Redaktion im Lockdown

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Hereinspaziert: Auch dieses Jahr öffnen wir vom 1. bis 24. Dezember für unsere Leser wieder allerlei "Türen". Den Anfang machen wir diesmal selbst und laden ein, hinter die Kulissen unserer Zentralredaktion zu blicken.

Zu besprechen gibt es in einer Zeitungsredaktion ständig etwas. In Corona-Zeiten läuft das via Video-Chat, wie hier bei den Chefs der Zentralredaktion Frank Werner (links) und Wolfgang Würth.
von Gabriele Weiß Kontakt Profil

Der Name verrät es schon: Die "Zentralredaktion" befindet sich in der Zentrale von Oberpfalzmedien in der Weigelstraße 16 in Weiden. Doch der Name hat noch eine zweite Bedeutung - was die Redakteure und Volontäre der Zentralredaktion recherchieren, schreiben, redigieren und layouten, findet sich im "zentralen", also überregionalen Teil der Zeitung wieder. Titelseite, Politik, Themen des Tages, Bayern/Oberpfalz, Weltgeschehen, Wirtschaft, Kultur, BesserWissen, die Wetter- und die Kinderseite, das Magazin am Wochenende, um all diese Ressorts kümmert sich die Zentralredaktion.

Normalerweise gleicht das Großraumbüro im zweiten Stock des Verlagsgebäudes eher einem Bienenstock. 20 Schreibtische stehen hier für die Kollegen von Zentralredaktion und Onetz in mehreren Zweier- oder Vierergruppen bereit. Die meisten sind montags bis freitags auch besetzt, selbst samstags und sonntags wird hier "geschafft". Doch nun hat die Corona-Pandemie ihre Spuren hinterlassen - "mobiles Arbeiten" heißt das Gebot der Stunde. Es ist Ruhe eingekehrt im sonst so geschäftigen Büro, der Großteil der Stühle bleibt unbesetzt.

In der schon lange digitalisierten Zeitungsbranche ist das prinzipiell kein Problem. Im Grunde könnten alle Mitarbeiter der Redaktion vom entferntesten Winkel der Erde aus ihren Dienst versehen - guten Internetempfang vorausgesetzt. Tatsächlich arbeiten die Kollegen im Lockdown aber natürlich zumeist von zu Hause aus. Und dieses Zuhause ist allenfalls 30 bis 40 Kilometer von der Weigelstraße 16 in Weiden entfernt.

Auf dem heimischen Bildschirmarbeitsplatz hat der Redakteur genau dasselbe Bild vor Augen wie an seinem Schreibtisch im Großraumbüro und kann genauso schnell und umfassend arbeiten wie dort. Nur eines ist anders - der unmittelbare Kontakt zu den Kollegen fehlt. Auch dieser verlagert sich ins Internet: Umfangreichere Kommunikation läuft meist über Mail oder Telefon. Kürzere und allgemeinere "Kommunikationshappen" verlagern sich in den "Chat" via Microsoft Teams. An die Stelle der täglichen Redaktionsbesprechung im Konferenzraum ist Videokonferenz getreten.

Und zu besprechen gibt es in einer Redaktion einiges. Welche Themen sind aktuell? Was sollte selbst recherchiert und regionalisiert werden, was lässt sich mit Material von Agenturen abdecken? Wie soll die Zeitung gestaltet werden, welche Themen haben Priorität? Wie sieht es mit Bildern aus, wo wäre eine Grafik angebracht? Was sind die längerfristigen Planungen? Wer kümmert sich um welche "Geschichte"? Was kommt aus den Lokalredaktionen Weiden Stadt und Land, Amberg, Sulzbach-Rosenberg, Tirschenreuth, Nabburg und Oberviechtach?

Dass all das auch klappt, wenn große Teile der Redaktion keinen direkten Kontakt haben, hat der Corona-Lockdown eindrucksvoll bewiesen. Trotzdem - die Kollegen freuen sich darauf, wenn irgendwann wieder die Normalität zurückkehrt. Denn "Teams" ist halt doch kein echter Team-Alltag. Und auch Recherchen sind "vor Ort" und von Angesicht zu Angesicht authentischer, als wenn sie nur am Telefon stattfinden können.

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