13.04.2021 - 18:50 Uhr
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CSU-Basis bringt Mitgliederbefragung zur Kanzlerkandidatur ins Spiel

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Laschet und Söder stellen sich der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Mittlerweile fordern erste Stimmen der Oberpfälzer CSU eine Mitgliederbefragung.

Wiesaus Bürgermeister Toni Dutz (rechts) spricht für die CSU-Basis.
von Jürgen Herda Kontakt Profil

(dpa/jrh) Nächste Runde im Machtpoker um die Kanzlerkandidatur der Union: Die Parteivorsitzenden von CDU und CSU, Armin Laschet und Markus Söder, haben am Dienstag in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion für sich geworben und sich dabei deutlich voneinander abgegrenzt. Laschet appellierte an die Geschlossenheit und Einigkeit der Union. "Wir brauchen keine One-Man-Show", sagte er laut Teilnehmern offenbar in Richtung Söder.

Söder, der den Angaben zufolge etwa doppelt so lang wie Laschet sprach, sagte mit Blick auf einen möglichen Wahlsieg der Grünen: "Ist man Juniorpartner, bleibt man Juniorpartner. Und das kann nicht unser Anspruch sein." Er habe nichts gegen SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz und das Grüne-Führungsduo Robert Habeck sowie Annalena Baerbock, "aber denen dürfen wir unser Land nicht überlassen". Laschet und Söder kamen persönlich zur Sitzung im Reichstagsgebäude in Berlin, wo die Fraktion teils in Präsenz und teils virtuell zugeschaltet zu ihren regulären Beratungen in der Sitzungswoche des Bundestags zusammentrat.

Toni Dutz fordert Mitgliederbefragung

Die Reaktion der Oberpfälzer Basis auf die innerparteiliche Debatte zur K-Frage ließ unterdessen nicht lange auf sich warten: "Ich muss mich doch sehr wundern", sagt Wiesaus CSU-Bürgermeister Toni Dutz, "dass so eine wichtige Entscheidung in irgendwelchen Gremien ausgemauschelt werden soll."

Andere Parteien würden schließlich ihre Kandidaten auch auf breiterer Basis auswählen. "Schon die Wahl des CDU-Vorsitzenden war eine Farce", findet Dutz. „Man hat aus rein taktischen Gründen die Anhänger von Friedrich Merz, die ja rund die Hälfte der CDU-Basis ausmachen, mit einem dritten Kandidaten gespalten.“

Zum Kanzlerwahlverein degradiert

Eine ähnliche Vorgehensweise bei der Wahl des Kanzlerkandidaten würde den Willen der Mehrheit sträflich vernachlässigen: "Eine Mitgliederbefragung würde in weit größerem Maße die Meinung der Mehrheit der Bevölkerung widerspiegeln", plädiert der Bürgermeister für mehr Demokratie in einer Union, die ansonsten endgültig zum Kanzlerwahlverein degradiert würde.

"Weiter kann man sich von der Normalbevölkerung gar nicht mehr entfernen, würde man jetzt einfach Armin Laschet zum Kandidaten ausrufen." Er verstehe auch nicht, warum diese überlebenswichtige Personalentscheidung übers Knie gebrochen werden müsse: "Die Grünen lassen sich ja auch nicht von ihrem Zeitplan abbringen." Immerhin stiegen mit einem Kandidaten Markus Söder die Chancen deutlich, eine mögliche schwarz-grüne Koalition anzuführen: "Mit Laschet könnte die Union zum Schluss noch als Juniorpartner oder in der Opposition landen", befürchtet Dutz.

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Söder will gemeinsame Lösung

Nach der Aussprache in der Unionsfraktion über die K-Frage hat CSU-Chef Markus Söder nun Gespräche mit CDU-Chef Armin Laschet angekündigt und eine gemeinsame, gute Lösung versprochen. «Es geht nur gemeinsam, und nur wenn wir uns miteinander verständigen», sagte Söder nach Teilnehmerangaben am Dienstagabend am Ende der Debatte. Er werde «alles tun, dass wir am Ende zu einer guten Lösung kommen». Man sollte jetzt einen «gemeinsamen Weg» finden.

Söder zeigte sich den Teilnehmerangebnen zufolge «beeindruckt», gerührt und bewegt von der Debatte. Es sei jetzt auch kein Schaden, dass Abgeordnete mitredeten, sagte er demnach. Man solle dies nun wirken lassen, und dann werde er mit Armin Laschet reden.

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