23.11.2020 - 16:57 Uhr
AmbergOberpfalz

Corona in Amberg und Amberg-Sulzbach: "Das ist leider keine erfreuliche Situation"

Der Amberg-Sulzbacher Gesundheitsamtsleiter Dr. Roland Brey ist besorgt: Corona tritt wieder verstärkt in Seniorenheimen auf. Es sind sowohl Personal als auch Bewohner betroffen.

In der Stadt Amberg und im Landkreis Amberg-Sulzbach steigen die Zahlen der Corona-Infizierten weiter.
von Kristina Sandig Kontakt Profil

Eine Zunahme um sieben Fälle auf insgesamt 414 für die Stadt Amberg, ein Plus von 29 und damit insgesamt 1244 Corona-Infektionen im Landkreis Amberg-Sulzbach seit Pandemiebeginn: Diese Zahlen weist das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit mit Sitz in Erlangen am Montagmorgen, 8 Uhr, für die Region aus. "Das ist leider keine erfreuliche Situation", kommentiert Dr. Roland Brey die Zunahme. Das Infektionsgeschehen in Stadt und Landkreis sei nach wie vor diffus, die Belegungszahlen der Krankenhäuser nehmen zu.

Was für den Leiter des Amberger Gesundheitsamtes besonders besorgniserregend ist: Das Virus verbreitet sich wieder vermehrt in Seniorenheimen, sowohl beim Personal als auch bei den Bewohnern. Reihentestungen in diesen Einrichtungen hätten viele positive Fälle ergeben. Gerade für ältere, geschwächte und vorerkrankte Menschen sei das Virus eine große Gefahr, sagt Brey und verweist darauf, dass es am Freitag einen weiteren Todesfall in Zusammenhang mit Covid-19 gegeben hat.

"Wir kommen kaum hinterher"

"Die Welle ist voll da, die Lage ist nicht gut", erklärt Brey. Angesichts der vielen Meldungen von Infizierten habe die Behörde große Mühe, Schritt halten zu können. Hinter dem Personal des Gesundheitsamts liegt erneut ein arbeitsreiches Wochenende - mit Fallermittlungen und Quarantäneanordnungen. "Wir kommen kaum noch hinterher", sagt Brey. Ende Oktober waren die Corona-Neuinfektionen in der Region auf einem niedrigem Level gewesen. Der Landkreis war damals sogar der einzige "grüne Fleck" auf der bayerischen Coronavirus-Karte: eine Sieben-Tage-Inzidenz pro 100 000 Einwohner von unter 35, während der Rest des Freistaats Rot beziehungsweise schon Dunkelrot eingefärbt war. Aktuell habe man eine Sieben-Tage-Inzidenz von um die 190, so Brey. Das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit weist in seiner Statistik einen Wert von 189,54 für Amberg und 192,14 für den Landkreis aus.

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Wenngleich laut Brey ein bisschen ein Rückgang zu verzeichnen ist, so mache sich der Lockdown light momentan noch nicht so stark bemerkbar. Aktuell sind im Einzugsgebiet des Amberger Gesundheitsamts fünf Schulklassen in Quarantäne. Brey appelliert nochmals an die Bürger, die Corona-Regeln zu beherzigen: Abstand halten, Maske tragen (wenn es nicht möglich ist, Abstand zu halten) und Kontakte runterschrauben. Nur so lasse sich die Virus-Verbreitung eindämmen. "Es kann jeden Tag überall was passieren", sagt er angesichts der aktuellen Lage. Gefordert sei Disziplin: "Das Verhalten der Bürger spielt eine ganz entscheidende Rolle."

Viele Einschränkungen

Brey will gar nicht verhehlen, dass jeder Einzelne von den Einschränkungen betroffen ist. Man müsse bei Kontakten mit Familie oder Freunden Abstriche machen, Fitnessstudios und Restaurants sind geschlossen, das Vereinsleben fällt flach. "Das ist schon vieles, was momentan lahmgelegt wird."

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