15.06.2020 - 18:23 Uhr
AmbergOberpfalz

Kaum Probleme mit der Maskenpflicht

Die Ladenbetreiber in der Oberpfalz haben kaum Probleme mit Maskenrebellen. Nur in einem Kaufhaus und in der Gastronomie fallen häufiger Kunden ohne Mund-Nasen-Schutz auf.

Beim Einkaufen gilt momentan eine Maskenpflicht. Aber nicht alle halten sich daran.
von Elisabeth Saller Kontakt Profil

Wie läuft es mit der Maskenpflicht in den Geschäften? Fast überall gut, wie eine Umfrage zeigt. Nur wenige Händler haben demnach Erfahrung mit "Maskenrebellen" gemacht. In Amberg tragen Einkäufer brav ihre Mund-Nasen-Maske. Menschen, die sich weigern, den Schutz ins Gesicht zu ziehen? "Mir ist noch nichts zu Ohren gekommen", sagt Thomas Eichenseher, Vorsitzender des Stadtmarketing-Vereins.

Auch bei Ina Bogner von der Geschäftsstelle des Vereins und bei Wirtschaftsförderin Verena Fritzgerald hat sich noch kein Händler gemeldet und sich wegen uneinsichtiger Kunden beklagt. "Da muss ich sie schon loben", freut sich Bogner über die regelkonformen Amberger. Auch bei der IHK Oberpfalz/Kelheim "habe ich von unseren Mitgliedern noch nicht gehört, dass Kunden ohne Maske ein Problem wären", sagt Josef Ebnet.

Rebellen im Sozialkaufhaus

Anders beschreibt Markus Friedrich die Lage im Sozialkaufhaus der Diakonie Weiden. Die Zahl der Kunden, welche dort ohne Mund-Nasen-Schutz einkaufen wollen, nehme zu. Friedrich zählt vier Fälle auf, bei denen Besucher keinen Mund-Nasen-Schutz dabei hatten oder dieser nicht korrekt aufgesetzt hatten. Ein Kunde soll dem Mitarbeiter ein formloses ärztliches Attest gezeigt haben, das ihn von der Maskenpflicht befreien soll.

Friedrich, der das Arbeitsförderungszentrums leitet, sorgt sich um die Beispielwirkung, die ein Kunde ohne Maske im Sozialkaufhaus hätte. Und denkt an eine mögliche Diskriminierung, wenn er jemanden nicht in sein Geschäft ließe, weil er wegen einer Vorerkrankung keine Maske trägt. Andere Kunden könnten dann wegbleiben, weil sie Angst haben, sich im Sozialkaufhaus mit Corona anzustecken. Mitarbeiterschutz, das Hausrecht, mögliche Strafen bei Verstößen gegen die Corona-Schutzmaßnahmen und vieles mehr müsse er bedenken. "Wir wollen keine 5000 Euro zahlen, wenn wir jemanden ohne reinlassen."

Beschwerden in Amberg

Im Bericht der Polizeiinspektion Amberg ist zu lesen, dass sich dort bereits mehrere Leute gemeldet hätten, die sich über nicht eingehaltene Hygienevorschriften in Amberger Gastronomiebetrieben und Kneipen beschwerten. "Deshalb werden in Absprache mit dem zuständigen Ordnungsamt gezielte Kontrollen zur Einhaltung der Hygienevorschriften durchgeführt", teilt die Polizei mit.

Ebnet, Bereichsleiter für Handel bei der IHK, empfiehlt die Handreichung des bayerischen Gesundheitsministeriums: "Weist Ihr Personal den Kunden auf die Maskenpflicht hin und er zeigt sich uneinsichtig, machen Sie von Ihrem Hausrecht gebracht und erteilen dem Kunden Hausverbot." Zeige er sich uneinsichtig, rät das Amt, die Polizei einzuschalten. Ein ärztliches Attest müssen die Geschäftsbetreiber auf ihre Echtheit hin prüfen, ergänzt Ebnet.Zur Handreichung des Gesundheitsministeriums: www.stmgp.bayern.de/coronavirus/haeufig-gestellte-fragen

Zur Handreichung des Gesundheitsministeriums:

Diese Corona-Regeln werden nun gelockert

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