"Woosh": Deep Purple päsentieren neues Album

Wer sich "Woosh!", das neue, 21. Studioalbum der Heavy- Rock-Pioniere Deep Purple, zu Gemüte führt, fühlt sich in eine eigentümliche Zeitblase eingekapselt.

Deep Purple können es nicht lassen und sind wieder ins Studio gegangen, um ihr aktuelles Werk "Woosh" einzuspielen.
von Autor MFGProfil

Die alten Recken von Deep Purple können es einfach nicht lassen. "Whoosh!" (Earsmusic/edel) demonstriert den emotionalen Abwechslungsreichtum der lebenden Legende: Auf der Skala von laut bis leise, von hart bis zärtlich haben Sänger Ian Gillan, Schlagzeuger Ian Paice, Bassist Roger Glover, Gitarrist Steve Morse und Keyboarder Don Airey alles im beeindruckenden Repertoire, selbst wenn Gillans Stimme mittlerweile etwas brüchig geworden ist. Der am 30. November 1945 geborene Roger Glover (Bild) klärt im Telefoninterview auf über den Status quo der Gruppe, welcher der gebürtige Waliser seit 1969 angehört.Die alten Recken von Deep Purple können es einfach nicht lassen. „Whoosh!“ (Earsmusic/edel) demonstriert den emotionalen Abwechslungsreichtum der lebenden Legende: Auf der Skala von laut bis leise, von hart bis zärtlich haben Sänger Ian Gillan, Schlagzeuger Ian Paice, Bassist Roger Glover, Gitarrist Steve Morse und Keyboarder Don Airey alles im beeindruckenden Repertoire, selbst wenn Gillans Stimme mittlerweile etwas brüchig geworden ist. Der am 30. November 1945 geborene Roger Glover (Bild) klärt im Telefoninterview auf über den Status quo der Gruppe, welcher der gebürtige Waliser seit 1969 angehört.

ONETZ: Der Titel des neuen Deep-Purple-Albums klingt so aufgekratzt, als steckt eine Teeny-Band dahinter. Warum wurde er ausgewählt, was soll er symbolisieren?

Roger Glover: „Woosh!“ soll der Außenwelt zunächst mal mitteilen, dass wir überhaupt noch am Leben sind. Wir fünf sind ja allesamt Herren im fortgeschrittenen Alter. (lacht) Dieser Ausdruck soll positive Energie vermitteln. Er steht für das pulsierende Leben als solches. Auch und gerade in recht bizarren „Corona“-Zeiten wie den aktuellen. Deep Purple, dahinter stecken fünf positiv denkende Total-Individualisten.

ONETZ: Wie ist die Entwicklungsgeschichte von „Woosh!“ verlaufen?

Roger Glover: Immer das Gleiche bei uns! (lacht) Für die Platte haben wir zunächst 2018 und 2019 etliche Jam-Sessions durchgezogen, ganz wie frische, junge Musiker das tun, ganz wie wir das in alten Zeiten getan haben. Daraus entstanden einige brauchbare Ideen. Wir hatten dabei nichts Konkretes im Sinn. Einfach nur spielen! Und irgendwann hatten wir genug von dieser Vorbereitungsphase, sind ins Studio von Produzenten-Koryphäe Bob Ezrin gereist, mit der wir schon die letzten beiden Male zusammengearbeitet haben, um in wenigen Tagen den Provisorien ihren letzten Schliff zu verpassen.

ONETZ: Was ist aus der Scheibe unter solchen Umständen geworden?

Roger Glover: Ein handfestes Deep-Purple-Werk, denke und hoffe ich. Das ist das Beruhigende, wenn man zu den Pionieren einer Musikrichtung gehört: Wir müssen nichts mehr beweisen, können uns stattdessen auf die eigene Tradition berufen. Was für eine herrliche Ausgangsposition!

ONETZ: Haben solche Veröffentlichungen auch damit zu tun, dass man dem Deep-Purple-Mosaik ein weiteres Steinchen im gewaltigen Monument hinzufügen möchte?

Roger Glover: Wir könnten Tag und Nacht in Nostalgie schwelgen, uns auf die Schultern klopfen und bestätigen, was für tolle Hechte wir sind. Doch so etwas bringt uns nicht weiter. Selbst wenn wir in der Band um die 70 sind, haben wir noch einige Ideen-Pfeile im Köcher, die wir jedes Mal aufs Neue abschießen möchten. Deep Purple ist ein Perpetuum mobile des Heavy Rock, das sich ständig entwickelt. Aber auf der anderen Seite stimmt es durchaus: Wir sind stolz auf unsere kreative Vergangenheit! Mann, was hatten wir für ein Leben bislang – echt großartig …

ONETZ: Es steckt demnach derselbe Teamgeist hinter Deep Purple wie all die über 50 Jahre seit Gründung der Band?

Roger Glover: Drücken wir es so aus: Wir sind dieselben Idioten wie immer – Kindsköpfe, Narren, Freunde. Allerdings können wir diese Art der Kumpanei inzwischen nur mehr auf Tour oder im Studio ausleben, denn ansonsten leben wir mit unseren Familien in den verschiedensten Teilen der Welt. Zu pubertierenden Deppen entwickeln wir uns, wenn wir gemeinsam an einem Strang ziehen. Dann aber weiterhin heftig.

ONETZ: Es wurde speziell in den sozialen Medien heftig kolportiert, dass es sich bei „Woosh!” um das letzte Werk von Deep Purple handeln könnte. Was möchten Sie dazu als Mann von Mitte 70 sagen?

Roger Glover: Nichts ist bei uns sicher, das war es eigentlich nie. Wir machen einfach weiter. Wer auf diesem immer merkwürdiger werdenden Planeten weiß schon, was die Zukunft bringt? Wir alten Knochen sind, auch wenn das viele Menschen überraschen mag, einfach nur neugierig auf die Zukunft. Ich lege mich auf diese nicht fest. Das macht schon der Liebe-Gott-oder-wer-auch-immer für mich. Jeder Tag ist schließlich ein Abenteuer. Und ich spreche beileibe nicht von unserer Band. Ich spreche für jedes einzelne Individuum auf diesem Planeten. Dieser Umstand macht das Leben äußerst merkwürdig. Und extrem spannend.

ONETZ: Wofür steht Deep Purple 2020?

Roger Glover: Wir fünf sind immer noch verdammt hübsche Kerle, die Ladys fliegen auf uns! (lacht) Nein, ernsthaft: Diese Gruppe steht nach wie vor für einen speziellen Geist. Einzigartig in der Musik-Welt. Es lag nie in unserer Absicht, berühmt zu werden. Erfolg kam zu uns, weil wir uns nie Gedanken über ihn gemacht haben. Auf diesen Umstand bin ich unglaublich stolz.

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Im Interview mit der Musikredaktion steht Deep-Purple Bassist Roger Glover - hier beim Konzert 2017 in der Olympiahalle in München - Rede und Antwort.
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