26.11.2020 - 16:18 Uhr
AmbergOberpfalz

Chef der Amberger Gewerbebau vorsichtig optimistisch in Sachen Corona

An sich hätte in der letzten Stadtratssitzung der Geschäftsbericht 2019 der Gewerbebau GmbH angestanden. Doch Karlheinz Brandelik, der Chef der städtischen Tochter, zog eine vorläufige Bilanz über Corona und unsere (Wirtschafts)welt.

Es ist vor allem die Gastronomie, die am wiederholten Corona-Lockdown zu knappern hat. Die städtische Gewerbebau GmbH hat hier verschiedene Aktionen gestartet, um den Wirten zu helfen.
von Andreas Ascherl Kontakt Profil

Anstelle der Geschäftsbilanz für 2019 gab es in der Stadtratssitzung die Bilanz des Coronajahres 2020 aus Sicht der lokalen Wirtschaft. Karlheinz Brandelik, Geschäftsführer der städtischen Gewerbebau GmbH, konnte im Prinzip aber auch nichts anderes sagen, als was wir alle schon wissen. Auch in Amberg gab es im Frühjahr einen harten Corona-Einschnitt für die Wirtschaft. Produktionsketten brachen auseinander, Logistik funktionierte nicht mehr, in Folge ging die Produktion drastisch zurück. Und zwar in Bayern um fast ein Drittel.

Von dieser Entwicklung war der IHK-Kammerbezirk Oberpfalz/Kelheim ebenso betroffen wie auch die Stadt Amberg und der Landkreis. Die an sich sehr gute Geschäftslage brach von einem Tag auf den anderen ein und erholte sich den Sommer über nur sehr langsam. Welche Folgen der jetzigen Teil-Lockdown auf diese Entwicklung haben wird, konnte Brandelik überhaupt nicht abschätzen. Seine Organisation, die Gewerbebau, habe sofort die Notwendigkeit erkannt, den örtlichen Unternehmen unter die Arme zu greifen. Beispielsweise über die noch am Tag nach dem Lockdown eingerichtete Hotline, die bis zum heutigen Tag wertvolle Tipps und Hilfestellungen gebe.

Mehr Infos aus der Stadtratssitzung

Amberg

Auch 2021 Kurzarbeit geplant

Leider sei in diesem Zusammenhang auch die Arbeitslosenquote in Amberg nach oben geklettert, erläuterte Karlheinz Brandelik. Habe sie Ende 2019 noch bei knapp über vier Prozent gelegen, sei sie auf mittlerweile 5,2 Prozent nach oben gegangen. Von den 23 größten Unternehmen in der Stadt haben 2020 laut Brandelik 70 Prozent zum Mittel der Kurzarbeit greifen müssen, mehr als ein Drittel der großen Amberger Firmen rechne schon jetzt fest damit, auch 2021 kurz arbeiten zu müssen. Der Rest wisse es aktuell noch nicht.

Karlheinz Brandelik hatte aber nicht nur schlecht Kunde dabei. Corona habe viel Solidarität und schnelles Handeln mit sich gebracht. Er nannte hier als Beispiel die völlig unkomplizierte Umsetzung des Gastronomiekonzepts für die Innenstadt, das den Wirten über den Sommer und Herbst geholfen hat. Ein Erfolg sei auch die von der Gewerbebau initiierte Plattform "Amberg hilft" gewesen. Mehr als 25 000 Besucher und über 100 000 Aufrufe könne man verzeichnen.

Über das damit verbundene Gutscheinportal seien immerhin 10 000 Euro Umsatz generiert worden. Ein großer Erfolg sei das gemeinsam mit Round Table aufgelegte Amberger Gastronomie-Quartett gewesen, bei dem jede einzelne Karte ein Rabatt-Coupon für eine Gaststätte sei. Round Table habe aus dem Erlös sogar eine Spende machen können, die zweite Auflage sei ebenfalls finanziell gesichert.

"Diese Stadt hat schon andere Krisen und Seuchen überstanden", zeigte CSU-Fraktionsvorsitzender Matthias Schöberl trotz der aktuellen Situation eine gewisse Hoffnung auf. Trotzdem sei die Existenzangst aus dem Frühjahr zurück, im Moment befalle alle - inklusive Stadtrat - eine gewisse Ratlosigkeit, was zu tun sei. Tanja Dandorfer (Amberger Bunt) lobte wie alle Fraktionen die Arbeit der Gewerbebau. Sie bat aber darum, die kleinen Kulturunternehmer nicht zu vergessen, die besonders hart unter der Pandemie leiden.

Schon jetzt weiß rund ein Drittel der 23 größten Unternehmen in der Stadt, dass sie auch im kommenden Jahr wieder Kurzarbeit anmelden werden.

Für Sie empfohlen

 

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.