25.09.2017 - 15:52 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

Bauausschuss stellt Weichen für neues Blockheizkraftwerk im Marienheim: Eigenen Strom verstärkt nutzen

Der Gasmotor stottert, die Wartungskosten steigen: Das Blockheizkraftwerk im Marienheim ist in die Jahre gekommen. Einstimmig hat der Bauausschuss jetzt beschlossen, für Ersatz zu sorgen. Auch die Kraft der Sonne soll angezapft werden.

Im einem Ortstermin vor der Sitzung verschafften sich die Mitglieder des Bauausschusses einen Eindruck vom Zustand des bisherigen Blockheizkraftwerks im Marienheim. Bild: Mardanow
von Philipp Mardanow Kontakt Profil

Seit 1997 bringt das Kraftwerk Wärme ins Altenheim, damit sei die technische Nutzungsdauer eigentlich abgelaufen, so die Stadtverwaltung. In den vergangenen beiden Jahren waren mehrere Ausfälle zu verzeichnen, ein Leistungsabfall des Gasmotors konnte trotz des Einsatzes von drei Fachfirmen nicht geklärt werden. Im nächsten Jahr stünde die nächste Hauptwartung an - mit erwarteten Kosten von knapp 80 000 Euro.

Austausch empfohlen

Vor diesem Hintergrund hat die Stadtverwaltung das Blockheizkraftwerk (BHKW) durch das Institut für Energietechnik an der Ostbayerischen Technischen Hochschule (OTH) Amberg-Weiden untersuchen und Alternativen ausloten lassen. Die Ergebnisse stellte Ingenieur Christoph Vögerl vor, der dem Gremium die Anschaffung eines neuen Kraftwerks mit einer elektrischen Nutzleistung von 33 Kilowatt empfahl. Die Investitionskosten bezifferte er auf rund 100 000 Euro.

Mit dem neuen BHKW könnte der Strombedarf des Marienheims zu rund 60 Prozent gedeckt werden. Die Quote der Stromeigennutzung erhöhe sich auf 77 Prozent, aktuell würden nur 42 Prozent des erzeugten Stroms im Heimbetrieb verwendet. Die Strombezugskosten würden sich um rund 35 000 Euro reduzieren. In gut zwei Jahren hätten sich die Kosten für die Anlage amortisiert.

Wie aus den Sitzungsunterlagen hervorging, könne das neue BHKW ohne Umbauten im bisherigen Heizungsraum des Altenheims aufgestellt werden. Vorgesehen ist, dass das neue Kraftwerk noch im Dezember in Betrieb geht. Dann genieße die Anlage Bestandsschutz und es müsse keine Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz für selbst genutzten Strom entrichtet werden. Zusätzlich soll auf dem Dach des Neubaus eine Photovoltaikanlage installiert werden. Laut Christoph Vögerl ließe sich diese wirtschaftlich betreiben, wenn das Marienheim 63 Prozent des erzeugten Stroms selbst nutzt.

Ohne Gegenstimme erklärte sich das Gremium mit der durch den OTH-Vertreter vorgelegten Marschroute einverstanden. Das neue Blockheizkraftwerk wird nun ausgeschrieben und soll durch den Stadtrat in der Oktober-Sitzung vergeben werden. Das Institut für Energietechnik wurde außerdem mit den weiteren Leistungsphasen und der Bauüberwachung beauftragt. Gleichzeitig soll die Stadtverwaltung versuchen, stattliche Fördergelder an Land zu ziehen. Die Planung für die Photovoltaikanlage wird weiter verfolgt.

Bistro für Tankstelle

Die Genehmigung erteilte der Bauausschuss auch dem Umbau der Tankstelle an der Amberger Straße durch die Total Deutschland GmbH (Berlin). Laut dem Antrag wird der Shop durch ein Bistro ergänzt, außerdem erhält die Waschanlage auf der Südseite ein Durchfahrtstor. Auch mehrere Werbeanlagen sollen erneuert werden. Mit Verweis auf die städtische "Verordnung über den Betrieb von Autowaschanlagen" wurde im Beschluss darauf hingewiesen, dass der Betrieb an Sonn- und Feiertagen nur von 12 bis 18 Uhr erlaubt ist.

Die Sanierung der "Alten Fronfeste" geht dem Ende entgegen. Im Ausschuss ist der Auftrag für die Bodenbelagsarbeiten (Holzdielen) an die Schreinerei Kirchberger aus Katzdorf zum Preis von 69 774 Euro vergeben worden. Die Schreinerarbeiten erledigt die Firma Pongratz (Eschlkam) für eine Angebotssumme von 76 326 Euro. Eine Gegenstimme kam jeweils von Walter Drexler (Freie Wähler): Weil beide Summen deutlich über der ursprünglichen Kostenberechnung lagen, wollte er sein Votum als Protest gegen das aktuell sehr hohe Baupreisniveau verstanden wissen.

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