29.11.2017 - 20:00 Uhr
ErbendorfOberpfalz

Christine Rottland vom Hilfswerk Asante e.V. spricht im Kolpinghaus: Bildung verändert nachhaltig

Hunger, Aids und keine Chance die Schule zu besuchen sind in Kenia große Probleme. Das Hilfswerk Asante e.V. zeigt den Menschen Möglichkeiten auf und engagiert sich. Gründerin Christine Rottland spricht im Kolpinghaus über ihre Erfahrungen aus Afrika.

Christine Rottland. Bild: sas
von Autor SASProfil

Christine Rottland berichtete im Kolpinghaus in Erbendorf über den Hilfsverein Asante e.V. und ihr Lebenswerk. Gut 80 Freunde, Unterstützer, Paten von Kindern in Tiwi und Interessierte aus dem nordbayerischem Raum lauschten dem Vortrag der Gründerin von Asante e.V. im gut gefüllten großen Saal des Kolpinghauses in Erbendorf.

Als Rottland vor inzwischen 16 Jahren zusammen mit ihrem Ehemann nach Tiwi in Kenia auswanderte, ein Haus baute, um dort den Lebensabend zu verbringen, ahnte sie noch nicht, dass ein neuer Lebensabschnitt für sie beginnen würde, der sie und ihre Energie fordern würde.

Nach dem Einzug kamen hungernde Frauen und baten um Hilfe. Und "Mama Christine" begann zu helfen - zunächst mit ihren eigenen Mitteln. Es kamen immer mehr Menschen, die Not war unübersehbar. Deswegen begann Rottland damit den Frauen Arbeit zu geben, indem sie kleine Engelchen häkelten, die Abnehmer in Deutschland fanden. Dieses erste Projekt läuft bis heute und bietet rund 70 Familien bis heute eine sichere Einnahmequelle, die vor dem Verhungern rettet. Obwohl sie eine andere Hautfarbe hat, wurde Rottland im Lauf der Zeit zu einem Teil der Dorfgemeinschaft. Sie wurde zu Hochzeiten und Familienfesten eingeladen und feierte mit den Familien und ihren Verwandten. Und wenn Menschen starben, war sie beim Begräbnis mit dabei. So wurden aus Hilfsbedürftigen im Lauf der Zeit gute Nachbarn und Freunde. Sie sah die Not der Menschen und begann zu helfen.

Aids ist eine andauernde Gefahr vor Ort. Rottland unterstützt die Kranken mit Lebensmitteln und versucht sie aus ihrer Stigmatisierung zu befreien. Schließlich nimmt sie den todkranken Eltern die Sorge um die Kinder, indem sie die Familienangehörigen, die Waisenkinder aufnehmen, mit Nahrungsmitteln unterstützt. Wenn keine Angehörigen mehr da sind, oder sie die Waisenkinder nicht aufnehmen können, dann sorgt Rottland dafür, dass sie in ein Waisenkinderprojekt aufgenommen werden.

"Bildung verändert nachhaltig", ist sich die Referentin sicher. Darum galt das Augenmerk der Gründerin von Asante e.V. den Schulen. Viele Kinder aus Afrika können nicht zur Schule kommen, weil sie zusammen mit ihren Familien um das tägliche Essen kämpfen müssen. Daher gibt es in den Schulen, die Asante e.V. betreut, einen täglichen Frühstücksbrei und für Waisenkinder ein eigenes Mittagessen. Allein diese Maßnahme macht aus hungrigen, apathischen Kindern, wissbegierige Schüler, die eine gute Schulbildung erhalten. Diese Schulbildung ist die Grundlage für ein Leben, das nicht durch den täglichen Kampf ums Überleben geprägt ist.

Gleichzeitig kümmerte sich Rottland darum, dass auch die Qualität der Ausbildung schrittweise verbessert wurde. Aus diesem Grund gründete sie eine Kinderkrippe, einen Kindergarten und auch eine eigene Privatschule. Die Ausbildung ist erfolgreich. Im ersten Jahr, in der ein Schulabschluss an der "Kristina Academy" möglich war, legte ein Schüler einen der besten Schulabschlüsse im ganzen Distrikt ab.

Für ihr Lebenswerk wurde Christine Rottland im Jahr 2016 mit dem Ehrenpreis von "Ein Herz für Kinder" ausgezeichnet. Aber diese Auszeichnung ist für sie nur nebensächlich. Wichtiger für sei es, zusammen mit den Menschen und Freunden in Tiwi zu leben und ihnen ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen. Paten von Schulkindern und Sponsoren aus Deutschland helfen dabei, ihr Lebenswerk zu unterstützen. Familie Rottland steht weiter dafür ein, dass dieses Hilfswerk auch eine gute Zukunft haben wird.

 

 

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