Fördergeld für Gastro-Leuchtturm in der Gemeinde Bad Neualbenreuth

Neue Fenster, frische Farbe für die Fassade und Aufwertungen im Innenbereich: Die "Altmugler Sonne" soll modernisiert werden. Dass das Vorhaben des Ehepaars Lemberger gefördert wird, liegt auch am besonderen Konzept der Heimatunternehmer.

Die Heimatunternehmer Silvia und Johann Lemberger sind glücklich, dass die Sanierung des Gebäudes und von Teilbereichen des Restaurants "Altmugler Sonne" finanziell gefördert werden kann.
von Paul Zrenner Kontakt Profil

"Wir freuen uns, dass es jetzt geklappt hat", zeigt sich Silvia Lemberger glücklich. Sie und ihr Mann Johann Lemberger betreiben das überregional bekannte und in mehreren Gastro-Führern vorgestellte Genießer-Restaurant "Altmugler Sonne" – sie als charmante Gastgeberin im Service, er als Chef in der Küche. Wenn das Anwesen im Bad Neualbenreuther Ortsteil Altmugl nun bald modernisiert wird, darf das Ehepaar auf finanzielle Unterstützung hoffen.

Der Förderbescheid flatterte gegen Ende vergangener Woche ins Haus. Einige Tage vorher gab es telefonisch eine Vorab-Information, außerdem eine Pressemitteilung des Amts für Ländliche Entwicklung Oberpfalz: Mit bis zu 45 Prozent könne das Vorhaben unterstützt werden, im Rahmen des Programms „Kleinstunternehmen der Grundversorgung“, wie es heißt. "Die Inhaber decken mit ihrem Angebot im Bereich der gehobenen Gastronomie eine wichtige Sparte in der Region ab. Damit leisten sie einen wesentlichen Betrag zur Vielfalt der Grundversorgung im Markt Bad Neualbenreuth und über dessen Grenzen hinaus."

Erhalt bestehender Betriebe

"Wirtshäuser haben es häufig schwer, gerade im ländlichen Raum – Neueröffnungen sind selten", heißt es in der Begründung. "Umso wichtiger ist der Erhalt der bestehenden Betriebe." Sie prägten das Ortsbild und seien soziale Treffpunkte im Dorf. "Wirtshäuser und Gaststätten sind wesentlicher Teil der Grundversorgung der ländlichen Bevölkerung, es ist daher notwendig, jene zu unterstützen, die diese Grundversorgung weiterhin sicherstellen wollen."

Nach Überzeugung des Amts für Ländliche Entwicklung ist die „Altmugler Sonne“ in Bad Neualbenreuth einer dieser Betriebe, die in die eigene Zukunftssicherung investieren. "Die Sanierung der Räumlichkeiten und der Fassade wie auch die Umgestaltung des Gastraums soll die Attraktivität des Lokals steigern, durch eine höhere Energieeffizienz die Besitzer finanziell entlasten." Herausgestellt werden die Einträge in diversen Genussführern und Fachmagazinen, die die Inhaber für ihre Slowfood-Philosophie preisen. "Das überarbeitete Ambiente soll dieses Genussgefühl für die Gäste noch stärker erlebbar machen."

Erste Gespräche vor drei Jahren

"Wir werden ein zukunftsträchtiges Energiekonzept haben", verweist Johann Lemberger auf das Paket. Es wird zusätzlich optimiert mit der Wärmeversorgung durch einen Landwirt im Dorf, der eine Hackschnitzelheizung errichtet. Während des Lockdowns bereits waren einige Zimmer renoviert und die Sanitäranlagen erneuert worden.

Zum ersten Mal vor nunmehr drei Jahren war über die Förderung mit dem Amt für Ländliche Entwicklung gesprochen worden. "Ich habe nicht mehr daran geglaubt", bemerkt Silvia Lemberger, dass sich alles lange hinzog - auch wegen der Pandemie: Ein Ortstermin kam niemals zustande. "Er hat sich persönlich für uns eingesetzt", würdigt Johann Lemberger die Hilfe von Willi Perzl vom Amt für Ländliche Entwicklung: Eigentlich war der leitende Mitarbeiter schon seit Mai 2018 im Ruhestand; doch der Einsatz für die Heimatunternehmer im Ortsteil von Bad Neualbenreuth sei eine besondere Passion gewesen. Auch Bürgermeister Klaus Meyer habe sich sehr dafür engagiert, dass die "Altmugler Sonne" unterstützt werden kann.

Halbjahres-Kennenlerntag

Glücklich sind Silvia und Johann Lemberger, dass sie dem Netzwerk der Heimatunternehmen im Landkreis Tirschenreuth angehören, mit Alfred Wolf als Projektkoordinator. Darin seien Leute vertreten, "die enthusiastisch ihre Ziele verfolgen", wie Johann Lemberger sagt. "Wir machen Gastronomie, also eher konservativ." In einer Art "Leuchtturm-Position" sieht sich das Ehepaar dabei mit seinem besonderen Konzept. "Wenn das passt, kann man auch in einer dünn besiedelten Gegend erfolgreich sein und davon leben", so Lemberger und will Jungunternehmern zeigen: "Wagt den Schritt, traut euch was. Aber ihr müsst euch genau überlegen, was ihr tut." Denn "einfach so dahinwurschteln" führe nach zwei Jahren zu einem absoluten Desaster.

Silvia Lemberger erinnert sich an das Jahr 2009, als der erste Testesser eines Gourmetführers die "Altmugler Sonne" besuchte. "Dann kam einer nach dem anderen." Sibyllenbad habe dann weitere positive Impulse und Gäste aus ganz Deutschland gebracht, die teils drei Wochen am Stück bleiben und das andere Angebot auf der Menükarte schätzten. "Da sind wir inzwischen etabliert", so Silvia Lemberger. Sie schwärmt davon, dass sie Gäste aus der Region zu besonderen Anlässen betreuen darf – etwa den 40. Hochzeitstag oder den Halbjahres-Kennenlerntag von jungen Leuten.

Ein Porträt der Heimatunternehmer Silvia und Johann Lemberger

Altmugl bei Bad Neualbenreuth
Hintergrund:

Fenster, Fassadenanstrich und Aufwertungen im Restaurant

  • Vor drei Jahren, als der Antrag für die Förderung gestellt wurde, waren für die Maßnahmen Gesamtkosten von 125.000 Euro veranschlagt worden.
  • Dafür wird der Anstrich der Fassade erneuert, außerdem knapp 60 Fenster - auch das große, das im Genießer-Restaurant einen traumhaften Panoramablick ermöglicht.
  • "Die Klinker werden verschwinden", verrät Johann Lemberger über die neue Wandgestaltung dort. Erhalten bleibt dagegen der Boden - italienischer Marmor, verlegt und in der Fläche geschliffen. "Der ist ganz toll. So etwas bekommt man heute gar nicht mehr."
  • Neu gestaltet werden soll auch der Eingangsbereich.
  • Für die Arbeiten im Restaurant ist die "Altmugler Sonne" für gut vier Wochen geschlossen. Die anderen Arbeiten erfolgen während des laufenden Betriebs. Dabei ist es ein Vorteil, dass das Hauptgeschäft im Restaurant am Wochenende läuft und die Handwerker unter der Woche arbeiten.

"Er hat sich persönlich für uns eingesetzt."

Johann Lemberger über das Engagement von Willi Perzl, der eigentlich seit Mai 2018 im Ruhestand ist

"Wagt den Schritt, traut euch was. Aber ihr müsst euch genau überlegen, was ihr tut."

Johann Lembergers Rat an Jungunternehmer

 

 

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