16.11.2017 - 20:00 Uhr
MitterteichOberpfalz

Archivarbeit im Blickpunkt: Rettung vor dem Verschwinden

Einblicke in die Archivarbeit für die Stadt gewährte kürzlich Ludwig Kraus. Bürgermeister Roland Grillmeier hatte den städtischen Archivar bei der jüngsten Zusammenkunft der Vereinsvorstände im Feuerwehrhaus darum gebeten. Die Vereine, so Ludwig Kraus, träten in der Regel bei Vereinsgeburtstagen bzw. Jubiläen an die Öffentlichkeit. Viele Vereine verfügten über ein gut geordnetes Archiv oder gut geführte Protokollbücher. Bei so manchem Verein habe sich einiges angesammelt, seien es Bilder oder Fotodokumente. "Das alles sollte nicht in der Versenkung verschwinden."

Im Bauerhaus am Anger lagern zahlreiche Texte und Fotos in Akten und Kartonagen, sicher aufbewahrt in Stahlschränken. Der Raum ist ohne äußeren Lichteinfluss und auch gegen Wärme geschützt. Der Arbeitskreis Heimatpflege um Werner Männer (Bild) betreut dieses Archiv ehrenamtlich. Bild: wmr
von Redaktion OnetzProfil

Schon sehr früh, so Kraus weiter, seien die Kommunen verpflichtet worden, Archivgut aufzubewahren. Das betreffe einerseits private Bereiche und andererseits Vereinsarchive. Deshalb sei es für ihn wichtig zu wissen, wer ein eigenes Archiv führt oder wer seine Unterlagen einmal zur Sichtung vorlegen möchte. Es wäre auch möglich, das gesamte Archiv zu übergeben, wobei natürlich die Besitz- und Urheberrechte gewahrt blieben, wie Kraus erklärte.

Besonders Festschriften seien interessant, fuhr der Archivpfleger fort, da sie in der Regel gut recherchiert seien und viele Details über den Verein enthielten. Er habe bisher im städtischen Archiv circa 50 Festschriften aufbewahrt, die von etwa 20 Vereinen stammen. Wichtig sei in diesem Zusammenhang lediglich, dass die Namen und das Datum auf den Fotos festgehalten werden.

Zum Schluss wies Ludwig Kraus noch darauf hin, dass es ein Gesetz gebe, wonach von Festschriften und ähnlichen Veröffentlichungen zwei Exemplare bei der Bayerischen Staatsbibliothek in München abzuliefern seien. Sehr dankbar für solche Exemplare seien übrigens auch das Staatsarchiv in Amberg und die Regionalbibliothek. Für interessierte Forscher, ob nun privat oder wissenschaftlich, seien diese Unterlagen, die in manchen Augen banal sein mögen, sehr hilfreich. Bürgermeister Roland Grillmeier fügte noch hinzu, dass in der Stadt ein weiteres Archiv geführt werde: das Bildarchiv im Bauerhaus. Vor circa 40 Jahren sei begonnen worden, dafür zu sammeln. Es werde derzeit vom Arbeitskreis Heimatpflege und dessen Vorsitzenden Werner Männer betreut. Eine Vielzahl an Bildern sei hier schon deponiert. Zum Teil handele es sich auch um Scans von Originalen, die an die Besitzer zurückgegeben worden seien.

Werner Männer ergänzte, dass bei einigen Vereinen schon ganze Archive verloren gegangen seien. Soweit möglich, könne hier von städtischer Seite geholfen werden. Wie Männer weiter mitteilte, würden aber nicht nur Fotos gesammelt, sondern auch viele andere archivierungswürdige Urkunden, Geschäftsunterlagen, Briefe und Schriften. Auch die derzeit laufenden Erzählnachmittage im Mehrgenerationenhaus würden durch alte Fotos und Dokumente aus diesem Bildarchiv bereichert.

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