01.12.2020 - 15:58 Uhr
AmbergOberpfalz

Jugendarbeit in Coronazeiten: Präsenztreffen nicht mehr erlaubt

Von Kontaktbeschränkungen sind Kinder stark betroffen. Sie müssen Geburtstagsfeiern absagen, dürfen ihre Freunde nur sehr eingeschränkt sehen. Jugendgruppen allerdings durften sich treffen - bislang, denn jetzt ist das nicht mehr erlaubt.

Der Spielebus und seine Aktionen sind ein typisches Beispiel für die Kommunale Jugendarbeit. Die leidet jetzt auch unter Corona. Präsenztreffen sind nicht mehr erlaubt.
von Kristina Sandig Kontakt Profil

Dass Jugendarbeit vor Ort trotz Coronapandemie und strengen Kontaktbeschränkungen bislang möglich war, besagt Paragraf 20 der achten bayerischen Infektionsschutzmaßnahmen-Verordnung. Demnach gehört Jugendarbeit zu den außerschulischen Bildungsangeboten wie beispielsweise die Volkshochschule, so Claudia Mai, kommunale Jugendpflegerin des Landkreises.

Claudia Mai, kommunale Jugendpflegerin des Landkreises Amberg-Sulzbach, weiß nur zu gut, wie schwer Jugendarbeit in Zeiten von Corona und damit verbundener Beschränkungen ist.

Außerschulische Bildungsangebote

Deshalb war Jugendarbeit bisher möglich, wenn auch mit sehr strengen Auflagen. Seit Dienstag greift die neunte bayerische Infektionsschutzmaßnahmen-Verordnung. Und die untersagt alle außerschulischen Bildungsangebote, also auch die Jugendarbeit. Ohnehin war es laut Mai bislang nur eine minimale Anzahl von Jugendgruppen, die Präsenztreffen organisiert hatten. Überwiegend diejenigen, die "generell gerne und viel draußen sind, zum Beispiel im Wald". Die Mehrzahl der Vereine, die Jugendarbeit betreiben, ist laut Claudia Mai längst auf Online-Angebote umgeswitcht. Wobei jüngere Kinder dabei auf die Unterstützung durch die Eltern angewiesen seien, bei Älteren klappe das besser. "Ab zwölf Jahren haben die meisten Kinder ein Smartphone." Vielfach würden im Vorfeld der Gruppenstunden Basteltüten an die Teilnehmer verschickt, in der Gruppenstunde werde dann online gemeinsam gebastelt. "Das funktioniert gerade mit den Jüngeren total gut." Mit Älteren seien Spiele virtuell gut machbar.

Claudia Mai macht kein Hehl daraus, dass für die ehrenamtlich tätigen Jugendleiter die Corona-bedingte Situation ein Kraftakt sei. "Das ist alles sehr anstrengend für sie." Jugendgruppen hätten derzeit ganz schön zu kämpfen. Zum Beispiel eine, die sich erst gegründet hat. "Wie soll sie da als Gruppe zusammenwachsen?" Oder aber ein Kind ist erst neu dazugestoßen. "Es muss die anderen erst kennen und schätzen lernen, das funktioniert online nicht so gut." Claudia Mai argumentiert auch mit den Bedürfnissen der Kinder: Sie bräuchten ein Stück weit soziale Kontakte.

"Gesundheit geht absolut vor"

Kommunale Jugendarbeit (und da schließt Claudia Mai ihre Kolleginnen der Stadt Amberg mit ein) und Jugendring unterstützten die Jugendgruppen in dieser schwierigen Zeit. Zum Beispiel mit Ideen für Online-Gruppenstunden. Auch wenn es aktuell äußerst schwierig ist, Jugendarbeit zu betreiben, Mai macht eines unmissverständlich deutlich: "Die Gesundheit geht absolut vor."

Interview mit Claudia Mai nach dem ersten Lockdown

Amberg

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