30.11.2020 - 18:53 Uhr
AmbergOberpfalz

Corona: Altenheime jetzt der Brennpunkt in Amberg-Sulzbach

Nach den am Sonntag nicht in die offizielle Statistik eingerechneten Corona-Neuinfektionen tauchen dort am Montag gleich 62 Fälle für Amberg und Amberg-Sulzbach zusammen auf. Die stellen trotzdem einen Hoffnungsschimmer dar.

Corona-Schnelltests wie der hier abgebildete sind jetzt an die Altenheime in der Region verteilt worden, um dort Infektionen mit dem Virus innerhalb weniger Minuten feststellen zu können und so eine weitere Ausbreitung zu verhindern.
von Markus Müller Kontakt Profil

Dass auf der Homepage des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) am Sonntag keine Coronawerte für die Stadt Amberg und den Landkreis Amberg-Sulzbach verzeichnet waren, lag nicht am örtlichen Gesundheitsamt, sagte dessen Leiter Dr. Roland Brey am Montag auf AZ-Nachfrage: „Wir übermitteln unsere Zahlen täglich an das LGL und haben das auch am Wochenende getan.“ Allerdings könne man in der großen Übersicht immer wieder feststellen, dass für einzelne Kreise keine neue Daten eingetragen seien. Am Montag war das etwa für Nürnberg, Bayreuth oder Landshut der Fall.

Zu den am Sonntag fehlenden Coronawerten für Amberg und Amberg-Sulzbach

Amberg

Was am Sonntag fehlte, tauchte jedenfalls am Montag zusammen mit den neuen Werten auf. In der Summe waren das 7 weitere Fälle in Amberg (gesamt: 479) und 55 im Landkreis (gesamt: 1454). Das bedeutet für die Stadt eine 7-Tage-Inzidenz von 154 (-31 im Vergleich zum Samstag) und für den Landkreis eine von 199 (-8). „Die Tendenz ist erfreulicherweise rückläufig“, sagt Medizinaldirektor Brey dazu. Das sei ein Hoffnungsschimmer, aber man müsse erst abwarten, ob sich das so fortsetze: „Wir haben ja immer den Wochenend-Effekt, weil da nicht so viel getestet wird.“ Insofern müsse man das über einen längeren Zeitraum im Blick behalten.

„Aber wir hoffen natürlich, dass sich in diesen Zahlen widerspiegelt, dass die Maßnahmen jetzt greifen.“ Und dass die Welle, die in anderen Landkreisen schon früher mit großer Wucht durchlief, jetzt auch in der Region wieder am Abflauen ist.

Vier weitere Todesfälle in Heimen

Was der Welle immer mit etwas Verzögerung folgt, sind die Todesfälle. Einer wurde am Samstag gemeldet; gleich vier bestätigte werden es am Dienstag sein. „Die kommen jetzt aus den Altenheimen“, nennt Brey den aktuellen Brennpunkt des Geschehens. Wobei in Amberg nur ein paar einzelne Fälle in wenigen Heimen aufträten. Im Landkreis seien es deutlich mehr; drei Heime wiesen sogar eine zweistellige Fallzahl auf. „Und bei Senioren kann sich der Zustand schnell verschlechtern, wenn sie mit dem Virus infiziert sind.“

Damit nicht noch mehr Infektionen in die Heime gelangen, hat der Freistaat an all diese Einrichtungen je nach ihrer Bewohnerzahl Schnelltests verteilt, mit denen sie ihre Besucher auf das Virus untersuchen können. Ihr Vorteil: Innerhalb von wenigen Minuten liegt ein Ergebnis vor. „Aber das ist halt nicht ganz so zuverlässig wie beim PCR-Test“, erläutert Brey. Wer stärker infektiös sei, könne damit aber ganz gut rausgefiltert werden. Und wo der Schnelltest ein positives Ergebnis zeige, müsse ohnehin zwingend ein PCR-Test folgen.

Viele Positive ohne Symptome

Unter den Corona-positiven Mitarbeitern von Heimen sind laut Brey viele ohne Symptome. „Sie fallen aber trotzdem aus, was dann zusätzliche Personalprobleme verursacht.“ Da habe man als Amt aber keinen Spielraum; es sei vorgeschrieben, dass sie nicht arbeiten dürfen.

Wie es in der Praxis mit der Umstellung der Schulen auf einen verpflichtenden Wechsel von Präsenz- und Distanzunterricht ab einer bestimmten Inzidenz ausschaut, kann Brey mangels offizieller Vorgaben derzeit noch nicht sagen. Er weiß aber, dass einige Schulen in der Region dieses Wechselmodell vorsorglich von sich aus eingeführt hätten, vor allem weiterführende, an denen es bereits Coronainfektionen gegeben habe.

AZ-Redakteur Markus Müller kommentiert die lokalen Coronawerte mit Blick auf Weihnachten

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