30.10.2020 - 16:28 Uhr
AmbergOberpfalz

Altstadt großes Thema bei Bürgerversammlung in Amberg

"Das Herz unserer Stadt": Für Oberbürgermeister Michael Cerny ist das zweifelsohne das Amberger Ei. In seinem Eingangs-Statement bei der Bürgerversammlung legte er das Augenmerk auf die Altstadt - und darauf, was sie ausmacht.

Bürgerversammlung in Corona-Zeiten: Im gebührenden Abstand zueinander saßen die 61 Bürger im ACC.
von Kristina Sandig Kontakt Profil

"Eine Stadt ist mehr als eine Hülle", machte Oberbürgermeister Michael Cerny bei der Bürgerversammlung am Donnerstagabend deutlich, um aufzuzeigen, wie vielfältig das Leben in der Stadt, vor allem in der Altstadt ist. Den 61 Teilnehmern der Veranstaltung, zu der wegen Corona eine Anmeldung erforderlich war und die wegen der Abstandsregeln im ACC abgehalten worden war, stellte er positive Elemente der Stadtentwicklung vor. Einerseits bräuchten Gebäude in der Altstadt einen Nutzen, anderseits müsste der Denkmalschutz berücksichtigt werden. Da seien dann Abwägungen zu treffen, so der Rathaus-Chef.

Im Blickpunkt:

Alle Anträge gehen direkt in den Stadtrat

Um eine Corona-konforme Bürgerversammlung abzuhalten, ist die Stadt den Empfehlungen des Innenministeriums gefolgt. Behandelt wurden nur Anträge, die im Vorfeld schriftlich eingereicht wurden. Es gab keine Abstimmung darüber, welche Anträge der Stadtrat behandeln soll. Dies sei bei einem eingeschränkten Teilnehmerkreis wenig aussagekräftig, so Oberbürgermeister Michael Cerny. Vielmehr ist es so, dass alle Anträge in den Stadtrat gehen.

Wohnen weiter fördern

Angesichts der vielen Bereiche in der Altstadt sprach er von einem "Puzzle verschiedenen Nutzens". Ein Aspekt sei das Wohnen. Und da habe der Stadtrat sich den klaren Auftrag gegeben, Wohnen in der Altstadt weiter zu befördern. Auch der Handel trägt zur Lebendigkeit der Innenstadt bei. Der Dienstleistungssektor reiche von Ärzten bis Rechtsanwälten. "Auch sie sind wichtige Frequenzbringer für die Altstadt", betonte Cerny. Auch die Kultur spielt sich innerhalb der Stadtmauern ab. Als Beispiele dafür nannte der Oberbürgermeister das Stadttheater, die Stadtbibliothek, Museen sowie noch verschiedene Galerien.

Hintergrund:

Die Altstadt in Zahlen

  • Im Amberger Ei leben laut Statistik 2734 Menschen (48 Prozent Frauen, 52 Prozent Männer).
  • Aufgeteilt nach Alter sind die Altstadtbewohner hauptsächlich zwischen 31 und 60 Jahre alt (1146 Bürger/41,92 Prozent), gefolgt von den 18- bis 30-Jährigen (721/26,37 ) und den 61- bis 80-Jährigen 447/16,35).
  • In der Altstadt befinden sich 65 Gastronomiebetriebe, 168 Händler und 270 Dienstleister.

Hinsichtlich der Gastronomie in der Altstadt sprach Cerny von einer sehr positiven Entwicklung. Der ab Montag, 2. November, beginnende "Lockdown light" sei zwar richtig, aber auch hart für die Gastronomie, die viel in die Hygiene investiert habe. Zum Punkt Beherbergung erwähnte Cerny die Hotels und Ferienwohnungen, auch am ehemaligen Forum werde inzwischen gewerkelt. Im Bereich der Bildung erwähnte der OB, dass gleich drei Schulen in der Altstadt seien: die Dr.-Johanna-Decker-Schulen mit Gymnasium und Realschule sowie die städtische Wirtschaftsschule Friedrich Arnold. Des Weiteren erwähnte Cerny die Kirchen, die sich in der Altstadt befinden. Und auch die Verwaltung sei bewusst in der Amberger Innenstadt, im historischen Rathaus.

Altstadt wurde nicht bombardiert

Abschließend merkte der Rathaus-Chef an, dass Amberg - im Gegensatz zu vielen anderen deutschen Städten - im Zweiten Weltkrieg von der Bombardierung verschont geblieben ist. Deshalb seien viele historische Gebäude noch erhalten.

Oberbürgermeister Michael Cerny: "Keine Angst vor Sanierungen in der Amberger Altstadt"

Amberg
Bürgerantrag zu Corona-Gesundheit:

Klage über falsche Namen in Gastronomie-Listen

Um Corona ging es im Antrag von Sigrid Kulzer zur Bürgerversammlung. Sie monierte, dass in den Gästelisten, die die Gastronomie aktuell führen muss, mitunter falsche Namen eingetragen würden. Rechtsreferent Bernhard Mitko führte dazu aus, dass der Freistaat Bayern das als Problem erkannt habe. Falsche Angaben in den Gastronomie-Listen seien eine Ordnungswidrigkeit, die mit Bußgeld geahndet werden könne. Das, was Sigrid Kulzer bemängelte, ist momentan eh schon wieder überholt. Denn, wie Mitko fortfuhr, müssen die gastronomischen Betriebe ab Montag, 2. November, sowieso bis Ende des Monats schließen, um eine weitere Ausbreitung des Coronavirus’ einzudämmen. Eindringlich appellierte Mitko an die Bürger, sich im neuen Lockdown an die Regeln zu halten.

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