04.10.2017 - 12:44 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

Übertragungsraten in Teilen des Stadtgebiets steigen auf 50 Megabit: Telekom drückt aufs Gaspedal

Die Telekom baut ihre Datenautobahn im Stadtgebiet auf eigene Kosten aus. Der Bauausschuss hörte, dass bei den Übertragungsgeschwindigkeiten per "Vectoring" eine Schippe drauf gelegt werden soll. Nicht anfreunden konnte sich das Gremium mit der Errichtung von zwei Wohnhäusern in Mitteraschau.

von Philipp Mardanow Kontakt Profil

In einer Voranfrage an den städtischen Grundstücks-, Bau- und Umweltausschuss wollte Albert Alt (Schwarzhofen) die Bebaubarkeit des Grundstücks Flurnummer 48 (Gemarkung Mitteraschau) am südwestlichen Ende des Ortsteils abklären lassen. Vorgesehen hatte er zwei Zweifamilienhäuser in drei- bzw. viergeschossiger Bauweise mit einer Gesamtlänge von knapp 14 Metern und einer Breite von knapp 10 Metern. Die Stadtverwaltung wies in den Sitzungsunterlagen darauf hin, dass sich das Vorhaben im Außenbereich befinde, und ein Bebauungsplan für dieses Areal nicht existiere.

Stört den Dorfcharakter

Es spreche aber einiges gegen das Bauvorhaben: So seien die Häuser im Vergleich zur Umgebungsbebauung "unverhältnismäßig groß" und stünden nicht im Einklang mit dem Ortsbild und dem dörflichen Charakter. Eine Realisierung auf dieser Fläche werde für nicht machbar gehalten, außerdem sei die Erschließung derzeit nicht gesichert. Der Einschätzung der Verwaltung, dass das Projekt bauplanungsrechtlich nicht zulässig sei, folgte das Gremium einstimmig.

In Vertretung von Bürgermeister Martin Birner informierte Zweite Bürgermeisterin Margit Reichl, dass die Telekom einen Netzausbau in Teilen des Stadtgebiets und im Ortsteil Kemnath bei Fuhrn anstrebt. Mit der Technologie des "Vectoring" (siehe Infokasten) sollen die Internetanschlüsse im sogenannten Nahbereich aufgewertet werden. Damit sollen in den Kupferleitungen Übertragungsraten von bis zu 50 Megabit möglich sein.

Die Inbetriebnahme ist laut den Sitzungsunterlagen für März 2019 vorgesehen, den Ausbau im Stadtgebiet werde die Telekom ohne Förderung stemmen. Vom Ausbau profitieren sollen die Kabelverzweiger in der Amberger Straße, Krankenhausstraße, Bahnhofstraße und am Schrannenplatz sowie in Kemnath.

Aufträge für Dreiseithof

Nachgereicht wurden dem Gremium mehrere beschränkte Auftragsvergaben: Für 32 923 Euro hat die Schreinerei Becher (Seebarn) den Zuschlag für Schreinerarbeiten und Innentüren im Dreiseithof in Mitterauerbach erhalten. Beim Bräukeller in Seebarn wird die Firma Spichtinger (Schönsee) für 36 224 Euro die Baumeisterarbeiten übernehmen. Für 23 800 Euro baut die Schreinerei Kirchberger (Katzdorf) acht Verkaufshäuschen, die unter anderem für den Burg-Advent gedacht sind.

Stichwort: Vectoring

Mit Vectoring wird eine Technologie bezeichnet, die das über Kupferkabel bezogene Internet schneller machen soll. Beim Datenverkehr über Kupferleitungen oder auch durch äußere Einflüsse entstehen elektromagnetische Störungen, die den Datenfluss stören und langsamer machen. Besonders das sogenannte "Übersprechen", bei dem sich unterschiedliche Signale aus verschiedenen Kabel-Adern überlagern, ist problematisch. Die Vectoring-Technologie soll diese störenden Strömungen ausgleichen. Sie sollen eliminiert werden, bevor das Signal abgeschwächt werden kann - wie bei einem Kopfhörer, der Außengeräusche unterdrückt. So soll schnelleres Internet möglich gemacht werden. (Quelle: billiger-telefonieren.de)

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