07.05.2018 - 20:10 Uhr
FriedenfelsOberpfalz

Theater "Leberkäs und rote Strapse": Handfester Humor begeistert Behinderte und Begleiter

(roh ) Auf gute Unterhaltung gemeinsam bestens eingerichtet sind das Rote Kreuz und die Laienspielgruppe Friedenfels. Der Behindertennachmittag ist ein Dauerbrenner und zog die Besucher auch in der 82. Auflage in Scharen in die Steinwaldhalle. Als Magnet erwies sich insbesondere die Sondervorstellung des Lustspiels "Leberkäs und rote Strapse", das die Theaterleute als Spektakel mit vielen Höhepunkten inszenierte.

In dieser Szene tratscht die Frauenriege bei Kosmetik und Haarpflege so ausgiebig, dass schon mal Sahne statt Shampoo auf dem Kopf landet.
von Autor ROHProfil

Ein großer Kreis befreundeter Behinderter und Betreuer füllte die für Rollstuhlfahrer gut nutzbare Halle. Die Stühle im hinteren Teil besetzten andere Theaterliebhaber, die sich einen vergnüglichen Nachmittag gönnen wollten. Auch dritte Bürgermeisterin Lisa Rauh, Seniorenbeauftragter Erwin Bächer, Behindertenbeauftragter Peter Steinhauser, Ehrenkreisbereitschaftsleiterin Elfriede Schlicht und der Behindertenbeauftragte des Landkreises, Reinhard Schön, ließen sich die Aufführung nicht entgehen. Für die evangelische Kirchengemeinde wünschte Pfarrerin Nadine Schneider unterhaltsame Stunden.

Nach dem Willkommensgruß durch Bereitschaftsleiterin Andrea Winkler lag die Organisation der Bewirtung in den bewährten Händen des einheimischen Roten Kreuzes und des Jugend-Rot-Kreuzes. Die fleißigen Kameraden ernteten auch vom zweiten Bürgermeister Oskar Schuster ein Sonderlob. Die persönliche Betreuung der Gäste sei wie immer vorbildlich, dankte er und freute sich über die große Besucherzahl.

Die Ankündigung, dass die Laienspielgruppe die Kosten für Brezen und Getränke übernimmt, fand viel Beifall. Dem über Jahrzehnte bei den Behindertentreffen aktiven Ehrenmitglied Lotte Irmer gratulierte Bereitschaftsleiterin Winkler mit Blumen zum Geburtstag. Zita Schuster erhielt die silberne Ehrennadel für 25-jährige selbstlose Mitarbeit im Dienste des Roten Kreuzes. Nach Kaffee und Kuchen schepperte die Kuhglocke und Jürgen Schultes kündigte das Theater unter Regie von Sandra Wittmann an. Das Ensemble verwöhnte die Zuschauer mit ausgelassener Spielfreude und viel Humor in einer liebevoll eingerichteten Wohnstube. Wie schon bei der Premiere ergötzte sich das Publikum daran, wie sich die Vorbereitungen auf einen Frauen-Ausflug zuspitzen, während die Männer auf eine sturmfreie Bude hinarbeiten.

Der Kampf der Geschlechter ist nicht mehr einzubremsen. Drei Herren in den "besten Jahren" bilden mit dem Finanzbeamten, den sie bestechen wollen, wie in alten Zeiten eine Band und lassen es krachen. Die starke musikalische Einlagen unter dem Motto "Sex, Drugs und Rock 'n' Roll" ist die Antwort auf die Frage: Was ist denn nur aus uns geworden? Auch die Damen, die ihren besten Jahren nachtrauern, begeistern. Der Vorwurf, ein Ehemann habe im Lauf der Jahre bereits 1,96 Tonnen Leberkäse vertilgt, was dem Gegenwert eines schönen BMW entspreche, verursacht einen begeisterten Aufschrei des Publikums.

Staunend verfolgen die Zuschauer, wie sich die auf ganzer Linie enttäuschten Ehefrauen mit vermeintlich italienischen "Casanovas" vergnügen und lange nicht merken, dass es ihre verkleideten Ehemänner sind. Genüsslich verfolgt das Publikum, wie sich langsam die Erkenntnis anbahnt: "So blöd - mit dem eigenen Ehemann - kann man doch nicht sein." Mit drei "Vorhängen" belohnten die Zuschauer das Ensemble und traten bestens gelaunt den Heimweg an.

 

 

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