14.05.2017 - 14:26 Uhr
Oberpfalz

Luftbeobachter bereiten sich auf den Sommer vor: Am Himmel auf Patrouille

Was ist TQ 835 928? Nur wer sich im Koordinatensystem auskennt, kann vom Himmel aus die drunten am Boden anrückende Feuerwehr zum Brand mitten in einem Waldstück lotsen. Eine schwierige Aufgabe, der sich die oberpfälzischen Luftbeobachter in jedem Sommer stellen.

Sie sind starklar zum Einsatz: Die Luftbeobachter haben an vergangenen beiden Wochenenden am Landeplatz Schmidgaden geübt. Im Mittelpunkt dabei stand dabei die Einweisung in den Digitalfunk. Bild: hou
von Autor HOUProfil

Schmidgaden. "Wann wird es endlich wieder Sommer?", wird in einem altbekannten Schlagerlied gefragt. Antwort für das letzte Jahr: Eigentlich so gut wie nicht. Die oberpfälzischen Luftbeobachter waren zwar auf dem Posten, doch die von der Bezirksregierung vor heißen Tagen angeordneten Erkundungsflüge fanden kaum statt.

Zweier-Team in der Kanzel

"Kann sich heuer schlagartig wieder ändern", mutmaßte Flugbereitschaftsleiter Dieter Naber, als er an den zurückliegenden zwei Wochenenden seine Mannschaft (zu der auch Frauen gehören) auf den Landeplatz Schmidgaden einbestellt hatte. Denn Übungen müssen alljährlich zum Saisonauftakt sein.

Die Luftbeobachter kamen aus allen Bereichen der Oberpfalz. Die Chamer waren da und die Amberger, Spezialisten aus dem Raum Regensburg rückten ebenso an wie aus Neumarkt und Weiden. Sie stammen vornehmlich von der Feuerwehr, vom THW und der Staatsforstverwaltung. Alle arbeiten ehrenamtlich. Hinzu gesellten sich erfahrene Piloten, die mit den Beobachtern das Zweier-Team in der Kanzel einmotoriger Maschinen bilden.

Für ein paar Weißwürste

Wie in jedem Jahr war auch Horst Nunhofer vom Katastrophenschutz der Bezirksregierung mit dabei. Die Regierung der Oberpfalz ordnet im Bedarfsfall die Einsätze der Luftbeobachter an, kommt für die Flugkosten auf und bezahlt auch die Weißwürste, die es als Brotzeit bei den Übungen gibt. Mehr nicht. Alle andere geschieht ehrenamtlich. Sowohl bei den Piloten als auch bei denen, die neben ihnen sitzen und Ausschau halten.

Indessen steuert Dieter Naber im wahrsten Sinn des Wortes auf ein Jubiläum zu. Der Mann aus Amberg ist seit 1970 Pilot und gehört vom Start an der Luftrettungsstaffel Bayern quasi als deren Bezirkschef an. Die Gründung des Verbandes liegt nun auch schon fast 50 Jahre zurück. Und noch immer geht Naber in die Luft. Was keineswegs leichte Erregbarkeit verdeutlichen soll. Denn Naber ist auch in schwierigen Lagen die Ruhe selbst.___Weitere Informationen im Internet:

www.onetz.de/themen/luftbeobachter

Üben mit Koordinaten

Wer sich auf die Spur von Wald- und Flächenbränden begibt, an Personensuchen teilnimmt oder Gewässerverunreinigungen von oben begutachten will, muss nicht nur gute Augen haben. Auch die genaue Kenntnis von Koordinatensystemen ist erforderlich. Flugbereitschaftsleiter Dieter Naber denkt sich knifflige Aufgaben aus, die er seinen Leuten vorgibt. Kein Raterätsel. Wer sich die ausgegebenen Bögen anschaut, braucht Sachkenntnis. Das sieht dann so aus: Da muss zunächst der Koordinatenpunkt 835 928 angeflogen und von dort aus die Feuerwehr Schnaittenbach zu den Koordinaten 905 955 geführt werden. Ist das am Boden angerückte Löschfahrzeug informiert, beginnt die Lotsung zum eigentlichen Brandplatz. Mit der Einschätzung von oben: Welche Wege gibt es zur Feuerstelle? Das alles soll im Ernstfall rasch und präzise geschehen. (hou)

Das kann sich heuer schlagartig wieder ändern.Flugbereitschaftsleiter Dieter Naber zur moderaten Waldbrand-Saison 2016

 

 

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