25.11.2019 - 10:40 Uhr
AmbergOberpfalz

Jäger kritisieren Kritiker: Geht nicht ums Töten

Ein Satz von Baron Eberhard Freiherr von Gemmingen-Hornberg sorgte bei der Hubertus-Feier für Aufsehen: "Ohne Töten gibt es keine Jagd." Doch er erklärte bei der Amberger Kreisgruppe des Landesjagdverbandes, wie er diese Aussage meint.

Jagdhornbläser der Kreisgruppe eröffneten mit ihrem neuen Hornmeister Hans Renner (rechts) die Hubertus-Messe.
von Autor GFRProfil

Laut dem Hochwild-Experten werden Jäger nicht tätig, um zu töten. Sondern sie erzeugen mit der Jagd hochwertigste Lebensmittel und regulieren die Wildbestände in den Wäldern. Die Hubertusmesse in der Basilika St. Martin, umrahmt von den Jagdhornbläsern, dem Jägerchor und der Ensdorfer Stubnmusi, hat Tradition.

In seinem Festvortrag über waidgerechte Jagd betonte von Gemmingen-Hornberg, Vorsitzender der Hochwildhegegemeinschaft Oberpfalz Nord und Leiter der Kreisgruppe Tirschenreuth, im nahezu überfüllten Gasthof Neumühle, dass der Mensch seit jeher Jäger sei.

"Vollkommen daneben"

Wenn im Zusammenhang mit Jagen von Töten gesprochen werde, sei der Tod unangenehm "und wir blenden das gerne aus". Aber Jagd sei unweigerlich mit dem Töten von Tieren verbunden. Die gut 380 000 Jäger in Deutschland leisteten mit der Regulierung und der Nutzung der Wildtierbestände einen Beitrag für die Land- und Forstwirtschaft. Nur werde das von der Allgemeinheit nicht oder kaum zur Kenntnis genommen. Vollkommen daneben sei die Meinung, dass Jäger Freude am Töten hätten und die Wild-Regulierung sollte von staatlichen Jägern übernommen werden, nicht von privaten Jägern. Freiherr von Gemmingen-Hornberg schränkte aber ein, dass viele neue Jäger kaum Ahnung von der Jagd hätten, dafür mit modernsten Gewehren ausgestattet seien. Von Nachtjagd mit Nachtzielgeräten oder Drückjagden hält der Baron wenig. Es fehle am Bezug zum Wild. Damit werde der Jäger zum "Schädlingsbekämpfer" abgewertet. Die Jagd mit Ruhe, Ansitz und Abschuss werde immer seltener, oft bleibe dabei auch der Tierschutz auf der Strecke. Der Redner wörtlich: "Wir Jäger sollten Vorbild sein, wie wir mit Natur und Wild umgehen, damit uns die Jagd weiterhin erhalten bleibt."

Tiere die "besten Mitarbeiter"

Der Festredner riet, mit Naturführungen an die Öffentlichkeit zu gehen, denn: "Wildschweine, Rehe und Hasen sind unsere besten Mitarbeiter." Wildtiere seien Teil des Ökosystems und Wildschäden könne man nicht mit erhöhten Abschusszahlen eindämmen. Ein vernünftiges Wildtiermanagement müsse Tiere und Ökosystem unter einen Hut bringen, aber das gelinge sicher nicht mit fantasielosen Forderungen nach Nachtjagd, der Reduzierung von Schonzeiten, kleineren Jagdrevieren oder verkürzten Pachtzeiten. Der Baron: "Wir Jäger sind neben Tierärzten und Schlachtern die einzigen, die legal Tiere töten dürfen. Wir müssen unsere Aus- und Fortbildung der Jäger überarbeiten, denn wir stehen immer im Rampenlicht, werden stets kritisiert, aber niemand will zur Kenntnis nehmen, dass wir Jäger unserer Aufgabe tagtäglich gerecht werden, um für eine gesunde Tier- und Pflanzenpopulation zu sorgen."

Jagd und Töten sind untrennbar, so Baron Eberhard Freiherr von Gemmingen-Hornberg.
Ehrungen für Treue zum Jagdverband:

Langjährige Mitgliedschaft in der Kreisgruppe Amberg des Landesjagdverbands Bayern

25 Jahre: Johann Fehlner, Günter Förster, Karlheinz Gebhard, Christian Geilersdörfer, Robert Harrer, Jochen Heckrodt, Volker Hierl, Georg Hiltner, Bernhard Kraus, Johann Lichtenegger, Reinhild Mehringer, Thomas Neugebauer, Christian Reindl, Gerhard Reindl, Ruppert Schmid, Wolfgang Schröter, Franz Schüsselbauer, Martin Sichelstiel, Erwin Wendl, Ulrich Ziegler.

40 Jahre: Alois Freundorfer, Peter Gnerlich, Heinz Hasselbacher, Ludwig Kneißl, Josef Prüll, Markus Mahal, Ludwig Mayer, Georg Müller, Stefan Renner, Wolfgang Schlaffer, Konrad Schön, Reinhard Stauber und Gerhard Weiß.

50 Jahre: Eva-Maria Schmid, Josef Strobl und Heinz Wunderlich.

60 Jahre: Karl Erras und Michael Moser.

Hegenadel: Andreas Fröhler.

Ausbildungs-Ehrenzeichen in Silber: Günther Baumer.

Eichenkranz Bronze: Siegfried Kutscher, Simone Fröhler, Hans Wilhelm Schneider.

Ehrenscheibe: Josef Prüll.

Ehrenmitglied: Für seine Verdienste als Kreisgruppenvorsitzender wurde Franz Erras ernannt. (gfr)

Ehrungen standen bei der Kreisgruppe auf der Tagesordnung (von links): Zweiter Vorsitzender Wolfram Seebauer, Franz Erras, Andreas Fröhler, Josef Prüll, Günther Baumer, Hans Wilhelm Schneider und Vorsitzender Ruppert Schmid.
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.