08.07.2020 - 16:39 Uhr
AmbergOberpfalz

Dirt-Park in Amberg wird reaktiviert

Es tut sich was auf dem Dirt-Park, dessen Reaktivierung die SPD-Fraktion im Oktober 2019 beantragt hat. Dort sind Mountainbiker ausdrücklich erwünscht. Mit jenen, die wild am Mariahilfberg fahren, will die Stadt das Gespräch suchen.

Erdhügel und Sprungschanzen machen einen Dirt-Park aus.
von Kristina Sandig Kontakt Profil

Bei der Sitzung des Schul- und Sportausschusses am Dienstagnachmittag im großen Rathaussaal gab Fabian Kern als zuständiger Referent einen kurzen Bericht zum Dirt-Park auf dem Landesgartenschaugelände. Dieser war bereits 2008 eingerichtet worden, damit sich dort jugendliche Biker austoben konnten. Allerdings wuchs er im Laufe der Jahre zu, weshalb die SPD-Stadtratsfraktion im Herbst 2019 seine Reaktivierung beantragt hatte.

SPD-Antrag zum Dirt-Park

Amberg

Laut Kern sei eine Baufirma mit den Baggerarbeiten für die Erdhügel beauftragt worden. Aufgestellt worden sei zudem ein Schuppen für Material. Zum Unterhalt des Dirt-Parks sagte der Referent für Kultur, Schulen und Sport, dass sich Jugendliche bereit erklärt hätten, sich aktiv zu beteiligen. Kern bezeichnete den Dirt-Park als Akzeptanzfläche für Mountainbiker, verhehlte aber nicht, dass andererseits Mountainbiker auch Probleme am Mariahilfberg und am Erzberg machten. Dies hatte dieser Tage auch der städtische Förster Martin Seits beklagt.

Über die Unvernunft im Wald

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Laut Kern ist dies aber kein spezielles Amberger Problem. Er verwies im Ausschuss auf die Stadt Nürnberg. Dort gebe es ähnliche Probleme im Reichswald. Kern kündigte ein konstruktives Gespräch mit den Moutainbikern an, einen Termin dafür werde es "vielleicht noch in den Sommerferien" geben. Ziel sei eine gemeinsame Lösung. "Ich hoffe, dass wir einen guten Weg finden werden." CSU-Stadtrat Thomas Bärthlein erklärte, dass auch der TV Amberg Erdmaterial für den Dirt-Park zur Verfügung gestellt habe. Außerdem dankte er ausdrücklich Bernhard Frank (Stadtentwicklungsamt): "Er ist mit Inbrunst dabei, er macht das klasse." Wissen wollte Bärthlein, wie es mit der Haftpflicht sei. Passiere auf dem Dirt-Park etwas, sei dann der TV Amberg oder die Stadt in der Haftung. Oder reiche es, ein Schild "Benutzung auf eigene Gefahr" aufzustellen? Dieser Punkt werde noch geklärt, so Schul- und Sportamtsleiter Bernhard Scheidig. "Dieses Thema haben wir an unseren Rechtsreferenten weitergegeben."

SPD-Stadträtin Simone Böhm-Donhauser freute sich, dass sich der Wunsch der SPD, der zugleich ihr persönlicher sei, erfüllt habe. "Das ist eine ganz tolle Sache", urteilte sie über den Dirt-Park. Diesbezüglich stimmte ihr Freie-Wähler-Stadtrat Manuel Werthner zu. "Eine super Sache für die, die nur Schanzen fahren wollen." Andere Mountainbiker wiederum wollen Touren fahren, hielten nach schönen Pfaden Ausschau. "Wie kann man verhindern, dass trotz des Dirt-Parks auf dem Mariahilfberg oder dem Erzberg noch wild gefahren wird?", fragte er sich. Da könne man nur individuell fahrende Mountainbiker an das Verständnis für das Naturschutzgebiet appellieren, antwortete Kern, der im Dirt-Park eine "gewisse Alternative" sah. "Was teilweise in den Wald reingezimmert wird, ist schon sehr abenteuerlich und tut der Natur nicht gut", betonte Bürgermeister Martin Preuß, der die Sitzung leitete. Dennoch fand er es gut, dass "nicht gleich mit der Verbotskeule ausgeholt wird". Auch er appellierte an die Vernunft, das Naturschutzgebiet als solches zu sehen.

Den Dirt-Park in Amberg gibt es seit 2008. Allerdings verwilderte er im Laufe der Jahre, wurde aber auf Antrag der SPD-Stadtratsfraktion reaktiviert.
Der Dirt-Park in Amberg befindet sich auf dem ehemaligen Landesgartenschaugelände in der Nähe des interkulturellen Gartens.
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