15 Monate nach Großbrand in Altmugl: Familie zieht Bilanz

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Ein verheerender Brand wütete im Januar 2020 auf dem Hof von Alois Grillmeier in Altmugl. Rund 300 Tiere kamen ums Leben, die Schäden waren immens. 15 Monate später blickt die Familie zurück und berichtet, was seitdem vor Ort geschehen ist.

Das ganze Ausmaß des Schadens war am Tag nach dem Brand von der Drehleiter der Feuerwehr Waldsassen aus zu beobachten. Neben Teilen des Schweinestalls (Mitte) hatte es auch das Getreidesilo erwischt.
von Konrad RosnerProfil

Den 17. Januar 2020 wird die Familie Grillmeier wohl nie vergessen. Gegen 0.30 Uhr brach ein verheerendes Feuer aus, das sich schnell ausbreitete. Neben dem Getreidelager brannte auch ein Teil des Schweinestalls ab, und 300 Ferkel und Schweine verendeten. Der Gesamtschaden lag im hohen sechsstelligen Bereich, als Brandursache wurde ein technischer Defekt angegeben. Im Gespräch mit Oberpfalz-Medien blickt die Familie zurück auf die Ereignisse dieser Nacht und erzählt, was sich seitdem auf dem Hof getan hat.

Der Brand in Altmugl am 17. Januar 2020

Bad Neualbenreuth

Nachbar Klaus Brucker war es, der den Brand damals als Erster entdeckte und auch sofort die Feuerwehr alarmierte. Ein Großaufgebot an Brandschützern und BRK-Helfern aus der ganzen Region rückte an und war stundenlang im Einsatz. Auch in den Tagen danach galt es, Glutnester zu beseitigen, die mittels einer Drohne des BRK aufgestöbert wurden. Eine Woche lang haben Feuerwehrleute Wache gehalten. "Tag und Nacht - und das alles ehrenamtlich!", heißt es voller Anerkennung vonseiten der versammelten Familie Grillmeier.

Professioneller Einsatz

Einen großen Dank richten die Grillmeiers an alle beteiligten Feuerwehren und das BRK für den professionellen Einsatz und für die aufopferungsvolle Arbeit und Hilfe. Positiv ausgewirkt habe sich wohl, dass einige Zeit vorher eine größere Übung bei der "Altmugler Sonne" stattgefunden hatte. Dadurch seien unter anderem die Wasseranschlüsse bekannt gewesen.

Auch die Bevölkerung habe eine enorme Anteilnahme gezeigt und etwa Essen für die Einsatzkräfte vorbeigebracht, wie die Grillmeiers betonen. Ein Extralob geht dabei an die Familie Lemberger von der "Altmugler Sonne". Georg Rubenbauer aus Griesbach habe für die vor dem Brand geretteten Schweine eine Notfuttermischung bereitgestellt, Bernhard Frank aus Neualbenreuth habe ein Fahrsilo für das Getreide zur Verfügung gestellt und sich auch sonst enorm eingebracht. Unterstützung ideeller Art kam vom Brandunterstützungsverein Waldsassen mit Vorsitzendem Konrad Rosner. Beratend tätig war zudem Ulrich Härtl, Kreisgeschäftsführer des Bayerischen Bauernverbandes.

Froh sind die Grillmeiers, dass ihr Wohnhaus, an dem im November 2019 Ausbau- und Umbauarbeiten begonnen hatten, vom Brand verschont blieb. Dieses Projekt musste bis Ende April 2020 ruhen, denn es galt zunächst, die Aufräumarbeiten abzuschließen. Nach wie vor laufen die Wiederaufbauarbeiten. Die Familie hatte sich entschieden, in diesem Zuge auch einige Modernisierungen vorzunehmen. So entstanden neben einem komplett neuen Technikraum vier neue Futtersilos. Direkt nach dem Brand war zunächst wochenlang Handarbeit angesagt, im wahrsten Sinne des Wortes. So musste das Getreide mit Schaufeln auf Schubkarren geladen und dann in den Schweinestall gefahren werden - eine schweißtreibende Arbeit.

Getreidelager-Neubau

Gebaut werden muss noch das neue Getreidelager, das auf jeden Fall noch in diesem Jahr fertiggestellt werden soll. Die Pläne dafür liegen derzeit noch beim Landratsamt. Aktuell wird das Getreide teilweise noch in Neualbenreuth und in Wernersreuth gelagert. Rund 650 Sauen, Ferkel und Mastschweine halten die Grillmeiers aktuell auf ihrem Hof. Während Alois Grillmeier hauptsächlich die Feldarbeit übernimmt, kümmert sich sein Sohn Sebastian vor allem um die Schweinezucht.

Unverschämte Vorwürfe

Nicht gut zu sprechen sind die Grillmeiers auf die Tierschutzorganisation Peta. Diese hatte nach dem Brand eine Strafanzeige eingereicht, wegen "mutmaßlich unzureichender Brandschutzmaßnahmen" und einer möglicherweise ungenügenden Löschwasserversorgung. Die Vorwürfe weisen die Grillmeiers als Unverschämtheit zurück.

"Zu keiner Zeit herrschte eine Wasserknappheit."

Alois Grillmeier über Vorwürfe der Tierschutzorganisation Peta

"Zu keiner Zeit herrschte eine Wasserknappheit", betont Alois Grillmeier. Niemand von Peta habe sich persönlich gemeldet, von den Aussagen habe die Familie nur aus der Presse erfahren. Von einer Anzeige hätten sie danach nichts mehr gehört. Gertrud Grillmeier weiß von Leuten, die zuvor an Peta gespendet hätten, aber dies nach den Behauptungen nach dem Brand nun nicht mehr täten.

Reibungslose Zusammenarbeit

Froh sind die Grillmeiers auch, dass sie den Hof, der übrigens 1932 schon einmal abgebrannt war, ausreichend versichert hatten. Die Zusammenarbeit mit der Brandschutzversicherung sei reibungslos verlaufen.

Anzeige der Tierschutzorganisation Peta

Bad Neualbenreuth
Gertrud Grillmeier, Johanna Kirst (geborene Grillmeier) mit Sohn Toni, Sebastian Grillmeier mit Freundin Theresa Frank und Alois Grillmeier (von links) blicken auf den Großbrand vom 17. Januar 2020 zurück und ziehen Bilanz.
Schon kurz nach dem Brand begannen die aufwendigen Aufräumarbeiten.
Die Drehleiter der Feuerwehr Waldsassen wurde auch zur Sicherung der Brandstelle gebraucht.
Hintergrund:

Mehrstündiger Großeinsatz

  • Alarmiert wurden damals die Feuerwehren Hardeck, Mähring, Neualbenreuth, Ottengrün, Poppenreuth, Querenbach, Tirschenreuth, Waldsassen und Wernersreuth, die mit zahlreichen Fahrzeugen und rund 150 Aktiven ausrückten.
  • Das Rote Kreuz war mit 25 Einsatzkräften und über einem Dutzend Fahrzeugen vor Ort, darunter die Unterstützungsgruppe Sanitätseinsatzleitung mit Leitwagen, eine Schnelleinsatzgruppe und die Fachgruppe UAS (Unmanned Aerial System) mit einer Drohne.
  • Rund drei Stunden dauerten die Löscharbeiten, noch tagelang mussten Glutnester bekämpft werden.

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