22.10.2020 - 16:27 Uhr
AmbergOberpfalz

Drei Amberger Gymnasien einig: Maske darf bei Schulaufgaben runter

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Das Gregor-Mendel-, Erasmus- und Max-Reger-Gymnasium in Amberg haben einen Weg gefunden, Schülern in Corona-Zeiten den Alltag zumindest etwas zu erleichtern. Bei Schulaufgaben muss ab sofort keine Maske mehr getragen werden.

An drei Amberger Gymnasien dürfen die Schüler künftig auf die Maske verzichten. Erlaubt ist das aber nur während der Schulaufgaben.
von Thomas Kosarew Kontakt Profil

An allen weiterführenden Schulen besteht wegen der Corona-Pandemie im Unterricht Maskenpflicht. Das gilt natürlich auch für Amberg und seine Gymnasien. Peter Welnhofer vom Gregor-Mendel-Gymnasium, Karl Bösl (Erasmus-Gymnasium) und Georg Meyer (Max Reger-Gymnasium) achten täglich darauf, dass sich die Kinder und Jugendlichen daran halten.

Aber die drei Schulleiter haben sich auch die aktuelle Infektionsschutzmaßnahmenverordnung genau angesehen und dabei entdeckt, dass es "einen kleinen Spielraum" gibt, wie es Bösl in einem in dieser Woche verschickten E-Mail an die Eltern nennt. In Paragraf 18, Artikel 2, Satz 1b stehe zu lesen, dass Schülern tatsächlich auch ohne ärztlichem Attest erlaubt werden kann, den Mund-Nase-Schutz zu entfernen. Es müssten "schulorganisatorische oder zwingende pädagogisch-didaktische Gründe" vorliegen.

Bei "großen Leistungsnachweisen"

Diese Passage interpretieren Welnhofer, Bösl und Meyer so, "dass bei großen Leistungsnachweisen das Abnehmen der Masken für einen begrenzten Zeitraum gestattet werden kann". Soll heißen: Nur bei Schulaufgaben, die wie im Fach Deutsch bis zu drei Stunden dauern können, dürfen die Masken runter. "Ich glaube nicht, dass wir die Kinder dadurch gefährden oder eine Verordnung brechen", sagt Welnhofer, der das gemeinsame Vorgehen der drei Gymnasien auch damit begründet, dass der 7-Tage-Inzidenzwert in der Region bei weitem nicht so hoch sei wie in anderen Landstrichen. Wiederholt habe es zudem Klagen von Eltern gegeben, die behaupteten, ihre Kinder würden unter der Maskenpflicht gesundheitlich leiden. Welnhofer spricht in diesem Zusammenhang von Kreislaufproblemen, Kopfweh und Übelkeit. Die zeitlich begrenzte Aufhebung der Maskenpflicht habe also noch einen Vorteil: Schüler könnten nicht mehr argumentieren, ihre schlechte Note sei auf den Mund-Nase-Schutz zurückzuführen. Die Vereinbarung gelte nicht für alle Schulen in Amberg, sondern nur für die drei erwähnten Gymnasien.

Nicht mit München abgesprochen

Welnhofer war zuvor aufgefallen, dass der betreffende Absatz der Infektionsschutzmaßnahmenverordnung, in dem die möglichen Maskenpflicht-Ausnahmen beschrieben sind, auf die Fächer Musik, Sport und Experimente bezogen war. Dieser Passus fehle aber in der aktuellen Variante. Welnhofer schlussfolgert: "Dann ist das aus meiner Sicht auf alle Fächer anwendbar." Auf die Frage, ob die drei Schulleiter ihren Schritt mit dem Kultusministerium in München abgesprochen haben, antwortet der GMG-Chef: "In diesem Fall nicht. Denn ich denke nicht, dass wir hier etwas verbiegen, sondern nur den Spielraum nutzen, den die Verordnung zulässt."

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