26.10.2021 - 16:56 Uhr
AmbergOberpfalz

Ambergs Oberbürgermeister bremst Erwartungen bei Bürgerspital-Areal

Nur wenige Wochen nach dem Bürgerentscheid in Sachen Bürgerspital-Areal ist die Erwartungshaltung bei vielen Ambergern groß, was dort gebaut wird. Doch zunächst gilt es, viele Vorarbeiten zu erledigen.

Noch liegt das Bürgerspital-Areal an der Bahnhofstraße brach. Das wird wohl noch eine Zeitlang so bleiben, weil laut OB Michael Cerny zunächst umfangreiche Vorplanungen notwendig sind.
von Andreas Ascherl Kontakt Profil

Wie geht es nach dem Bürgerentscheid weiter auf dem Bürgerspital-Areal? Martin Frey, der Fraktionsvorsitzende der Liste Amberg, stellte am Montagabend im Stadtrat die Frage, die wohl alle interessierte. "Wir können natürlich drei Wochen nach dem Bürgerentscheid noch keine Ergebnisse vorlegen", bremste Oberbürgermeister Michael Cerny allzu große Erwartungen ein. "Zunächst müssen wir den vom Bürgerentscheid verordneten Stopp des bisherigen Verfahrens abarbeiten", stieg Cerny trotzdem in die grobe Zeitplanung ein. Das sollte bis zum Ende des Jahres vollzogen werden. Schließlich müsse das ja im Einklang mit dem bisherigen Investor Ten Brinke passieren.

Bis zum Jahresende will der Oberbürgermeister möglichst auch schon in die Bürgerbeteiligung eingestiegen sein, die der Bürgerentscheid ja ebenfalls vorgegeben hat. "Dieser Beschluss, so kurz er auch sein mag, gibt uns sehr viele Aufgaben", so Cerny weiter. Grundsätzlich müsse man sich im neuen Verfahren über die Zielsetzung der Planung unterhalten. Wohin geht die Reise? Was will der Stadtrat, was wollen die Bürger? Gelten das Einzelhandelskonzept oder der ISEK-Prozess noch als verlässliche Basis für die Planungen? Und vor allem müsse man sich überlegen: "Was hilft dieser Stadt in der Zukunft?"

Stadt Amberg nicht als Bauherr

Auf keinen Fall, so Cerny, kann die Stadt Amberg als Bauherr auftreten. Man benötige jemanden, der hier investieren will. Darauf muss die Planung nach Ansicht des Oberbürgermeister letztlich schon Rücksicht nehmen. Das alles umzusetzen wird seiner Einschätzung nach Zeit brauchen. Mehr Zeit, als sich vielleicht mancher vorstellen kann. "Bürgerbeteiligung ist ja auch Bürgerinformation", machte Cerny deutlich, dass selbst dieser Prozess einen gewissen Zeitrahmen in Anspruch nehmen wird. "Außerdem brauchen wir entsprechende Gutachten", so Cerny.

Wobei man natürlich genau hinschauen müsse, was von den bisherigen Planungen und Gutachten weiterhin verwendet werden kann. Am Ende muss seiner Einschätzung nach ein Ergebnis stehen, mit dem man arbeiten kann. "Wichtig ist, dass der Prozess ergibt, wie es aussehen soll. Damit der Investor weiß, was er machen soll." Man könne sich ja als eine Art "Benchmark" vornehmen, schneller zu sein als die Stadt Memmingen, wo vor einiger Zeit ebenfalls ein Ten-Brinke-Projekt via Bürgerentscheid gestoppt worden ist.

Bürgerentscheid bedauert

Rudolf Maier (CSU) bedauerte im Nachgang noch einmal das Ergebnis des Bürgerentscheids. Jetzt müsse man all das noch einmal schaffen, was Ten Brinke seiner Einschätzung nach erfüllt hätte. Unter anderem die Anbindung der Tiefgarage unter der Wirtschaftsschule an den Straßenverkehr.

Die Bürger haben schon erste Vorschläge in Sachen Bürgerspital-Areal gemacht

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"Wichtig ist, dass der Prozess ergibt, wie es aussehen soll. Damit der Investor weiß, was er machen soll."

Oberbürgermeister Michael Cerny

Oberbürgermeister Michael Cerny

 

 

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