10.09.2020 - 12:02 Uhr
AmbergOberpfalz

Brandstiftungen in Amberg: Anklage gegen 52-Jährigen erhoben

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Die Staatsanwaltschaft hat ihre Nachforschungen abgeschlossen und Anklage gegen einen 52-jährigen Amberger erhoben. Dem Mann wird eine Reihe von vorsätzlichen Brandstiftungen im Dreifaltigkeitsviertel vorgeworfen.

Der Flachbau einer Auto-Service-Firma brannte in der Nacht auf 1. April 2020 in Amberg in der Hans-Sachs-Straße völlig aus.
von Autor HWOProfil

Die Ermittlungen sind beendet, der Prozess gegen den Brandstifter, der im Frühjahr das Amberger Dreifaltigkeitsviertel in Atem gehalten hat, steht bevor. Das teilte die Staatsanwaltschaft auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien mit. Die Serie begann heuer am 23. März. Sie konzentrierte sich auf Objekte wie Mülltonnen, abgestellte Fahrzeuge und Container rings um die Dreifaltigkeitskirche. Während die Feuerwehr wiederholt zu Löscheinsätzen gerufen wurde, gründete die Kriminalpolizei eine eigene Ermittlungsgruppe, legten sich zivile Fahnder auf die Lauer. Doch der Brandstifter war zunächst nicht zu fassen.

In der Nacht zum 1. April wurde unweit des Gregor-Mendel-Gymnasiums ein Reifenstapel angezündet. Als alarmierte Einsatzkräfte eintrafen, hatten die Flammen bereits auf ein unmittelbar in der Nähe stehendes Autohaus übergegriffen. Obgleich daraufhin Großalarm ausgelöst wurde, konnte die Amberger Feuerwehr nicht mehr verhindern, dass das Gebäude unbrauchbar wurde. Totalschaden musste auch an mehreren darin stehenden Fahrzeugen registriert werden. Die vernichteten Sachwerte schätzte man später auf eine halbe Million Euro. Der Eigentümer wurde durch das Ereignis in ein finanzielles Fiasko gebracht.

Auch danach bekamen die ermittelnden Behörden trotz umfangreicher Öffentlichkeitsfahndung zunächst keine Spur vom Täter. Was folgte, waren weitere Brandlegungen. Erst Ende April setzte eine Beobachtung der Serie ein Ende. Polizeibeamte entdeckten nachts während einer Fußstreife an der Moritzstraße den Brand einer Mülltonne und sahen einen Mann, den sie bis zu seiner im Dreifaltigkeitsviertel liegenden Wohnung verfolgten. Dort nahmen die Fahnder den 52-Jährigen fest. Damit war ein finaler Strich unter das unheilvolle Treiben gezogen.

Der Verdächtige habe ein Teilgeständnis abgelegt, hieß es in einer Anfang Mai herausgegebenen Pressemitteilung der Polizei. Den 52-Jährigen, in dessen Wohnung ein Anbau von Hanfpflanzen zur Gewinnung von Cannabisprodukten gefunden wurde, nahm ein Ermittlungsrichter in Untersuchungshaft. Dort sitzt er noch immer und wartet auf seinen Prozess.

Ihre nun erhobene Anklage hat die Staatsanwaltschaft samt aller Ermittlungsakten der Ersten Strafkammer beim Landgericht zugeleitet. Diese oberste Instanz im Landgerichtsbezirk hat den Fall an sich gezogen. Das geschah nicht zuletzt wegen der öffentlichen Bedeutung der Brandstiftungsserie. Die Vorgänge hatten über viele Wochen hinweg für Unruhe und Aufregung ganz besonders bei den Bewohnern des Dreifaltigkeitsviertels gesorgt.

Ein Prozesstermin steht noch nicht fest. Das Verfahren dürfte aber noch heuer beginnen. Dabei wird auch ein medizinischer Gutachter das Wort erhalten. Dem Vernehmen nach wurde der 52-Jährige im Verlauf der Ermittlungen psychiatrisch untersucht.

Aufregung im Amberger Dreifaltigkeitsviertel

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Wirtschaftliches Fiasko für den Brandleider

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