Ungewöhnlicher Betrugsfall: Angeklagter mit vier Identitäten verurteilt

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Annemarie, Claus, Gregory oder doch Sandor? Ein gebürtiger Österreicher betrog jahrelang unter drei Identitäten Krankenkassen und Arbeitsämter. Das Landgericht Weiden kam jetzt zu einem Urteil.

Archiv: Annemarie H. auf dem Weg in den Gerichtssaal.
von Wiebke Elges Kontakt Profil

Das Landgericht Weiden hat den gebürtigen Österreicher Claus W. am 12. April zu 3 Jahren und 3 Monaten Freiheitsstrafe verurteilt. Das Gericht sprach den Angeklagten wegen Betruges in 10 Fällen für schuldig. Als Grund für die Verurteilung gibt das Gericht an, dass der 52-jährige Claus W. mit drei verschiedenen Identitäten zu Unrecht Krankengelder und Arbeitslosengelder bezogen haben soll. Dabei soll es sich um einen Schaden von mindestens 195.000 Euro handeln. Claus W. änderte in Österreich mehrfach seinen Namen. 2015 verwandelte er sich nach einem operativem Eingriff zu Annemarie H.. Für die Namen Annemarie, Gregory und Sandor hatte Claus W. rechtlich anerkannte Ausweise aus Österreich. In Deutschland sei eine Namensänderung laut Gerichtssprecher jedoch nicht so leicht möglich. Die drei Identitäten nutzte der Österreicher, um sich gegenseitig selbst anzustellen. Die Folge: Er erhielt dreifach Kranken- und Arbeitslosengelder.

Der Verteidiger des Angeklagten forderte in einer Verständigung 3 Jahre Freiheitsstrafe bei vollem Geständnis. Claus W. gestand die Betrugsvorwürfe. Der Staatsanwalt beantragte 3 Jahre und 6 Monate. Das Gericht entschied sich für die Mitte. So bekam der Angeklagte 3 Jahre und 3 Monate Freiheitsstrafe.

Die ganze Vorgeschichte des Betrugfalls

Weiden in der Oberpfalz

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