11.07.2021 - 16:07 Uhr
AmbergOberpfalz

Amberger Rock-'n'-Roll-Legende Georg "King George" Übler ist tot

Er war eines der Urgesteine des Amberger Rock 'n' Roll. Die Stimme von Major Knockout und einer, der den Rock nicht nur gesungen, sondern auch gelebt hat. Jetzt ist Georg "King George" Übler im Alter von 66 Jahren gestorben.

Georg Übler am 4. März 2010 beim Auftritt im Casino-Saal mit Major Knockout gemeinsam mit dem 2020 verstorbenen Michael Ketterer. Damals spielten die Majors als Vorgruppe von Mitch Ryder.
von Andreas Ascherl Kontakt Profil

Er hat den Rock 'n' Roll gesungen, er hat den Rock 'n' Roll gelebt – Georg "King George" Übler, Sänger und Dressman der Amberger Rock-Legende Major Knockout mit einem Faible für schräge Schuhe und den klassischen Gehrock. Er hat das schnelle Leben genossen, hat fast nichts ausgelassen, hat Alkohol und Drogen überlebt. Doch jetzt ist Georg Übler im Alter von 66 Jahren gestorben. Der, den der Rock 'n' Roll nicht geschafft hat, hat der Krebs am Ende besiegt.

Musiker aus Leidenschaft

Georg Übler war ein Amberger mit Leib und Seele. Und er war ein Musiker aus Leidenschaft. Geboren 1955, machte er seine ersten Rock-Schritte bereits am Ende der Sixties in der heute längst vergessenen Band Pontius Pilatus. Geprobt wurde damals in den nicht mehr genutzten Teilen der Emailfabrik Baumann, dort lernte er auch den Gitarristen Helmut Spörl kennen, der damals bei Holy Slow Train spielte. Beide Bands lösten sich um 1969/1970 auf. Aus den Trümmern entstanden die inzwischen längst legendären Major Knockout und eine lebenslange Freundschaft zwischen Georg Übler und Helmut Spörl, die sogar den Rock 'n' Roll überstand.

"Wir beiden sind die Einzigen, die immer dabei waren", erinnert sich Helmut Spörl an gute und auch schlechte Majors-Zeiten. Die Auftritte der Band konnten Hochfeste der Rock-Musik sein – beispielsweise das 20-jährige Bandjubiläum im Josefshaus am Anfang der 1990er Jahre. Sie konnten aber auch gründlich in die Hose gehen oder gleich ganz ausfallen. Je nach Tagesform der Musiker. Aber immer, wenn Major Knockout schon tot geschrieben waren, stiegen sie wieder auf die Bühne und zelebrierten den Rock. Der letzte Auftritt beim 100-Jährigen der Brauerei Winkler am 8. Juni 2013 war einer der guten. Die Band ging noch einmal richtig ab, legte eine Show hin, als wären die vergangenen 40 Jahre spurlos an ihr vorübergegangen. Nicht wissend, dass es danach Major Knockout nicht mehr geben würde.

Zuletzt ein begeisterter Wanderer

Kurz danach trat bei Georg Übler zum ersten Mal diese heimtückische Krankheit auf, die ihn jetzt das Leben gekostet hat. Er war danach wieder guter Dinge, erholte sich sehr schnell – nur singen konnte er nicht mehr. Stattdessen verlegte sich die Band auf das Wandern. Stundenlang streiften Georg Übler und Helmut Spörl gemeinsam durch die Wälder der Region, zuletzt waren oft auch die beiden Ex-Majors Helmut "Sony" Sonsalla und Hubert "Zeus" Stepper mit von der Partie. Doch irgendwann meldete sich der Krebs bei Georg Übler zurück, zerstörte seinen Körper immer mehr. Dann, in der vergangenen Woche – genau lässt sich das wohl nicht mehr feststellen – starb er in seiner Wohnung. Gefunden hat ihn dort sein ältester und bester Freund Helmut Spörl. Wann Georg Übler beerdigt wird, steht noch nicht fest. Allerdings hat er – seinen Tod schon kommen sehend – verfügt, dass dabei keine Musik gemacht werden darf. Gegen ein Gedenkkonzert zu seinen Ehren hätte King George aber sicher nichts einzuwenden.

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