02.04.2021 - 11:47 Uhr
AmbergOberpfalz

Amberg: Michaela Frauendorfer (CSU) möchte in den Bundestag

Die Nachricht erreichte die Redaktion am Karfreitag. Ambergs CSU-Kreischefin Michaela Frauendorfer teilte mit: "Ich möchte für unsere Region im Deutschen Bundestag arbeiten." Die Zahl der Bewerber im Wahlkreis erhöht sich damit auf drei.

Eine jubelnde Michaela Frauendorfer. Die Aufnahme entstand 2019 bei der Wahl zur Kreisvorsitzenden.
von Thomas Kosarew Kontakt Profil

Wenn am Sonntag, 26. September, über die Zusammensetzung des neuen Bundestags entschieden wird, schickt auch die CSU im Bundeswahlkreis 232 (Amberg, Amberg-Sulzbach, Neumarkt) einen Direktkandidaten ins Rennen. Für Neumarkt tritt die dortige CSU-Kreisvorsitzende Susanne Hierl an, für den Kreis Amberg-Sulzbach der Hirschauer CSU-Fraktionsvorsitzende Florentin Siegert. Seit Karfreitagvormittag steht nun fest, dass auch die Amberger Christsozialen ihren Hut in den Ring werfen. Das machen sie in Person der Kreisvorsitzenden und Stadträtin Michaela Frauendorfer. Wer letztlich den Spitzenplatz auf der Wahlkreis-Liste einnimmt, soll sich am Donnerstag, 20. Mai, bei der Bundeswahlkreiskonferenz entscheiden, die im Amberger Kongresszentrum stattfindet. 83 der stimmberechtigten Delegierten kommen dann aus Neumarkt, 59 aus Amberg-Sulzbach und 18 aus Amberg.

Amberger "kleinste Gruppe"

"Ich weiß, dass wir Amberger die kleinste Gruppe der Delegierten stellen. Aber bei einer Wahl wiegen Überzeugung und Engagement mehr als die Zugehörigkeit zu einem Verband", ließ Frauendorfer am Karfreitag in einer Pressemitteilung wissen, in der sie sich für die Unterstützung und das Vertrauen des Kreisvorstandes bedankt. Wie die 56 Jahre alte verheiratete Mutter von drei erwachsenen Kindern hinzufügt, gehe es darum, jemanden zu nominieren, die oder der für die ganze Region "von Berching bis Auerbach und von Schnaittenbach bis Pyrbaum" rackern werde: "Und das verspreche ich." Michaela Frauendorfer ist seit 2014 CSU-Mitglied, seitdem auch im Amberger Stadtrat und seit 2019 Kreisvorsitzende. Zuvor war sie von 2015 bis 2019 Kreisvorsitzende der Frauen-Union. Die Frau von Markus Frauendorfer, dem aktuellen Vorsitzenden des IHK-Gremiums Amberg-Sulzbach, ist Richterin und seit 15. Dezember vergangenen Jahres stellvertretende Direktorin am Amtsgericht Amberg.

Rückendeckung von Cerny

Rückendeckung erhält Michaela Frauendorfer von Oberbürgermeister Michael Cerny. Nach der Kreisvorstandssitzung, bei der die personelle Entscheidung getroffen wurde, sagte er: "Wir möchten den Wählern eine geeignete Kandidatin vorschlagen, die unsere Region in Berlin hervorragend vertreten kann. Und diese Kandidatin ist Michaela Frauendorfer."

Mit diesem Beschluss des Amberger Kreisverbandes stehen der CSU in Amberg, Amberg-Sulzbach und Neumarkt nun zwei Frauen und ein Mann zur Auswahl, die sich im September um das Bundestagsmandat im Wahlkreis 232 bewerben. "Am geeignetsten" erscheint der Amberger CSU laut Michael Cerny ihre eigene Vorsitzende. "Mutter dreier erwachsener Kinder, Richterin, Stadträtin. Privat, beruflich und politisch ist Michaela Frauendorfer sehr gut auf eine so wichtige Aufgabe vorbereitet." Vieles spreche für die 56 Jahre alte Juristin: Sie sei es gewohnt, komplexe Sachverhalte zu verstehen, zu bewerten und zu entscheiden. In der Unternehmerfamilie ihres Mannes (Möbel Frauendorfer), habe sie die Bedeutung der mittelständischen Betriebe für die deutsche Wirtschaft erfahren. Wie es abschließend in der Presseerklärung heißt, wollen die Amberger Christsozialen mit den CSU-Kreisverbänden in Neumarkt und Amberg-Sulzbach nun "über die beste Option für den Urnengang im September" sprechen.

"Bandbreite einer Volkspartei"

Auf ihre Mitbewerber Susanne Hierl (Neumarkt) und Florentin Siegert (Amberg-Sulzbach) angesprochen, sagt Michaela Frauendorfer: "Mehrere Kandidaten geben uns auch die Chance, die Bandbreite einer Volkspartei aufzuzeigen. Gleichzeitig glauben wir, dass der Wähler eine echte Wahl und den Wettstreit um Inhalte und den besten Kandidaten beziehungsweise die beste Kandidatin honorieren wird."

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Amberg
Kommentar:

Neumarkter Überzahl zu groß

Alle vier Jahre dieselbe Frage: Kommt der Direktkandidat des Bundeswahlkreises aus Amberg, dem Landkreis Amberg-Sulzbach oder aus der Neumarkter Region? Seit 1980 (!) hieß die Antwort nie Amberg. Damals hatte Heinrich Aigner nach 23 Jahren im Bundestag das Feld Hermann Fellner aus Freudenberg überlassen, der dreimal in Folge Direktkandidat war. In den Jahren danach folgten jeweils vier Nominierungen von Rudolf Kraus (Schnaittenbach) und Alois Karl (Neumarkt). So gesehen wäre es an der Zeit und längst überfällig, dass es ein Amberger oder eine Ambergerin direkt in den Bundestag schafft. Angesichts des Stimmenverhältnisses (Neumarkt 83, Amberg-Sulzbach 59, Amberg 18) bei der Bundeswahlkreiskonferenz im Mai scheint das aber vollkommen ausgeschlossen zu sein.

Thomas Kosarew

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