17.09.2019 - 16:23 Uhr
AmbergOberpfalz

Diskussion um Bergwirtschaft ist noch nicht vorbei

Unser Fakten-Check zur Sanierung und Erweiterung der Bergwirtschaft hat viele Unklarheiten zu diesem Projekt beseitigt. Ganz zufrieden sind aber noch nicht alle - insbesondere die IG "Unser Berg" legt noch einmal kritisch nach.

Die Bergwirtschaft am Mariahilfberg sorgt für lebhafte Diskussionen in der Stadt Amberg. Jetzt hat die IG Unser Berg mit einer Stellungnahme auf den Fakten-Check von Oberpfalz-Medien reagiert.
von Andreas Ascherl Kontakt Profil

Während die eine Interessengemeinschaft, die IG Unser Berg, schriftlich auf mehreren Seiten ihre Unzufriedenheit mit dem Inhalt der AZ-Berichterstattung vom Samstag kundtut, hat sich die andere Interessensgemeinschaft, die IG Menschengerechte Stadt, nun eindeutig positioniert. "Bis auf weiteres hat sich der Vorstand der IG Menschengerechte Stadt dazu entschlossen, sich auf eine neutrale, aber beobachtende Position in Sachen Umbau bei der Bergwirtschaft zurückzuziehen. Die Unterschriftenlisten gegen das Projekt der IG Unser Berg werden bei uns am Vilskiosk nicht mehr weiter ausgelegt", schreibt die IG auf ihrer Facebook-Seite (alle Stellungnahmen am Ende dieser Seite). Ihre kritische Sicht will die Menschengerechte Stadt nichtsdestotrotz auch in dieser Angelegenheit beibehalten. Insbesondere das Thema Lärmentwicklung durch vermehrte Feiertätigkeit bleibt im Fokus der Gruppierung. Die auf der anderen Seite betont, durch die Einleitung einer förmlichen Bauleitplanung und die umfangreichen Erklärungen von Architekt Georg Zunner im AZ/OM-Fakten-Check sehe die IG viele Fragen hinreichend beantwortet und die Mitwirkung der Bürger garantiert.

Lesen Sie auch: "Am Mariahilfberg soll größte Transparenz herrschen"

Amberg

Ausgerechnet die ausführlichen Einlassungen von Zunner, der ja für die Planung der Maßnahme verantwortlich zeichnet, stoßen der IG Unser Berg sauer auf. In einer offiziellen Stellungnahme der Gruppe dazu heißt es, es wundere die IG Unser Berg doch sehr, dass Georg Zunner umfangreiche Auskünfte geben könne. Das, nachdem die Stadt auf Anfrage der IG geantwortet habe, es dauere noch, bis ihre Fragen ausführlich beantwortet werden könnten. "Generell wurden auch die von der IG Unser Berg gestellten Fragen nicht wirklich beantwortet", heißt es in der Stellungnahme, die wir im Internet abdrucken. Einstimmig hatte sich hingegen der Stadtrat für das Sanierungskonzept der Bergwirtschaft ausgesprochen.

Entsprechend fallen auch die Statements der Parteien aus, die sich ebenfalls in voller Länge im Internet-Auftritt von Onetz finden. Unter anderem heißt es von der CSU-Fraktion darin: Um die Bergwirtschaft dauerhaft zu erhalten, sei eine Sanierung dringend notwendig: Allen Bergbesuchern, wie Kirchenbesuchern, Spaziergängern, Ausflüglern und Pilgern stünden dann auch eine barrierefreie geräumige Toilettenanlage und großzügige Außenflächen mit einem Panorama-Blick auf die Stadt Amberg zur Verfügung.

Amberg

"Die SPD-Fraktion steht jedoch einstimmig hinter der bereits gemachten Grundsatzentscheidung, dass die Bergwirtschaft renoviert werden soll, im Rahmen der baugesetzlichen Rahmenbedingungen, im Rahmen dessen, was rechtlich eben dort in diesem Einzelfall möglich ist", schreibt unter anderem SPD-Fraktionsvorsitzende Birgit Fruth. Sie mahnt allerdings generell an, höchste Transparenz beim Verfahren zu wahren. Eher kritisch hingegen äußert sich die neue Fraktion "Für Amberg". Unter anderem findet die SPD-Abspaltung den Saal-Neubau als möglicherweise problematisch hinsichtlich der Lärmimmission.

"Unser Berg" unzufrieden

Allerdings - das muss eingeschränkt werden - stammt diese Stellungnahme aus der Zeit vor Bekanntgabe des Starts einer förmlichen Bauleitplanung, mit der OB Michael Cerny die Meinung der Bürger ins Boot holen will. Durch diese Bauleitplanung, die so ähnlich funktioniert wie ein Bebauungsplan, wird den Bürgern per Auslegung die Möglichkeit eröffnet, alle offenen Fragen zum Vorhaben schriftlich zu stellen.

Diese und die Antworten dazu müssen dann auch als Abwägung ins Planungsverfahren einfließen. Ein weiterer Vorteil einer Bauleitplanung: Das Projekt wird hier von Anfang bis Ende erfasst. Nachträgliche "Überraschungen" - beispielsweise eine neue Feuerwehrzufahrt, wie es von den Kritikern vermutet wird - sind dann nicht möglich.

Keine Überraschungen

Der Fakten-Check im Video

Presseerklärung der Stadt Amberg zur Bergwirtschaft

Stellungnahme der IG Unser Berg

Stellungnahme der IG Menschengerechte Stadt

Stellungnahme der CSU-Fraktion

Stellungnahme der SPD-Fraktion

Stellungnahme der Fraktion Für Amberg

Stellungnahme der Freien Wähler

Stellungnahme der Grünen-Stadtratsfraktion

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Aktuell und Wissenswert

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.