27.04.2018 - 17:12 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

Recyclinghof-Personal klagt über Beleidigungen: Sitten-Verfall am Container

Den Angestellten reicht's: Der Stadtverwaltung liegt die Kündigung von zwei Recyclinghof-Mitarbeitern vor. Sie seien es leid, durch Kunden beleidigt und angepflaumt zu werden, berichtet Bürgermeister Martin Birner am Donnerstag den Stadträten.

von Philipp Mardanow Kontakt Profil

Vor allem an den Samstagsöffnungszeiten "geht es ab und zu tumultartig zu", schilderte Birner in der Sitzung des Grundstücks-, Bau- und Umweltausschusses. Wenn großer Andrang herrscht, sei es für die Mitarbeiter nahezu unmöglich zu überblicken, ob Sperrmüll, Grüngut, Elektroartikel oder Bauschutt auch im richtigen Container landen.

Und wenn es um Entsorgung geht, werden offenbar gleich auch die guten Sitten mit weggeworfen. Auf Anweisungen des Personals würden die Leute häufig pampig reagieren, schon häufiger seien die Angestellten angegangen und beleidigt worden, gab der Bürgermeister deren Schilderungen weiter. Zwei Recyclinghof-Mitarbeiter haben mittlerweile gekündigt, weil sie sich die Schikanen nicht mehr gefallen lassen wollen. Zwei potenzielle Nachfolger, die zunächst in die Tätigkeit hineinschnuppern wollten, seien von den "Zuständen" gleich abgeschreckt gewesen.

Den rauen Recycling-Ton hat auch schon Georg Keil, Leiter des Bau- und Liegenschaftsamtes im Rathaus, vernehmen müssen. "Manche sind total uneinsichtig", so der Rathaus-Mitarbeiter gegenüber Oberpfalz-Medien. Teilweise werde der ganze Hausmüll angeliefert, richtiges Trennen interessiere nicht. Würden die Kunden auf das falsche Entsorgen angesprochen - "wirst du sehr schnell angepflaumt". "Diese Zustände sind nicht mehr hinnehmbar", betonte Bürgermeister Martin Birner in der Bauausschuss-Sitzung, "so geht man mit den Leuten nicht um." Zunächst möchte die Stadtverwaltung an die Vernunft und die Einsicht aller Nutzer beim Recyceln appellieren - "es ist einfach der Ton, der die Musik macht". Um den Andrang zu den Öffnungszeiten zu regulieren und den Mitarbeitern einen besseren Überblick zu ermöglichen, sei der Einbau von Schranken an der Gelände-Zufahrt denkbar - "als erzieherische Maßnahme", so Georg Keil, bis sich die Situation wieder bessere.

In der Sitzung angesprochen wurde auch die Einstellung zusätzlichen Personals, um verstärkt regelnd eingreifen zu können. Wenn sich für diese Aufgabe aber niemand findet - auch um die Lücken nach den erwähnten Kündigungen zu füllen - sei als Konsequenz auch eine Begrenzung der Öffnungszeiten denkbar.

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