16.07.2021 - 18:13 Uhr
AmbergOberpfalz

Impfen ohne Termin das Modell für die Zukunft

Die Sonderimpfaktion mit dem Vakzin von Johnson & Johnson stieß in der Region Amberg-Sulzbach auf eher durchwachsene Resonanz. Dass jetzt jeder auch ohne Termin sofort eine Impfung bekommt, sorgt aber für etwas Belebung in den Impfzentren.

Eine Corona-Impfung im Impfzentrum in Sulzbach-Rosenberg.
von Markus Müller Kontakt Profil

850 Dosen des Impfstoffs von Johnson & Johnson bot der BRK-Kreisverband in einer Sonderaktion für Termine am 12. und 13. Juli an. 375 Abnehmer fanden sich schließlich dafür. Diese Quote war deutlich besser als bei der Aktion mit Astrazeneca kurz davor – da wurden von 2574 vorrätigen Impfdosen nur gut 500 an den Mann gebracht. „Aber auch hier zeigt sich eine zu großen Teilen befriedigte Nachfrage“, deutet BRK-Kreisgeschäftsführer Sebastian Schaller die neuen Zahlen. Klagen will er darüber nicht: „Diese Auslastung entspricht in etwa unserer Erwartung.“

Was macht Schaller jetzt mit den 475 Rationen von Johnson & Johnson, die nicht weggingen? Sie werden jetzt im Zuge der terminfreien Impfung in den Impfzentren angeboten. „So können Impfwillige, die keine zwei Termine wahrnehmen wollen, sich vor Ort für eine simple Lösung entscheiden“, sagt Schaller.

40 Prozent der Erstimpfungen ohne Termin

Denn das ist die Besonderheit dieses Vakzins: Es stellt den Vollschutz durch eine einzige Impfung her, ein zweiter Termin ist nicht nötig. „Das wird auch täglich von der Bevölkerung nachgefragt“, ist Schaller sicher, dass sich hier noch weitere Abnehmer finden. Zumal die Möglichkeit, ohne Termin im Impfzentrum vorbeizukommen und sich die Spritze geben zu lassen, schon angenommen wird. Seit Mittwoch wurden etwa 40 Prozent der täglichen Erstimpfungen bei Leuten vorgenommen, die spontan ohne Termin vorbeischauten, schätzt Schaller. „Wir halten dementsprechend die Öffnung der Impfzentren auch ohne Termin für das richtige Vorgehen.“

Insgesamt verharre die Impfnachfrage aber derzeit auf niedrigem Niveau. Dass hier die Sorge, durch einen zweiten Impftermin mitten im bereits gebuchten Urlaub Probleme zu bekommen, eine Rolle spielt hat, glaubt Schaller aber nicht. Ebenso wenig geht er davon aus, dass es sich bei den bisher ungeimpften Personen vorrangig um Impfskeptiker handelt.

Impfen, "wenn es gerade gut passt"

„Es gibt viele Bürgerinnen und Bürger, die sich zwar grundsätzlich gerne impfen lassen möchten, aber nicht das Bedürfnis haben, das sofort zur nächstmöglichen Gelegenheit zu tun, sondern erst dann, wenn es gerade gut passt“, bietet er als Erklärungsmöglichkeit an. Deshalb gehe man in der Region davon aus, dass in den nächsten Wochen und gegebenenfalls auch Monaten auf diesem geringen Niveau weitergeimpft werde.

Und welche Vakzine werden jetzt, da die Interessenten die freie Auswahl haben, am häufigsten genommen? Es sind laut Schaller die mRNA-Impfstoffe von Biontech und Moderna. Sie würden etwas mehr nachgefragt als der Stoff von Johnson & Johnson.

Seit Mittwoch ist in Amberg und Sulzbach-Rosenberg eine Impfung ohne Terminvereinbarung möglich

Amberg

Es gibt viele Bürger, die sich zwar grundsätzlich gerne impfen lassen möchten, aber nicht das Bedürfnis haben, das sofort zur nächstmöglichen Gelegenheit zu tun.

Sebastian Schaller, BRK-Kreisgeschäftsführer Amberg-Sulzbach

Sebastian Schaller, BRK-Kreisgeschäftsführer Amberg-Sulzbach

 

 

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