02.05.2021 - 16:52 Uhr
AmbergOberpfalz

Zum 1. Mai gilt auch in Amberg: "Solidarität ist Zukunft"

"2019 standen hier noch Bänke, der Schrannenplatz war voll - das war eine Maikundgebung, wie wir sie über Jahre gewohnt waren." Obwohl alles anders ist, lassen sich IGM-Chef Horst Ott und ausgewählte Teilnehmer die Mai-Feier nicht nehmen.

DGB-Stadtverbandsvorsitzender Bernhard Wallner (links am Mikro) bedauerte, dass die Maikundgebung heuer erneut wegen Corona mit wenigen ausgewählten Teilnehmern auskommen musste, freute sich über deren Unterstützung aber dennoch.
von Autor GFRProfil

Natürlich bedauerte der 1. Bevollmächtigte der Amberger IG Metall, dass die Aktion zum Tag der Arbeit am 1. Mai heuer erneut nicht in der beschriebenen Form über die Bühne ging. Am Samstag mussten sich die Gewerkschaften zum zweiten Mal in Folge wegen Corona auf ausgewählte Vertreter aus regionalen Industriebetrieben als Teilnehmer beschränken.

"Aber damit unterstreichen wir: Wir sind da, das ist unser 1. Mai", rief Ott ins handverlesene Publikum, um sich stellvertretend bei allen Arbeitnehmern zu bedanken, die in dieser schwierigen Zeit der Pandemie praktisch das Land führten. Alle Berufe könne er nicht nennen, aber das Personal in Krankenhäusern, bei Rettungsdienst, Polizei, in Seniorenheimen, Kindergärten und den Test- und Impfstationen halte seit gut einem Jahr "die Gesellschaft am Laufen".

Ott bedauerte, dass viele ihre Freunde oder Nachbarn in Folge einer Corona-Infektion verloren hätten; aber den Zusammenhalt, die Solidarität und oft auch die Nachbarschaftshilfe und die Unterstützung untereinander, die dann aufkamen, habe er bisher noch nie erlebt. Kein Verständnis hatte der IGM-Chef für "Querdenker, deren wichtigstes Körperteil der Ellenbogen ist". Zahllosen Arbeitnehmern und vor allem den Gewerkschaftern sei es zu verdanken, dass Kurzarbeit heute in vielen Betrieben nicht mehr notwendig sei, denn trotz widriger Arbeitsbedingungen mit stundenlangem Maskentragen laufe die Produktion zum Beispiel wieder bei Grammer, Siemens und der Luitpoldhütte.

In der letzten Tarifrunde, so Ott, habe er bei den Arbeitgebern eine "partielle Demenz" festgestellt, denn sie hätten die Besitzstände der Arbeitnehmer angreifen wollen, etwa das Weihnachtsgeld. Doch diese Rechnung hätten sie ohne die Gewerkschaften gemacht, die sich dagegen wehrten. Die Anzahl der Streikenden ist Ott zufolge so hoch gewesen wie nie, womit die Arbeitgeber nicht gerechnet und dann eingelenkt hätten - mit einem Ergebnis, das weitgehend den Vorstellungen der Gewerkschaften entsprochen habe.

"Unsere Solidarität hat gezeigt, dass wir Zukunft gestalten können, wir müssen nur zusammenhalten", so Ott. Was in den Betrieben ablief, sei "ein tolles Zeichen" gewesen, daher gelte auch das Motto zum 1. Mai: "Solidarität ist Zukunft".

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