01.09.2020 - 12:04 Uhr
AmbergOberpfalz

300 Euro an den ominösen "Jean" überwiesen

Eine Ambergerin schickt einem angeblich in Not geratenen Chat-Partner in sozialen Medien 300 Euro. Doch dann will er mehr. Jetzt ermittelt die Polizei wegen Betrugs.

Die Amberger Polizei ermittelt gegen einen Chat-Betrüger.
von Joachim Gebhardt Kontakt Profil

Erst mal große Überraschung stellte sich ein, als sich vor einigen Tagen bei einer 50-jährigen Ambergerin ein schmucker, wenn auch noch unbekannter Soldat namens Jean über ein soziales Netzwerk meldete. Im Laufe der Konversation, bei der der etwa gleichaltrige Mann seine Leidensgeschichte erzählte, fasste die Dame Vertrauen.

Ihr Gesprächspartner schilderte, dass er nach dem Tod seiner ganzen Familie nun an der Elfenbeinküste arbeiten würde. Aufgrund einer plötzlichen Versetzung wäre allerdings sein Giro-Konto in Deutschland gesperrt worden. Könnte man ihm nicht mal schnell 300 Euro mit der Post überweisen?

Eine aufmerksame und kundenorientierte Schalterangestellte sensibilisierte jedoch die Ambergerin, die nun den genannten Jean wissen ließ, dass ein Posttransfer nicht infrage käme. Jetzt erhielt sie von ihm ein Foto einer EC Karte mit einer Kontoverbindung in Deutschland. Hierhin floss nun die gewünschte Summe. Sehr dankbar übermittelte Jean ihr ein Lichtbild von seinem Testament in dem er seine Wohltäterin bedacht hätte.

Gut, dass er schon seine schnelle Abkommandierung zurück nach Deutschland arrangieren konnte. Lediglich die Flugkosten müssten noch mit knapp 3000 Euro ein bisschen mitfinanziert werden. Daraufhin kappte die Frau die Verbindung und zeigte den Sachverhalt bei der Polizeiinspektion Amberg an. "Aufgrund der neuen Situation wird der angeblich in der französischen Armee Dienende wohl noch weiter die 29 Grad Celsius warme Woche in der Hauptstadt Yamoussoukro genießen müssen", teilt die Amberger Polizei hierzu mit. Zur Kontoverbindung seien allerdings Ermittlungen eingeleitet.

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