14.07.2021 - 08:53 Uhr
AmbergOberpfalz

Amberg braucht mehr Kindergartenplätze

Die Stadt Amberg baut und baut. Auch deswegen braucht es immer mehr Plätze für Kinder im Kindergarten, in der Krippe oder im Hort. Jugendamtsleiter Thomas Boss stellt einen Plan vor, wie die Stadt den Bedarf decken will.

Im Oktober vergangenen Jahres war Spatenstich: An der Kennedystraße entsteht ein neuer Kindergarten, den die Johanniter betreiben.
von Wolfgang Ruppert Kontakt Profil

Amberg braucht mehr Plätze in Kindertagesstätten. Das hat der Stadtrat bereits Ende 2020 entschieden. Immerhin hatte das Gremium festgelegt, dass insgesamt 405 Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren benötigt werden. Derzeit sind es nur 276. Ähnlich sieht es auch bei den Plätzen für Kinder zwischen drei und sechs Jahren aus. Momentan sind es 1123. Es müssten aber 1382 werden. Dazu gesellen sich 206 Hortplätze für Schulkinder, von denen es aktuell nur 72 gibt. Hinzu kommt: Das gesamte südwestliche Umland der Stadt Amberg hat Stand heute zum Beispiel keinen einzigen Kindergarten. Die Rede ist von dem Gebiet, in dem Speckmannshof, Fuchsstein, Eglsee, Schäflohe und Karmensölden liegen.

Viel in Planung

Jugendamtsleiter Thomas Boss stellte im Jugendhilfeausschuss vor, wie die Stadt in den kommenden Jahren für mehr Plätze in Kinderbetreuungseinrichtungen sorgen will. Demnach seien einige Kinderbetreuungseinrichtungen im Bau. Was Kindergärten betrifft, müsse die Stadt insgesamt 193 neue Plätze schaffen. Dazu sagte Boss: "Davon befinden sich bereits 100 Plätze in Planung." Die sogenannten Interims-Kindergartenplätze bei den Digimint-Kids und und dem Kindergarten Pfiffikus können derzeit jeweils 50 Kinder zwischen drei und sechs Jahren übergangsweise bei sich unterbringen.

Auf Nachfrage von Stadträtin Gabriele Donhauser (CSU) gab Boss bekannt, dass die Digimint-Kids keine vorübergehende Einrichtung bleiben sollen, sondern als fester Kindergarten dauerhaft bestehen sollen. Dort kommen zu den festen Kindergartenplätzen 15 Plätze für Kinder unter drei Jahren hinzu. Weitere Plätze soll die neue Kita in der Winterstraße im Drillingsfeld schaffen, in der auch die Kinder aus dem Kindergarten Christkönig an der Eglseer Straße untergebracht werden sollen, den die Pfarrei St. Georg zum Anfang des Jahres abgegeben hatte. Laut Boss entstehen dort 24 Krippen- und 50 Kindergartenplätze. Der Bau soll voraussichtlich im Herbst 2022 fertig werden.

Der Johanniter-Kindergarten an der Kennedystraße soll noch im Oktober 2021 in Betrieb gehen können. Dort gibt es laut Boss ebenfalls 50 neue Plätze für Kinder zwischen drei und sechs Jahren. Zusätzlich zur Tagesstätte St. Konrad in Ammersricht kommen zwei neue Krippengruppen mit Platz für insgesamt 24 Kinder und eine neue Kindergartengruppe für 25 Mädchen und Buben hinzu. Zwischen Claudiweg und Rosenthalstraße sollen außerdem weitere 36 Kitaplätze entstehen.

Noch mehr Potenzial da

Boss hat bereits weitere potenzielle Kindergarten-, Hort- und Kitastandorte im Visier. So sagte er zum Beispiel, dass sich das geplante Baugebiet am Mosacherweg eignen würde: "Wir haben uns schon eine Fläche sichern lassen." Dort könne man 24 Kinder unter drei Jahren und 25 Kinder zwischen drei und sechs Jahren unterbringen. "Die Anzahl könnten wir je nach Bedarf noch einmal anpassen", sagte er. Auch die Schulhorte könnten weiter ausgebaut werden. Laut dem Jugendamtsleiter aber nur, wenn Stadt und Schule zusammenarbeiten. "Wir planen das nicht autark, sondern in Abstimmung mit den Schulen. Nur so ist das sinnvoll." So könne die Stadt in Verbindung mit der Grundschul-Ganztagsbetreuung 50 Plätze bei der Erlöserkirche schaffen und sogar 75 in der Kindertagesstätte Christkönig.

Der Leiter des Sozialreferats, Harald Knerer-Brütting, sagte, dass, wenn erst einmal alle umgesetzt sei, die Stadt auf einem extrem hohen Niveau angekommen sein werde. Er betonte aber auch, dass die Stadt irgendwann an ihre Grenzen stoßen werde: "Ich glaube nicht, dass dann noch mehr finanzierbar sein wird."

Kindergarten Winterstraße erneut in der Diskussion im Amberger Stadtrat

Amberg

"Wir haben uns schon eine Fläche sichern lassen."

Jugendamtsleiter Thomas Boss plant einen Kindergarten im Neubaugebiet am Mosacherweg

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.