02.08.2021 - 14:46 Uhr
AmbergOberpfalz

In Hof, Amberg und Weiden ist knapp jeder 1000. Einwohner überschuldet

Die Überschuldung in Bayern geht zurück. Das zeigen Zahlen aus dem Jahr 2020. Ausgerechnet in zwei Oberpfälzer Städten gibt es traurige Höchstwerte.

Die Stadtbrille in Amberg. In der Stadt an der Vils gab es vergangenes Jahr 48 Insolvenzen, was eine Quote von 11,4 je 10.000 Einwohner bedeutet.
von Alexander Pausch Kontakt Profil

Im Jahr 2020 sind bayernweit 3731 Verbraucherinsolvenzverfahren registriert worden. Im Verhältnis zur Bevölkerung ergibt sich ein Anteil von rund 2,8 Verbraucherinsolvenzen je 10.000 Einwohnerinnen und Einwohner bezogen auf die bayerische Bevölkerung zum Jahresende, schreibt die Staatsregierung. Mit Amberg und Weiden fallen dabei zwei Oberpfälzer Städte und mit Hof eine oberfränkische unter den 96 Landkreisen und kreisfreien Städten deutlich aus dem Rahmen.

In Hof sind es mit einer Quote von 12,6 mehr als vier Mal so viele Privatinsolvenzen je 10.000 Einwohner als im bayerischen Durchschnitt. In keiner Stadt und in keinem Landkreis im Freistaat ist dieser Wert höher. Auf Platz zwei folgt die Stadt Amberg. Dort gab es 48 Insolvenzen, was eine Quote von 11,4 je 10.000 Einwohner bedeutet. Die Stadt Weiden liegt auf Platz drei, mit 46 Verbraucherinsolvenzen und einer Quote von 10,8.

Nur Oberfranken schlechter als die Oberpfalz

Mit einer Quote von 3,9 ist auch die Oberpfalz insgesamt deutlich über dem Landesdurchschnitt. Nur Oberfranken schneidet unter den sieben Regierungsbezirken mit einer Quote von 4,4 noch schlechter ab. Bester Regierungsbezirk ist Unterfranken mit einer Quote von 2,2.

Bei ihrer Antwort vom 30. Juli auf eine schriftliche Anfrage des oberfränkischen SPD-Landtagsabgeordneten Klaus Adelt zur Zahl der Privatinsolvenzen stützt sich die Staatsregierung auf eigene Berechnungen auf Basis von Daten des Bayerischen Landesamts für Statistik.

Bei ihrer Antwort auf die Frage Ardelts nach dem Anteil der überschuldeten Haushalte in Bayern stützt sich die Staatsregierung auf den "Schuldenatlas 2020" der Creditreform Wirtschaftsforschung. Ein Blick in den Atlas zeigt, dass die Überschuldungsquote in Amberg bei 9,49 Prozent liegt und in Weiden bei 11,1 Prozent. In den Landkreisen liegt diese unter sieben Prozent. Bayernweit betrug die Überschuldungsquote laut Staatsregierung 7,14 Prozent, ein Rückgang um 0,17 Prozentpunkte.

Landkreis Regensburg mit geringster Quote

In der Oberpfalz stellt sich die Lage mit einer Quote von 0,9 am Besten im Landkreis Regensburg dar. Dort gab es 18 Privatinsolvenzen. In der Stadt Regensburg verzeichnet die Staatsregierung 35 Privatinsolvenzen und damit eine Quote von 2,3 je 10.000 Einwohner. Im Kreis Cham waren es 30 Verbraucherinsolvenzen und damit eine Quote von 2,3. Im Kreis Tirschenreuth betrug die Quote bei 33 Privatinsolvenzen 4,6. Mit 55 Verbraucherinsolvenzen lag die Quote im Kreis Neustadt/WN bei 5,5.

Im Kreis Schwandorf gab es 75 Privatinsolvenzen, was eine Quote von 5,1 bedeutet. Im Kreis Amberg-Sulzbach liegt die Quote mit 48 Verbraucherinsolvenzen bei 4,7 und im Kreis Neumarkt gab es 44 Privatinsolvenzen, was eine Quote von 3,3 bedeutet.

Mehr zur Zunahme der Privatinsolvenzen

Amberg
Hintergrund:

Privatinsolvenzen

  • Bayern: 3731 Verbraucherinsolvenzen
  • Oberpfalz: 429 Verbraucherinsolvenzen
In Amberg und Weiden ist jeder 1000. überschuldet.

 

 

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