17.05.2018 - 18:34 Uhr
FalkenbergOberpfalz

Jahreshauptversammlung beim "Forum Falkenberg": Viel Lärm um die Burg

Der Lärm rund um die Burg bestimmt die Jahreshauptversammlung beim "Forum Falkenberg". Dies ist keine Überraschung. Schon eher die Tatsache, dass die Fronten offenbar nicht so verhärtet sind, wie es im Vorfeld den Anschein hatte.

"Unsere Hände sind offen", verspricht Vorsitzender und Bürgermeister Herbert Bauer (Mitte) eine Lösung zu suchen, die wieder zum Frieden im Ort führen soll.
von Werner RoblProfil

Rund drei Stunden dauerte die Jahreshauptversammlung des "Forum Falkenberg - Freunde der Burg", bei der der "Burg-Unfriede" deutlich zur Sprache kam. Ob nach der Jahreshauptversammlung im voll besetzten Tagungszentrum wirklich wieder Ruhe einkehren wird, bleibt abzuwarten.

Die Neuwahlen, bei denen Bürgermeister Bauer in seinem Amt als Vorsitzender bestätigt wurde, gerieten da zur Nebensache. Vorsitzender Bauer hatte von seiner Frau Hedwig ein Gedicht zugesteckt bekommen, das er zu Beginn der Veranstaltung jedem ans Herz legte: "Ein bisschen Frieden, weniger Streit - Ein bisschen mehr wir und weniger ich . . ."

Seit Monaten Klagen

Hintergrund war, dass sich die Anwohnerfamilien Konrad bzw. Konrad-Workman seit Monaten über die Ruhestörung und Belästigungen rund um die Burg und das Tagungszentrum beklagen. "Es beschweren sich aber auch andere, nicht nur wir", ließ Tina Konrad-Workman verlauten. Zweiter Vorsitzender Gerhard Pöschl nahm die Gelegenheit zum Anlass, die Chronologie der Klagen der Anwohnerfamilien und die Folge der Stellungnahmen nacheinander aufzulisten. Man müsse auf den Umsatz achten, erinnerte Pöschl an die Geschäftsziele der Burg. "Wir müssen aber auch Rücksicht auf die Anlieger nehmen", stellte er in aller Deutlichkeit fest.

"Wir wollten nie als Ruhestörer gelten", bedauerte er die Vorkommnisse. Man habe reagiert und eine Hausordnung für die Burg erstellt. "Plötzlich wurden wir mit einem Rechtsanwalt konfrontiert. Das war ein Schlag ins Gesicht." Daraufhin habe man Konsequenzen gezogen. Termine seien in die Burg verlegt, andere sogar abgesagt worden. "Was wir tun konnten, haben wir getan." Zu vielen Dingen stehe man. "Für manche Sachen können wir aber gar nichts", fügte er mit Blick auf vom Forum nicht organisierte Veranstaltungen entlang der Schwaige hinzu. Pöschl nannte als Beispiel ein Oldtimertreffen. Auch dass der Parkplatz bei Beerdigungen genutzt werde, sei nicht dem Verein anzulasten.

"Die Beschwerdeführer bestehen auf Recht und Gesetz, das ist in Ordnung", betonte Pöschl in aller Deutlichkeit. Er erinnerte dabei an das inzwischen in Auftrag gegebene Lärmschutzgutachten, auf dessen Ergebnis man aber noch warten müsse. Zugleich aber stellte er fest, dass die juristischen Meinungen, den Veranstaltungs- bzw. Biergartenbetrieb betreffend, auseinandergehen. Behauptungen, dass man keine Gaststättenerlaubnis habe und daher widerrechtlich gehandelt habe, entgegnete er in aller Deutlichkeit.

Bauantrag 2013 genehmigt

Dem schloss sich auch dritter Vorsitzender Peter Bork an. Der Markt Falkenberg habe beim Landratsamt einen Bauantrag für die Burg, Torhaus und für das Konferenzzentrum eingereicht, betonte der Falkenberger. Der Bauantrag sei im Februar 2013 genehmigt worden. Danach habe man auch einen Tekturplan, die weiteren Gebäude - auch an der Schwaige - betreffend, nachgeschoben und dafür genehmigte Bescheide erhalten. Dagegen wurden keine Rechtsmittel eingelegt. Die Bescheide seien also rechtskräftig, stellte Bork klar.

Dass man die Auflagen einhalten müsse habe man nie bestritten. Deutlich betonte er: "Das Lärmschutzgutachten wurde freiwillig in Auftrag gegeben." Damit wolle man ein Zeichen für eine gute Nachbarschaft setzen. Falsch seien auch Behauptungen, man habe keine Genehmigung für einen Biergartenbetrieb. Alles Weitere müsse man den Juristen bzw. der Rechtsprechung überlassen. "Ich bitte daher um Verständnis, dass wegen des laufenden Verfahrens keine weitere Diskussion möglich ist."

Damit irrte Bork. Die Diskussion nahm trotzdem Fahrt auf. Das Recht, die Dinge aus ihrer Sicht zu schildern, nutzte Tina Konrad-Workmann. "Ich lade Sie ein, zu mir nach Hause zu kommen. Sie dürfen sich gerne selber ein Bild davon machen." Das sei keine juristische Erbsenzählerei. Sie sei Mitglied im "Forum Falkenberg", und habe stets die Arbeit unterstützt. "Die Burg ist ein Denkmal, zugleich auch ein Mahnmal gegen die Hetze", erinnerte sie an den Widerstandskämpfer von Schulenburg. Alois Konrad betonte, dass es den Anliegern nie um den Biergartenbetrieb gegangen sei. Aber der nächtliche Lärm sei nicht normal. Man wolle ein vernünftiges Miteinander. Das Wort "Hetze" machte leise die Runde. Bürgermeister Bauer sah sich daraufhin veranlasst, die Diskussion abzubrechen.

Die Kommentare der Anwesenden waren deutlich. Krummennaabs Altbürgermeister und Forumsmitglied Franz Stangl, empfahl den Beteiligten, sich zu einigen. Solche Dinge dürften in einem Dorf nicht im Raum stehen bleiben. Auch die Behörden müssten Flagge zeigen. "Gefährdet nicht den Zusammenhalt der dörflichen Gemeinschaft", bat Stangl um Burgfrieden. Herbert Bauer meinte, dass sich eine weitere Diskussion erübrige, "weil die Anwälte jetzt das Sagen haben". "Falkenberg sollte doch froh sein, dass im Ort Leben pulsiert", meinte eine Besucherin. "Gebt euch die Hand", empfahl ein anderes Mitglied.

Konrad-Workmann bat um eine faire Lösung. "Wir werden uns zusammensetzen, wir werden das Gesprächsangebot annehmen", versprach Bauer. Zweiter Bürgermeister Bernhard Schuller wünschte sich, dass die Gräben bald zugeschüttet werden und wie früher wieder jeder jeden grüßt. "Der Burgbetrieb soll weitergehen. Ich habe nichts gegen die Burg, sondern bin gegen den Lärm." Mit dieser deutlichen, aber auch versöhnlich gemeinten Aussage Alois Konrads, der Herbert Bauer zugleich auch ausgleichende und freundliche Worte hinzufügte, endete die Jahreshauptversammlung.

Stimmen aus dem netz

Falkenberg. (rti) Die Aussagen von Rechtsanwalt Dr. Hanns-Christian Fricke zur Burg Falkenberg bezüglich Lärmbelästigung und fehlender Baugenehmigung ("Burgfrieden gestört") haben auch einige Facebook-Nutzer kommentiert:

"Sicherlich hat sich jeder an Vorschriften und auch hergebrachte Gebote menschlichen Zusammenlebens zu halten, und Lärm gefällt niemandem. Die Frage ist für mich persönlich aber: In welchem Verhältnis steht die tatsächliche Belastung der Anwohner zur doch sehr begrüßenswerten Nutzung und damit Erhaltung der Falkenberger Burg? Doc Licek

"Kann man verstehen oder auch nicht. Von der Burg geht der wenigste Lärm aus. Die Lkw, die durch Falkenberg rollen, sind viel lauter, und dagegen kann man nichts machen." Alex Bischof

"Typisch deutsch eben. Was für eine blödsinnige Idee bei der brasilianischen Nacht ein Lärmgutachten durchzuführen." Stefan Rolle

"Es geht nicht darum, dass dieses Gutachten bei der brasilianischen Nacht durchgeführt wurde. Das könnte auch bei einer argentinischen, polnischen oder sonst irgendeiner Nacht durchgeführt werden. Irgendwann muss man ja mal messen. Es geht um die eindeutige Überschreitung der zugelassenen Dezibel bei einer Abendveranstaltung nach 22 Uhr. Diese passiert wohl sehr häufig (nicht nur bei der brasilianischen Nacht) und dadurch fühlen sich die Anwohner belästigt." Christine Kraus

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Weitere Informationen im Internet:

www.onetz.de/1865563

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