22.06.2021 - 14:43 Uhr
AmbergOberpfalz

Ganztagsbetreuung wird eine ganz große Aufgabe für Amberg

Ab dem Jahr 2029 soll jedes Grundschulkind das Recht auf Ganztagsbetreuung haben. Doch die Umsetzung dieses Bundesgesetzes vor Ort geht nicht ohne Probleme vonstatten. In Amberg hakt es noch an der ein oder anderen Stelle.

Der Erweiterungsbau an der Albert-Schweitzer-Schule soll bald genutzt werden. Damit ist hier ein großer Schritt für die Ganztagsbetreuung der Grundschulkinder getan.
von Andreas Ascherl Kontakt Profil

Schulreferent Fabian Kern steht vor einem Dilemma. Zwar dürfte der Bundesrat am Freitag das "Gesetz zur ganztägigen Förderung von Kindern im Grundschulalter" problemlos passieren lassen. Im Nebel stochert Kern aber derzeit noch, was das dann konkret für die Stadt Amberg bedeuten wird. "Definition und Umfang des Anspruchs auf Grundschulkindbetreuung sind im Detail noch unklar oder sogar offen", sagte er am Montag im Stadtrat. Gleiches gelte für die Frage der Finanzierung der erforderlichen Bauten und des Betriebs. Trotzdem stellte er grundsätzlich einmal den Status Quo bei der Ganztagsbetreuung der Grundschulkinder vor.

"Definition und Umfang des Anspruchs auf Grundschulkindbetreuung sind im Detail noch unklar oder sogar offen."

Der Amberger Schulreferent Fabian Kern stochert derzeit im Nebel

Der Amberger Schulreferent Fabian Kern stochert derzeit im Nebel

Vier Arten von Betreuung

Die Betreuung der Grundschulkinder in Amberg sieht laut Fabian Kern derzeit so aus, dass es vier Arten davon gibt: den gebundenen Ganztag, den offenen Ganztag, die Mittagsbetreuung und den Hort. Was das neue Gesetz in der Zukunft hier konkret fordern wird, dazu konnte er noch nichts sagen. Allerdings rechnet sein Referat mit einem künftigen Ganztagsbedarf von mindestens 80 Prozent. Bedingt durch Veränderungen im Berufsleben, in den Familien – aber auch verstärkt durch die Corona-Pandemie.

Alles in allem, so rechnete Fabian Kern vor, liegt die Betreuungsquote für Grundschüler in der Stadt Amberg derzeit bei 51 Prozent. Eingerechnet sind hier schon der Kinderhort St. Georg sowie die katholische Schulkindbetreuung St. Michael. Dabei reicht das Spektrum aber von der gebundenen Ganztagsschule (Barbara- und Willmannschule) bis zur reinen Mittagsbetreuung (auch bis 16 Uhr) in der Dreifaltigkeits-Grundschule und der Max-Josef-Schule.

Quote wird noch nicht ganz erfüllt

Mit der Inbetriebnahme des Erweiterungsbau der Albert-Schweitzer-Schule im D-Programm wird sich die Quote laut Kern hier stark verbessern. Bei einer Prognose für das Jahr 2023 könnten dann 300 Kinder ganztags betreut werden – bei einer zu erwartenden Schülerzahl von 280. Die Betreuungsquote läge dann sogar bei theoretischen 107 Prozent. Auf immerhin 86 Prozent soll 2023 die Grundschule in Ammersricht kommen, hier wird voraussichtlich Ende 2022 eine entsprechende Erweiterung bezugsfertig sein. Trotz des geplanten Baus einer Ganztagsbetreuung auf dem Gelände der Dreifaltigkeits-Grundschule wird diese auch dann (inklusive Raigering) nur vorläufig auf eine Betreuungsquote von rund 70 Prozent kommen.

Abhilfe wird hier – wie bei der Barbara- und Willmannschule auch – der geplante Hort an der Erlöserkirche mit seinen 50 Plätzen schaffen, der voraussichtlich im September 2023 in Betrieb gehen soll. Bleibt noch die Max-Josef-Schule. Hier werden derzeit rund 110 Kinder in der kurzen oder verlängerten Mittagsbetreuung mit einem Essen und mehr versorgt. Bei insgesamt 310 Schulkindern liegt die Quote der Ganztagsbetreuung damit bei rund 35 Prozent. Zählt man die 50 Kinder im Hort St. Georg dazu, sind es auch nur 52 Prozent.

Was passiert an der Max-Josef-Schule?

Es müsse also ein Erweiterungsbau errichtet werden, sagte Kern. Dafür gibt es derzeit zwei Alternativen. Möglichkeit eins wäre auf dem Gelände der Schule. Das hätte laut Kern der Vorteil, dass die vorhandene Infrastruktur der Schule selbst und eventuell sogar der direkt benachbarte Sportplatz der Dr.-Johanna-Decker-Schulen mitbenutzt werden könnten. Oder es wird auf dem Gelände des jetzigen Kindergartens Christkönig, der ins Drillingsfeld umziehen soll, ein neuer Hort gebaut. Damit wäre zum Beispiel gleichzeitig das Thema Betreuung in den Ferien abgedeckt. In welche Richtung es gehen soll, darüber muss jetzt erst einmal der zuständige Schul- und Sportausschuss diskutieren.

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