26.04.2021 - 11:11 Uhr
AmbergOberpfalz

Bruder Konrad als Pförtner wieder in Kirche St. Konrad zu sehen

Das Leben von Bruder Konrad scheint auf den ersten Blick unspektakulär. Als Pförtner des Kapuzinerklosters in Altötting leistete er 41 Jahre treue Dienste. Aber es hat einen Grund, warum er in Amberg in einer Jahreskrippe zu sehen ist.

Werner Scheibl freut sich über die gelungene Krippenszene, die eine detailgetreue Nachbildung der Klosterpforte des damaligen St.-Anna-Klosters in Altötting zeigt. Bruder Konrad hat dort 41 Jahre seinen Dienst getan.
von Adele SchützProfil

Durch seine aufopfernde, menschenfreundliche und fromme Art erwarb sich Bruder Konrad bei Wallfahrern und Mitbrüdern Respekt, Anerkennung und Verehrung. 1934 wurde Bruder Konrad von Parzham heiliggesprochen. Er ist der sympathische Alltagsheilige schlechthin. Als Johann Birndorfer erblickte er als elftes von zwölf Kindern von Bartholomäus und Gertraud Birndorfer auf dem elterlichen Weiler in Parzham das Licht der Welt. Schon als Kind hatte er den Wunsch, ins Kloster zu gehen. Erst mit 31 konnte er sich diesen erfüllen: 1852 trat er ins Kapuziner-Kloster St. Anna in Altötting ein. Bruder Konrad traf in seiner Zuwendung gegenüber den Besuchern des Klosters keine Unterscheidungen. Ob mittellose Handwerksburschen auf der Walz, hungrige Kinder oder Menschen in seelischer Not: Er behandelte alle mit großer Liebe und demselben Respekt.

Auch auf Werner Scheibl aus der Ammersrichter Pfarrei St. Konrad, der sich seit 20 Jahren der Jahreskrippe in der Konradkirche annimmt, übt dieser Heilige eine besondere Faszination aus. So beschloss er, Bruder Konrad eine eigene Szene in der Jahreskrippe zu widmen, die stets um dessen Gedenktag und zum Patrozinium der Kirche am 21. April aufgebaut wird. Eingeweiht wurde diese Szene am 17. Juli 2005 vom damaligen Pfarrer Konrad Sigl.

„Mit Fotoapparat und Meterstab ausgestattet bin ich damals nach Altötting in das Kapuzinerkloster gefahren, um eine Szene mit Bruder Konrad an seinem Wirkungsort in der Klosterpforte detailgetreu nachzubauen“, erinnert sich Werner Scheibl. Aufgrund seines Engagements für Bruder Konrad bekam er von den Klosterbrüdern eine originale Dachschindel vom Geburtshaus des Alltagsheiligen zum Abschluss seines Besuchs geschenkt. Den Bruder Konrad und die Figuren der Pfortenbesucher ließ Scheibl anhand seiner Bilder von einem Krippenschnitzer in Südtirol als Handarbeit fertigen. Die Pförtnerstube baute er mit viel Liebe zum Detail anhand seiner Bilder nach. Dass die Darstellung der Szene richtig gut gelungen und ein Blickfang für die Kirchenbesucher nicht nur zum Patroziniumsfest ist, davon kann man sich dieser Tage selbst überzeugen.

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