25.07.2021 - 11:38 Uhr
AmbergOberpfalz

Klimaschutz in Amberg: Bäume bekommen Paten

Die Themen Müllentsorgung, Gelbe Säcke, Förderprogramm für Klimaschutz und die SPD-Idee der „Baumpaten“ hatte der Umweltausschuss in Amberg abzuarbeiten. Doch zuvor gab es bei einen Ortstermin in Fuchsstein wichtige Dinge zu besprechen.

In Fuchsstein erklärten (von links) Florian Haas (Untere Naturschutzbehörde), Jonas Nelhiebel (Ranger im Naturpark Hirschwald) und Richard Lehmeier (Geschäftsführer des Landschaftspflegeverbands), wie das Naherholungsgebiet umweltverträglich genutzt werden kann.
von Autor GFRProfil

Ortstermin für den Amberger Umweltausschusses im Naherholungsgebiet Fuchsstein: Dieses Gebiet dient als „Westwind-Frischluftschneise“ für Amberg, sagte Diplom-Biologe Richard Lehmeier, Geschäftsführer des Landschaftspflegeverbands Amberg-Sulzbach. Landwirte und ein Schäfer nutzen diese „Ausgleichsflächen“, die teils beweidet, teils gemäht werden. Der Bereich diene in erster Linie Radlern und Spaziergängen, vielfach seien hier aber auch Hunde nicht angeleint unterwegs, was zu Problemen mit dem Schäfer oder Landwirten führen könne. Einerseits werde die Schafherde gestört, andererseits unterließen es einige Hundehalter, die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner in den überall bereitgehaltenen Kotbeuteln zu entsorgen.

Nahe der Kirche in Atzlricht gibt es einen kleinen Parkplatz, der vielen nicht bekannt sei, sagte Florian Haas von der Unteren Naturschutzbehörde, denn die meisten Spaziergänger stellten ihr Auto bei den Segelfliegern oder am Parkplatz gleich hinter Speckmannshof ab. Haas: "Hier haben wir auch einen neuen Tümpel angelegt, in dem sich schon Knoblauchkröten und Gelbbauchunken angesiedelt haben." Positiv wertete Haas, dass Hundehalter die ausgewiesenen Freilaufzonen gut annehmen. Wichtig sei eine vernünftige Kommunikation zwischen Schäfer, Förster und auch den Segelfliegern.

Nistkästen nutzen

Naturpark-Ranger Jonas Nelhiebel berichtete dem Umweltausschuss, dass hier Feldlerchen schon Brutversuche unternommen hätten, auch Wendehals und Wiedehopf bräuchten weitläufige Wiesen mit einem reichhaltigen Nahrungsangebot. Wendehals und Wiedehopf sind Zugvögel, die erst spät zurückkehren, dann aber seien Nisthöhlen in alten Bäumen schon von anderen Vögeln belegt: „Daher müssen wir ihnen Brutmöglichkeiten anbieten.“ Nelhiebel verwies auf einen mitgebrachten Nistkasten, der von der Lebenshilfe gebaut wurde.

In der anschließenden Sitzung des Umweltausschusses im Rathaus listete der Sachgebietsleiter Umwelt, Matthias Seufert, auf, dass das Abfallaufkommen in Amberg leicht angestiegen sei, aber wegen Corona sei das keine große Überraschung. Pro Einwohner seien 2020 etwa 152 Kilogramm Restmüll, fast 13 Kilo Sperrmüll, über 331 Kilo Wertstoffe und 67 Kilo Gewerbeabfall angefallen. Aus dem Gesamtaufkommen entfallen 27 Prozent auf Restmüll, zwei Prozent auf Sperrmüll, 59 Prozent auf Wertstoffe und zwölf Prozent auf Gewerbeabfall.

Neue Regeln bei Gelben Säcken

Bei Wertstoffen sei das Altglas um fast 22 Prozent gestiegen, beim Grüngut sei ein Anstieg um fast 15 Prozent festzustellen. Seufert wies auch darauf hin, dass die Verteilung der Gelben Säcke neu organisiert wird. Im städtischen Abfuhrkalender, der als Postwurfsendung verteilt wird, seien entsprechende Coupons für Rollen mit 13 Gelben Säcken enthalten, die man gegen Couponabgabe in den Wertstoffhöfen oder in der Tankstelle Bergler erhält. Die Ausgabecoupons seien aber nur für private Haushalte gedacht. Zusätzlich erhalten alle Haushalte im Dezember über das Müllabfuhrunternehmen eine Grundausstattung von 13 Gelben Säcken.

Ambergs Klimaschutzmanagerin Corinna Loewert referierte über das Förderprogramm „Fürs Amberger Klima“ und sprach davon, dass ihr derzeit 139 Förderanträge vorliegen. Loewert wies darauf hin, dass bisher rund 19.500 Euro Fördergelder ausbezahlt worden seien, über 60.000 Euro seien noch vorgemerkt. Der Umweltausschuss billigte auch den Aufgabenkatalog mit vorläufig 18 Maßnahmen, die über das Klimaschutzmanagement in der Zeit von April 2022 bis März 2024 abzuarbeiten sind. Weiter beschloss der Umweltausschuss die von der SPD-Stadtratsfraktion beantragte Einführung von Baumpatenschaften für die Amberger Stadtbäume.

Bäume wie Spielplätze kontrollieren

Aus dem städtischen Baumkataster werden laut Bernhard Frank vom Baureferat werden Bäume für die Vergabe der Baumpatenschaften ausgewählt. Im städtischen Haushalt 2021 seien Mittel in Höhe von 200.000 Euro für Baumpflege eingestellt, aber davon im ersten Halbjahr schon 65 Prozent abgerufen. Neuanpflanzungen, etwa in neuen Baugebieten, erfolgen mit Baumarten, die den Klimawandel aushalten. Hier könnten, so Frank, die Paten wertvolle Hilfe leisten und sich um dieses Bäume kümmern, Pflegemaßnahmen soll aber weiterhin qualifizierten Fachkräften vorbehalten bleiben. Ähnlich wie die Spielplatzpaten sollen Baumpaten „ihre“ Bäume kontrollieren und Mängel der Stadtverwaltung melden. SPD-Stadtrat Uli Hübner lobte die Verwaltung, dass der SPD-Antrag in kürzester Zeit angegangen und erledigt wurde: „Das ist ein echter Beitrag für den Klimaschutz."

Interview mit Ambergs Klimaschutzmanagerin Corinna Loewert

Amberg

„Das ist ein echter Beitrag für den Klimaschutz."



Uli Hübner (SPD) über die Baumpaten-Idee seiner Fraktion

 

 

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