16.07.2021 - 09:16 Uhr
AmbergOberpfalz

Amberg: Suchtberatungsstelle für Jugendliche ab 2022

In Amberg und Amberg-Sulzbach gibt es noch keine Drogen- und Suchtberatungsstelle für Jugendliche. Das soll sich ab 2022 ändern. Dann soll es eine solche bei der Caritas in Amberg geben. Auf die Stadt kommen jährlich 15.000 Euro Kosten zu.

Amberg soll ab 2022 eine Suchtberatungsstelle für Jugendliche bekommen.
von Wolfgang Ruppert Kontakt Profil

Thomas Boss, der Leiter des Amberger Jugendamts, spricht von einer "Angebotslücke", die es zu schließen gilt. Denn bislang gibt es in der Stadt und im Landkreis keine eigene Suchtberatungsstelle für Jugendliche. Ein Thema, das insbesondere durch die Folgen der Corona-Pandemie an Brisanz gewonnen habe. So sagte Boss in einer Sitzung des Jugendhilfeausschusses in Bezug auf die Gefahren digitaler Sucht: "Gerade im Zusammenhang mit den Lockdowns haben wir festgestellt, dass es in diesem Bereich eine enorme Steigerung gegeben hat."

Caritas hat die Erfahrung

Bislang gibt es nur eine Suchtberatungsstelle für Erwachsene, die bei der Caritas in der Dreifaltigkeitsstraße untergebracht ist. Die Suchtprobleme von Jugendlichen wurden also bislang immer mit bearbeitet, nicht aber gesondert behandelt. Weil sich das System der Suchtberatung immer weiter ausdifferenziere, sei es notwendig, auch die Jugendlichen in den Fokus zu nehmen. Das Jugendamt bevorzugt folgende Lösung: Die Jugendhilfe finanziert die Drogen- und Suchtberatung für Jugendliche, das Personal muss aber von einem freien Träger kommen. Boss: "Hier würde es sich anbieten, auf einen freien Träger zurückzugreifen, der bereits in der klassischen Suchtberatung tätig ist." Damit meint er den Caritasverband, der bereits seit den 70er-Jahren die Fachambulanz für Suchtprobleme von Erwachsenen betreibt. Das Jugendamt habe bereits Kontakt mit der Caritas aufgenommen, um über die Umsetzung nachzudenken. Boss: "Wir hatten schon einige Online-Sitzungen dazu und haben uns besprochen. Auch das Kreis-Jugendamt Amberg-Sulzbach war mit dabei."

An Bedarf herantasten

Dabei herausgekommen ist Folgendes: Ab Januar 2022 soll die Stelle bei der Caritas eingerichtet werden. Das Projekt ist auf ein bis zwei Jahre angelegt, um die Resonanz zu testen. Fachkräfte werden die Beratung acht Stunden die Woche anbieten. Stadtrat Florian Füger (CSU) wollte daraufhin wissen, ob ein Angebot von acht Wochenstunden ausreiche, um die Lücke zu füllen und ob es eine Zahl gibt, die sagt, wie viele Fälle von Suchtproblemen bei Jugendlichen es in der Stadt und im Kreis gibt. Boss: "Wir können noch nicht genau sagen, wie hoch der Bedarf sein wird. Die acht Stunden sind ein Mittelwert. Es könnten, wenn nötig, natürlich auch mehr werden. Das Projekt ist deshalb auf ein bis zwei Jahre angelegt, damit wir sehen, wie es läuft."

Jährlich kommen damit auf die Stadt rund 14.000 Euro Personalkosten sowie 2400 Euro Aufwandskosten zu. Letztere werden sich Stadt und Landkreis aber teilen.

Rechnung kann aufgehen

Der Leiter des Referates für Jugend, Senioren und Soziales, Harald Knerer-Brütting, betonte, er finde die Maßnahme trotz der Kosten sinnvoll. Am Ende werde sie sich rechnen. Knerer-Brütting: "Eine Sucht-Karriere die im Jugendalter beginnt, wäre eine wirtschaftliche Katastrophe. Das kostet die Gesellschaft pro Fall tausende von Euro."

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