15.02.2021 - 15:49 Uhr
AmbergOberpfalz

Fasching als uraltes Kulturgut

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"Der Fasching fällt nicht aus, er ist heuer nur anders", sagt Arthur Troidl, der Präsident des Verbands ostbayrischer Faschingsgesellschaften. Er und die anderen Ehrenamtlichen sind sowieso das ganze Jahr im Einsatz.

Arthur Troidl ist der Präsident des Landesverbandes Ostbayern.
von Autor MMAProfil

"Wenn keine Narren auf der Welt wären, was wäre dann die Welt?", fragte schon Johann Wolfgang von Goethe. Der Bund Deutscher Karneval mit 5,8 Millionen Aktiven stimmt ihm da wohl uneingeschränkt zu. Die Oberpfalz und Niederbayern vertreten dabei Arthur Troidl aus Neustadt an der Waldnaab als Präsident des Landesverbands Ostbayern und der Hahnbacher Manfred Enders, der zuständig ist für Presse und Archiv. Immerhin 90 Gesellschaften mit ungefähr 6000 Aktiven gehören zum Landesverband.

Troidl und Enders wissen aber auch, dass - wie Karl Valentin es ausdrückt - "Humor eine ernste Sache" ist und investieren das ganze Jahr über viel Zeit und Energie. Dazu gehören unter anderem monatliche Sitzungen, derzeit natürlich per Videokonferenz. Das Studieren von oft diffizilen Vorschriften sowie das Unterstützen der Vereine sind ihre Aufgaben.

Arthur Troidl kam über sein Engagement als Schlagzeuger in der Band "Silbermoon" und seiner Wahl zum Faschingsprinzen 1991 zu seiner ehrenamtlichen Aufgabe. Manfred Enders wurde in seiner Funktion als OTV-Reporter von Franz Kick von der Knappnesia Sulzbach-Rosenberg angesprochen. Elf Jahre war er daraufhin Mitglied im Elferrat der FGK und mittlerweile ist er schon zwölf Jahre zuständig für die Pressearbeit und das Archiv im Landesverband Ostbayern. Gerne habe er dabei auch Delegationen begleitet, welche ihn schon bis ins Kanzleramt und die Münchener Staatskanzlei geführt haben.

Beiden Faschingsfans liege besonders die Jugendarbeit am Herzen und die Pflege des kulturellen Brauchtums. Aber auch soziales Engagement gehöre für sie dazu, wie Besuche in Altenheimen oder Auftritte bei Bällen der Behinderteneinrichtungen und ganz viel Integrationsarbeit.

Sie würden viel Wert darauf legen, dass von den Bambinigarden bis hin zur großen Garde nicht hauptsächlich Leistungssport mit Wettbewerbscharakter betrieben wird. Vielmehr solle dort Freude an der Bewegung und ein gutes soziales Miteinander gelebt werden. Auch dank der daraus resultierenden Anerkennung hätten die Garden in der Oberpfalz und Niederbayern derzeit kein Nachwuchsproblem, wenngleich der Lockdown auch hier für manche demotivierend war. Proben per WhatsApp und Video sind für einige eben doch nicht "das Nonplusultra", weiß Arthur Troidl, betont aber auch: "Der Fasching fällt nicht aus, er ist nur anders!" Er verweist auf manche gelungene Aktion. Eine kostümierte Schnitzeljagd für Kinder habe man in Neustadt organisiert und in Windischeschenbach gab es einen Wettbewerb für verkleidete Schneemänner. In Teißbach wagte man sich gar an eine live moderierte Ballnacht mit zugeschalteten Zuschauern in Faschingskostümen. Auch Youtube-Kanäle werden von Faschingsgesellschaften genutzt, um in Verbindung zu bleiben. Oft regiere noch das Prinzenpaar der vergangenen Saison oder man wählte ein neues, welches in der nächsten Saison weiter residieren wird.

Die Pandemie habe auch Positives mit sich gebracht. So wolle man künftig öfter Videokonferenzen abhalten, das würde derzeit sehr gut funktionieren und spare viel Energie sowie Zeit.

Corona-Fasching 2021 im Landkreis Amberg-Sulzbach

Amberg
Manfred Enders ist Pressereferent und Archivar des Verbands ostbayrischer Faschingsgesellschaften für die Oberpfalz und Niederbayern.

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