber menschlich zu bleiben", heißt es in der Pressemitteilung. Zwei Jahre nach seinem Antritt im Klinikum Amberg wurde er aufgrund eines Stadtratsbeschlusses aus dem Jahr 1998 stellvertretend für das Klinikum Amberg ausgewählt, Kindern aus Kriegs- und Krisengebieten medizinisch zu helfen.

Somit hat er sich fast von Beginn an im Hammer Forum engagiert – einer humanitären Einrichtung. Bis zu seinem Abschied sind rund 40 Kinder erfolgreich im Klinikum Amberg behandelt worden. Doch nicht nur die medizinische Versorgung dieser jungen Patienten, die aus Eritrea, dem Jemen oder aus Afrika kamen, zählte zu seinen Aufgaben. „Wir haben auch Pflegefamilien für die Kinder gesucht, wo diese nach ihrer Behandlung bleiben konnten und gut versorgt wurden. Dafür danken wir auch den Familien von Herzen“, betonte Rafailidis.

Wenn es auch keine große Abschiedszeremonie gab, so gab es doch einen großen Dank von Seiten der Klinikumsleitung durch Vorstand Manfred Wendl. Der Ärztliche Direktor, Dr. Harald Hollnberger, ergänzte: „Die Gefäßchirurgie unter Leitung von Dr. Rafailidis ist bei Patienten und zuweisenden Ärzten wegen der hohen Qualität der medizinischen Versorgung sehr geschätzt.“ Oberbürgermeister Michael Cerny sagte, „25 Jahre Tätigkeit in unserem Klinikum sind mehr als ein Grund, Dr. Rafailidis zu danken." Er habe die Gefäßchirurgie auf- und kontinuierlich ausgebaut.

Dr. Ioannis Rafailidis blickt mit einem weinendem und einem lachenden Auge in die Zukunft. „Ich habe mich die meiste Zeit meines Lebens mit der Medizin und dem Arzt-Sein beschäftigt. Ich habe das geliebt, und das werde ich auch vermissen. Aber es sind auch einige wichtige Sachen liegen geblieben. Und so möchte ich jetzt zurück in das Leben, Ehemann und Vater sein und noch viele neue Menschen kennenlernen und auch andere Länder.“

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