22.04.2021 - 10:10 Uhr
AmbergOberpfalz

Den Frühling auf den Friedhof bringen

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Nach Eis und Schnee ist jetzt die Zeit gekommen, auf den Gräbern wieder bunte Akzente zu setzen. Gärtnermeisterin Tanja Götz empfiehlt dazu Tulpen und Hyazinthen, Primeln, Narzissen und Krokusse, Hornveilchen und Vergissmeinnicht.

Die Primel ist, was strahlende Farben und Artenvielfalt betreffe, „ein kleiner Tausendsassa unter den Frühblühern“, sagt Tanja Götz. Auch aufgrund ihrer anspruchslosen Pflege ist sie äußerst beliebt für die Grabbepflanzung.
von Adele SchützProfil

Ein Friedhof gilt als Ort der Toten, doch hat er gerade auch für die Lebenden eine wichtige Bedeutung – als Ort für Trauerarbeit, die auch in der individuellen Grabgestaltung ihren Ausdruck findet. „Unsere grünen Friedhöfe mit ihren liebevoll bepflanzten Gräbern sind Bestandteil unserer christlich geprägten Kultur“, sagt die Amberger Gärtnermeisterin Tanja Götz. „Unzählige Familiengräber sind beste Zeugen für die große Tradition der Grabpflege. Ohne ein Grab und damit ohne Platz für die Toten, tun wir Menschen uns schwer mit der Bewältigung des Verlustes.“

Die Grabbepflanzung erlaube den Angehörigen, ihre Wertschätzung und Verbundenheit zu dem verstorbenen Menschen auszudrücken. Damit diese nicht zur zeitlichen Herausforderung wird, sondern Raum lässt für Erinnerungen an den Verstorbenen und dessen Wertschätzung, hat Tanja Götz Tipps für eine pflegeleichte Grabgestaltung auf der Basis einer guten Grundbepflanzung und einer saisonalen Wechselbepflanzung.

Immergrün und winterhart

Pflanzen seien nicht nur Grabschmuck, sagt sie, sondern hätten auch einen wichtigen Zweck: Sie schützen den Boden vor Austrocknung und verhindern den Wuchs von Wildkräutern. Die Grundbepflanzung eines Grabs sollte langsam wachsen, immergrün und winterhart sein. „Für eine problemlose Grabbepflanzung ist das A und O, auf die Lage des Grabs zu achten“, erklärt die Gärtnermeisterin. „Die Auswahl der Pflanzen sollte sich danach richten, ob das Grab einen sonnigen, halbschattigen oder schattigen Platz am Friedhof hat, um sich an einem dauerhaft grünen, blühenden und pflegeleichten Grab erfreuen zu können.“

Tanja Götz empfiehlt torffreie Erde und betont, dass gerade bei der Grabbepflanzung das Düngen, vorzugsweise mit Hornspänen, enorm wichtig sei, ebenso das kräftige Gießen alle paar Tage. Man unterscheide zwischen einer Rahmenbepflanzung als optische Grabeinfassung, ausdauernden Bodendeckern, die oft ineinander übergingen, wie Efeu, geflecktes Lungenkraut, Elfenblume oder Goldbeere als Blütenakzente sowie der Wechselbepflanzung mit blühenden Saisonpflanzen.

Die Wechselbepflanzung werde im Frühjahr, im Sommer und im Herbst vorgenommen. Wenn es im März und April nach Schnee und Eis wieder wärmer werde und die Natur zu sprießen beginne, sei es auch Zeit, das Grab passend für das Frühjahr neu zu bepflanzen, erklärt Tanja Götz.

„Um eine schöne Grabbepflanzung im Frühjahr zu garantieren, ist bereits Vorarbeit im Herbst nötig, denn da gehören die Zwiebelblumen wie Krokusse, Hyazinthen und Narzissen in die Erde gesteckt.“ Alternativ könnte man auf vorgezogene Frühlingsblumen im Topf zurückgreifen, allerdings seien diese Pflanzen empfindlicher gegen Spätfröste.

Hochwertige Pflanzschalen

„Zu dritt im Tuff gepflanzt und als farbenfrohe Unterbrechung zwischen immergrünen Bodendeckern machen die Frühblüher das Grab zu einem schönen Blickfang auch für andere Friedhofsbesucher“, versichert Tanja Götz. Neben den Zwiebelpflanzen erfreuten sich besonders auch Pflanzschalen für eine frühlingshafte Grabbepflanzung großer Beliebtheit.

Ansprechende Arrangements in hochwertigen Schalen aus Ton oder Keramik sorgten ohne großen Aufwand schnell für ein gepflegtes Grab. Die Gärtnermeisterin weist darauf hin, dass zwei Dinge zu beachten seien, damit die Bepflanzung einer Grabschale gelingt: eine ausreichende Drainage am Gefäßboden sowie hochwertiges Material bei der Pflanzschale zur mehrmaligen Wiederverwendung.

Tulpen, Hyazinthen, Primeln, Narzissen und Krokusse seien „die Klassiker für eine bezaubernde Grabbepflanzung im Frühjahr“, aber auch Stiefmütterchen, Hornveilchen und Vergissmeinnicht.

Sie weist auf die „nicht zu unterschätzende Symbolkraft“ der einzelnen Pflanzen hin.

  • Tulpen in ihrer Farbenpracht sind ein Symbol der Liebe und Zuneigung. „Sie machen sich besonders gut als Arrangements in unterschiedlichen Farben oder im Mix mit anderen Frühblühern.“ Düngen nicht vergessen, warnt die Gärtnermeisterin.
  • Hyazinthen zählen zu den ersten und prächtigsten, aber auch zu den robustesten Frühblühern. Sie betören durch ihren intensiven Duft. In Kombination mit Ranunkeln, Stiefmütterchen, Anemonen und Primeln machen sich Hyazinthen besonders gut.
  • Die Primel ist, was strahlende Farben und Artenvielfalt betreffe, „ein kleiner Tausendsassa unter den Frühblühern“. Auch aufgrund ihrer anspruchslosen Pflege ist sie äußerst beliebt für die Grabbepflanzung.
  • Nicht wegzudenken auf den Gräbern im Frühjahr ist die Narzisse als christliches Symbol für die Auferstehung.
  • Das robuste Stiefmütterchen und dessen Verwandte, das Hornveilchen, gelten als Zeichen der Erinnerung an einen geliebten Menschen.
  • Auch die Krokusse gehörten zu den ersten, sehr robusten Frühlingsboten. Sie sind ein Symbol der Hoffnung. Als gelungene Kombination zu Krokussen empfiehlt die Gärtnermeisterin Zierlauch.
  • Schon alleine aufgrund seiner starken Symbolkraft ist das pflegeleichte, zarte Vergissmeinnicht von Friedhöfen nicht wegzudenken. Es steht für Treue, Erinnerung und ewige Liebe, aber auch Trauer und Abschied.

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Amberg

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