27.01.2021 - 08:53 Uhr
AmbergOberpfalz

Endlich genug Schnee im Kreis Amberg-Sulzbach, aber kein Skilift öffnet

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Ski und Rodel gut - das wäre die Botschaft, die jetzt für den gesamten Landkreis Amberg-Sulzbach gelten würde - wäre da nicht Corona. Ausgerechnet heuer dürfen die Skilifte nicht öffnen. Tristesse an den Talstationen.

Der Skilift in Freudenberg steht still. Normalerweise wegen Schneemangels. Heuer wegen Corona.
von Uli Piehler Kontakt Profil

"Schade", sagt der Freudenberger Bürgermeister Alwin Märkl. Schon seit einigen Tagen würde unter normalen Umständen die Seilbahn am Johannisberg surren. Sogar im Tal liegen etwa 30 Zentimeter Schnee, 150 Höhenmeter weiter oben sind es noch ein paar Zentimeter mehr. Ausgerechnet heuer, während die Skilifte in ganz Bayern wegen der Corona-Pandemie geschlossen bleiben müssen, "haut es so viel Schnee her", ärgert sich der Rathauschef. "Das ist schon nicht so schön für die Freunde des Skifahrens." Die Gemeinde habe den Lift wie jedes Jahr herrichten lassen, hätte ja sein können, dass Skifahren doch noch möglich ist. Da baumeln sie nun am Seil des Schlepplifts, die orangefarbenen Bügel - ungenutzt. Unter ihnen schichtet sich die prächtige Schneedecke auf.

Beitrag zum Kampf gegen die Pandemie

Doch so ungenutzt ist der Hang am Johannisberg gar nicht. "Es kommen täglich Familien, die mit Schlitten oder sogar Skiern den Berg hinaufmarschieren und dann herunterfahren", stellt der Bürgermeister fest. Besonders an den Wochenenden sei verstärkter Andrang zu beobachten. Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger hat ja in den vergangenen Tagen angeregt, die Lifte im Freistaat Anfang Februar zu öffnen. Märkl steht diesem Vorschlag skeptisch gegenüber. Er merke zwar, dass die Beschränkungen des öffentlichen Lebens immer mehr auf Unverständnis stoßen. "Aber wir sollten nicht vergessen: Die ganze Welt kämpft gegen eine Pandemie." Da sei es schon vernünftig, auf den dringenden Rat der Wissenschaft zu hören. Und dieser Rat sei eindeutig: Kontakte minimieren, sogar noch, wenn es nach einem Abflauen der Fallzahlen aussieht.

Auch in der Nachbargemeinde Schnaittenbach steht der Skilift still. Am Nordhang des Buchbergs, bei Sitzambuch, präsentiert sich gerade eine 700 Meter lange Abfahrt mit 40 Zentimeter Puderschnee-Auflage - weitgehend unberührt. Auch hier sind nur die Schlittenfahrer unterwegs und der eine oder andere, der sein Snowboard den Berg hinaufträgt, um dann ein kurzes Vergnügen bei der Abfahrt zu erleben.

Ansturm aus Nürnberg

Der Skilift in Etzelwang gehört nicht der Kommune, sondern dem Skiverein. Dem traut Bürgermeister Roman Berr durchaus ein Konzept zu, Infektionsschutz und Wintersport unter einen Hut zu bringen. "Vielleicht wäre es eine Möglichkeit, nur jeden zweiten Bügel zu besetzen", sagt Berr. Er erinnert sich an die vergangenen Wochenenden, als viele Ausflügler die verschneiten Hänge zum Rodeln oder Tourengehen aufgesucht haben. "Das hat schon so ausgesehen, als ob die Abstände eingehalten wurden." Berr gibt aber auch zu, dass ihm etwas mulmig wäre, wenn plötzlich der große Ansturm aus Nürnberg einsetzen würde.

Verein spart sich den TÜV

Traurig sind auch die Skifahrer in Unterweißenbach. Der kleine Lift des Skiclubs kann nicht in Betrieb gehen. „Wir haben schon in der ersten Dezemberwoche angespannt“, erzählt Vorsitzender Markus Hiltel. Jetzt wäre die Schneelage ideal, doch der Motor kann nicht angeworfen werden. Eigentlich wäre noch der TÜV zur technischen Überprüfung der Anlage gekommen. Rund 1600 Euro hätte das gekostet. Geld, das regelmäßig ausgegeben werden muss, aber in den Schnee-Wintern normalerweise wieder reinkommt. Aber Hiltel hat dem TÜV abgesagt, als der Lockdown verschärft wurde. „Der kostet ja auch was. Da war dann schon klar, dass das nichts mehr wird.“ Hiltel findet, dass ein Hygienekonzept beim Lifteln durchaus machbar wäre. Er sieht die ganzen Rodler, die jetzt an den Hang kommen. Viel Unterschied zum Skifahren ist da seiner Ansicht nach auch nicht.

In vielen Gemeinden des Landkreises Amberg-Sulzbach ist Langlaufen möglich

Schwend/Birgland
Info:

Skilifte im Landkreis Amberg-Sulzbach

  • Johannisberglift Freudenberg, zwei rund 600 Meter lange Abfahrten
  • Buchberg-Lift Sitzambuch, 700-Meter-Abfahrt
  • Brennberglift Etzelwang, zwei Abfahrten, 500 Meter lang
  • Skilift Unterweißenbach bei Vilseck, 200-Meter-Abfahrt
  • Skilift Eschenfelden, 400 Meter lange Abfahrt
  • Skilift Mertenberg seit 2018 geschlossen
  • Skilift Habres seit 2015 geschlossen
Skivergnügen am Buchberg: Dieses Bild vom Skilift in Sitzambuch entstand kurz nach Weihnachten 2010.

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