11.11.2020 - 14:37 Uhr
AmbergOberpfalz

Amberger Luftkollektoren in Antarktis und Alpen

Mit dem Amberger Luftmuseum ist die heimliche Hauptstadt der Oberpfalz in der deutschen Kulturszene präsent. Amberger Luftkollektoren von Grammer Solar trocknen und wärmen rund 70 Hütten des Alpenvereins und die Antarktisstation "Gondwana".

Der Kollektor ist in den von Architekt Ohnmacht entwickelten Polybiwak integriert. Das Gebäude ist einer Kugel nachempfunden, an der Schnee nur schwer haften kann.
von Jürgen Herda Kontakt Profil

Der Temperaturunterschied ist frappierend: Gerade noch fröstelten die Polarforscher der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) bei einer Außentemperatur von frostigen minus 27 Grad Celsius. Einen Schritt weiter durch die Tür der Station Godwana wärmen milde 10 Grad die blaugefrorenen Gesichter der Wissenschaftler und Monteure des Grammer-Solar-Partners Elektro-Mechanik Meisl.

"Und das ausschließlich durch Einsatz der energieeffizienten Solar-Luft-Kollektoren ohne Zusatzheizung", erklärt Firmeninhaber Stefan Meisl. Die Station an der Terra-Nova-Bucht im Nord-Viktorialand am Rossmeer wurde während einer Generalsanierung mit den Grammer-Solar-Luftkollektoren ausgestattet.

Photovoltaik wichtiger

Die Qualität der Amberger Luftentfeuchter hat sich rumgesprochen. Seit zwei Jahrzehnten sind sie in rund 70 Hochgebirgshütten des Deutschen Alpenvereins (DAV) in Deutschland, Österreich, Italien und der Schweiz im Einsatz. "Wirtschaftlich ist die Photovoltaik mittlerweile deutlich wichtiger geworden", erklärt Grammer-Solar-Chef Siegfried Schröpf. "Aber er ist unser Aushängeschild mit großer Resonanz, ein tragender Teil unserer Unternehmenskultur."

Die Luftkollektoren standen am Anfang der Firmengeschichte, zunächst als neue Sparte der Grammer AG. "Autarke Luftkollektoren sind unser eigenes Kind", sagt Schröpf, unter dessen Leitung Grammer Solar eigenständig wurde. "Die Kollektoren sorgen für warme Luft, mit der man feuchte Räume in den Wintermonaten heizen und trocken halten kann." In den Sommermonaten heizen sie Brauchwasserspeicher auf.

Klostertal-Hütte am Großglockner

Neukirchens Bürgermeister fährt mit Strom vom Dach.

Neukirchen

Den Nutzen der Methode erklärt DAV-Hüttenverantwortlicher Ernst Pfeifer anhand des Luftkollektors an der Südfassade der Klostertal-Hütte am Großglockner: "Vor der Installation der Anlage gab es erhebliche Feuchteprobleme und Schäden an der Inneneinrichtung." Die Solar-Luft-Technik sei ein einfaches Mittel, die Hütten in den langen Winterleerstandszeiten zu belüften und Schimmelbildung vorzubeugen.

Ein Thema nicht nur für die Alpen: "Wenn die Sonne im Winter oder den Übergangsmonaten scheint, kommt warme, frische, gefilterte Luft in die Räume", erklärt Schröpf. Gerade in Corona-Zeiten könne der Kollektor einen guten Beitrag zur Frischluftzufuhr leisten: "Bei Temperaturen um 10 Grad und darunter kommt warme, gefilterte Luft statt kalte Zugluft herein." Einmal pro Stunde werde die Luft ausgetauscht. Dass sich die Anwendung dennoch überwiegend auf Hütten und Ferienhäuser beschränkt, erklärt Schröpf mit der aufwendigen Installation: "Das ist ein Problem der Leitungsführung."

Rundes Biwak

Während Stromleitungen einer PV-Anlage nur fingerdick seien, müsse man vom Kollektor ein Luftrohr mit einem Durchmesser von 16 bis 20 Zentimetern in die zu belüftenden Räume: "Das führt zu aufwendigen Mauerarbeiten", sagt Schröpf, "deshalb konzentrieren wir uns auf einfache Lösungen wie die Biwak-Schachtel am Großglockner, bei der die Technik in die Fassade integriert ist."

Dafür lieferten die Amberger eine Lösung für ein sensibles Entsorgungsproblem in den Alpen: "Wir haben die Toiletten mit einem Klärschlammtrockner ausgestattet", sagt Schröpf, "man kann man die Fäkalien getrocknet im Sack abtransportieren."

Deutschland-Test von Focus Money:

Grammer Solar auf Platz 4 von 100 Solarfirmen

  • Der Test wurde vom Institut für Management und Wirtschaftsforschung (IMWF) im Auftrag von Deutschland Test durchgeführt.
  • Erfasst und ausgewertet wurden mehrere Millionen Kundenurteile zu über 24 000 Unternehmen, Produkten und Marken aus vier Themenwelten und mehr als 200 Branchen. Das Prädikat „Deutschland Beste“ erhielten rund 4400 Unternehmen.
  • Eingeordnet wurden „Deutschlands Beste aus Kundensicht“ in die vier Kernbereiche: Alltag, Beruf, Freizeit und Technik.
  • Das bestbewertete Unternehmen erhält 100 Punkte und bildet den Vergleichswert für alle anderen Unternehmen dieser Branche.
  • In der Solartechnik rangiert Grammer Solar mit 80,8 Punkten auf Platz vier hinter GP Joule (Buttenwiesen, 100 Punkte), Phaesun (Memmingen, 96,2) und Heliatek (Dresden, 86,0).
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