14.02.2021 - 10:03 Uhr
AmbergOberpfalz

IG Metall droht auch im Raum Amberg-Sulzbach mit Warnstreiks

Streik in Zeiten von Corona-Pandemie und Kurzarbeit? Das will die IG Metall derzeit nicht ausschließen. Vor der dritten Verhandlungsrunde fordert sie für die Beschäftigen vier Prozent mehr Geld. Die Arbeitgeber reden von einer Nullrunde.

Noch hoffen Horst Ott (links) und Udo Fechtner (rechts) auf eine Einigung mit den Arbeitgebern.
von Gerd SpiesProfil

"Bei den Arbeitnehmern herrscht große Enttäuschung und Wut!" Horst Ott, Erster Bevollmächtigter der IG-Metall-Verwaltungsstelle Amberg, schildert das derzeitige Stimmungsbild aufgrund der bisherigen Tarifverhandlungen. Sollten sich die Arbeitgeber bei der dritten Verhandlungsrunde an diesem Montag nicht bewegen, drohen mit Ende der Friedenspflicht am 1. März erste Warnstreiks, kündigt die IG Metall gegenüber der Presse an.

Vier Prozent mehr Lohn, um die teilweise von Kurzarbeit betroffenen Einkommen zu stärken, daneben eine Beschäftigungssicherung, zum Beispiel durch einen Teilentgelt-Ausgleich bei der Arbeitszeitreduzierung, dazu ein Einstieg in Zukunftsverträge, mit denen die Transformation der Industrie in den Betrieben gestaltet werden kann, das sind die Forderungen für die Metall-und Elektroindustrie, erklärte Udo Fechtner, der Zweite Bevollmächtigte der IG Metall Amberg, im Pressegespräch.

Gerade bei der Beschäftigungssicherung ist aus Sicht von Fechtner viel Potenzial vorhanden. "Die Bereitschaft bei den Arbeitnehmern ist groß, bei Teilentgelt-Ausgleich die Arbeitszeit zu reduzieren und damit auch die Beschäftigung zu sichern", sagte Fechtner.

Das Angebot der Arbeitgeber ist aus Gewerkschaftssicht ernüchternd: Eine Nullrunde in diesem Jahr und eine Einmalzahlung für 2022. "Ich kann die Angebote der Arbeitgeber nicht nachvollziehen. Obwohl die wirtschaftliche Situation trotz Corona momentan gut ist, reden sie ihre eigene Wirtschaft schlecht", kritisierte Ott die Gegenseite. Für die dritte Verhandlungsrunde an diesem Montag erhofft er sich ein anderes Signal von den Arbeitgebern. Ott sitzt auch in der sogenannten Expertenrunde als einer von acht Gewerkschaftsvertretern aus ganz Bayern mit dem Arbeitgeberverband an einem Tisch.

Sollte auch die dritte Tarifrunde zu keinem Ergebnis führen, laufen mit Ende der Friedenspflicht am Montag, 1. März, bei der IG Metall die ersten Aktionen an. "Wir stellen uns auf eine Tarifauseinandersetzung ein und bereiten Streikmaßnahmen in allen 21 Betrieben in der Region vor", kündigt Ott an. Trotzdem gibt er aber die Hoffnung auf eine Einigung immer noch nicht auf: "Ich hoffe inständig, dass die Arbeitgeber die Kurve kriegen."

 

 

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