Was auf die Ohren: Die Redaktion verrät ihre Musiktipps

Diesen Artikel lesen Sie mit
Was ist OnetzPlus?

Die kalte Jahreszeit lässt viele Menschen die Abende auf der Couch verbringen. Was ist besser, als dabei ein sich komplett in gute Musik zu versenken? Unsere Redakteurinnen und Redakteure verraten ihre Tipps – von Rock bis Klassik.

Im Winter verbringen wir wieder mehr Zeit auf der Couch. Da wäre gute Musik nicht schlecht. Autorinnen und Autoren von Oberpfalz-Medien geben Tipps.
von Frank Stüdemann Kontakt Profil

Herbert Schuch:„Reflecting Beethoven“

Anke Schäfer empfiehlt Beethoven – ganz klassisch.

Beethoven geht immer! Aus der Flut der Neuerscheinungen zum 250. Geburtstag des Genies sticht ein Album heraus: Herbert Schuchs „Reflecting Beethoven“. Der Titel ist Programm. Der Kölner Pianist denkt viel, lange und immer wieder neu nach über die Werke, die er im Repertoire hat. Besonders gerne beschäftigt er sich mit Ludwig van Beethoven, seinem musikalischen Hausgott. Dass am Ende keine verkopften Interpretationen herauskommen, liegt an Schuchs Gabe, aus der feinen Balance zwischen Rationalität und Emotion beseelte Hörerlebnisse entstehen zu lassen. In seiner neuen Studioaufnahme spannt er den Bogen von drei Beethoven-Sonaten zu drei zeitgenössischen Werken und zeigt damit, wie unverändert modern Beethoven bis heute ist. So verschmelzen die großartige „Pathétique“ Nr. 8 c-moll und die „Pathétique Variations“ des ehemaligen David-Bowie-Keyboarders Mike Garson, das Bravourstück „Coups de Des en Echos“ des 2009 verstorbenen Komponisten Henri Pousseur weist den Weg zur Sonate Nr. 16 G-Dur, auf den tosenden „Sturm“ Nr. 17 d-moll folgt Leander Ruprechts „Sonata in D Minor“, die für Herbert Schuch durchaus den Soundtrack zum lärmigen Alltag des Komponisten abgibt. Hörenswerte Glückwünsche. (Anke Schäfer)

Drei coole Songs – aus der Fernsehwerbung

Heike Unger findet tolle Songs überall – auch in der Jeans-Werbung.

Meistens nervt Fernsehwerbung ja nur. So ein Spot kann aber auch richtig gut sein, meist wegen der Musik: Plötzlich ist da so ein Song, den man sonst vielleicht nie entdeckt hätte, aber unbedingt sofort haben muss. „Makeba“ von Jain ist so einer: Die Werbung hat zwar nicht funktioniert. Wofür war die noch mal? Levis. Aber eingekauft wurde trotzdem, nämlich die musikalische Hommage der französischen Sängerin Jeanne Louise Galice alias Jain an Südafrika. Und an dessen Musik-Ikone Miriam Makeba, die Jain musikalisch durch ihr Leben begleitet hat. Jain mixt cool und doch ziemlich treibend World Music mit Afrobeat und extrem tanzbarem Rhythmus: Erster Beat, bäm – gepackt. Großartig! So großartig, dass Jain und ihr Musicvideo 2017 das französische Pendant (Les Victoires de la Musique) zum Grammy als Künstlerin und Video des Jahres abgeräumt haben.

Noch so ein Kracher aus der TV-Werbung (Samsung Galaxy S 10) ist „Get dat!“ von Rayelle, die damit einen Hit bei Spotify gelandet hat. Die Sängerin lebt in Nashville, hat mit Country aber wenig zu tun. Musikalisch liegt sie irgendwo zwischen Off-Beat-Indie und Dance Pop und geht mit „Get dat“ voll auf die Zwölf: Diese dreckiger Stimme und der treibende Rhythmus – „Ooh Ooh! Get dat!“

Kontrastprogramm gefällig? „Try“ von Sidsel Endresen und Bugge Wesseltoft. Zwei Jazzer aus Norwegen. Vielleicht kein Erfolg für den Seat Tarraco, denn in der eigenen Garage steht weiterhin ein Golf. Aber in dem ist regelmäßig der Seat-Song zu hören. So was extrem cooles! Da kann und sollte man aber trotzdem ruhig „vol(l)-ume“ aufdrehen. Und diese eigentümliche Stimme genießen, die über einem minimalistisch-magischem Soundbett schwebt. (Heike Unger)

Dave Hause: „Patty/Paddy“

Wolfgang Ruppert empfiehlt eine Entdeckung aus seiner Studienzeit: Dave Hause.

Die wenigsten Menschen hierzulande dürften Dave Hause kennen. Wer nicht gerade in der Hardcore- oder Punkszene unterwegs ist, hat auch kaum eine Vorstellung, wie viel Herzblut in den Soloprojekten von Musikern wie Chuck Ragan (Hotwater Music), Brian Fallon (The Gaslight Anthem) und Dave Hause (The Loved Ones) steckt.

Letzterer hat es mir seit meiner Studienzeit in Regensburg angetan. Seine Musik war für mich treuer Begleiter in schwierigen Zeiten. Hause war sicherlich nicht der erste, der bewiesen hat, dass Punkrock, Folk, Country und Americana gut zusammenpassen. Seine Musik trifft mich aber direkt ins Herz. Mit seinem neuen Quarantäne-Doppel-Album „Patty/Paddy“ zollt der amerikanische Musiker seinen Idolen Patty Griffin und Patrick Costello von den „Dillinger Four“ Tribut. Mit den Coversongs zeigt Hause, dass es nicht viel braucht, um Musik zu machen, die unter die Haut geht. 12-saitige Akustik-- oder leicht angezerrte E-Gitarren, stellenweise eine perfekt in den Hintergrund gesetzte Snaredrum im Stil einer Marschkapelle und die markante Stimme des Vaters von Zwillingen aus Philadelphia – mehr ist nicht drauf, aber das reicht auch.

Für mich ist die „Patty/Paddy“-Platte eine klare Empfehlung einfach für jeden, der es mag, wenn Musik dieses komisch-schaurig-wohlige Gefühl auslöst, bei dem man eigentlich nie so richtig weiß, wo genau es herkommt. Dave Hause schafft es halt, dass sich Musik-Anhören anfühlt wie die Erinnerung an das Lieblingsessen bei Oma, bei dem man noch einen Schokopudding obendrauf bekam, aber nichts der Mama davon erzählen durfte. (Wolfgang Ruppert)

Nothing But Thieves: „Moral Panic“

Lucia Seebauer hat die Musik auf dem Smartphone und empfiehlt Alternative-Rock.

Es war eine von vielen Bands, auf die ich mich in diesem Festivalsommer gefreut hatte. Als die Alternative-Rocker von Nothing But Thieves am 23. Oktober ihr drittes Album „Moral Panic“ veröffentlichten, wurde mir umso mehr bewusst, was durch die Corona-Pandemie in Form von Live-Konzerten dieses Jahr verlorenging. Als Vorgeschmack zur Platte präsentierten die fünf Briten die Singles „Unperson“ und „Is Everybody Going Crazy?“. Schon hier fällt es schwer auf dem Stuhl sitzen zu bleiben. In die Tiefe geht es mit Songs wie „A Real Love Song“, „Phobia“ oder „Free If We Want It“. Auf dem Album greift ein Song den anderen auf und so bilden alle eine kunstvolle Einheit. Mit ihren aktuellen Songs schafft die Band einen weiteren Quantensprung in ihrer Karriere und produziert eine Mischung aus emotionsgeladener rockiger Härte sowie harmonischer Sanftheit. Unterstützend werden die Lieder mit elektronischen Synthesizer-Sounds unterlegt. Mal schnell, mal langsam wird der Zuhörer in die Gefühlswelten von Wut, Liebe, Wahnsinn oder Hilflosigkeit mitgenommen. Zudem setzt sich die Band wieder mit gesellschaftspolitischen Themen auseinander – wie etwa zu Donald Trump, den Sozialen Medien oder dem Klimawandel. (Lucia Seebauer)

Peter Green: „Best Of“ und mehr ...

Clemens Hösamer ist ein Fan von Peter Green, den er in den 80er Jahren für sich entdeckt hat.

Es war eine Santana-Scheibe, die den Autor Anfang der 1980er-Jahre auf Green stoßen ließ. Denn Carlos hatte mit "Black Magic Woman" einen seiner größten Hits. Auf dem Plattenlabel stand als Komponist: Peter Green. Wer war der Mann? Ein legendärer Plattenhändler in einem Passauer Antiquariat konnte weiterhelfen: "Das war einer der Gründer von Fleetwood Mac." In den 1980er-Jahren war die Band eher für Pop-Mainstream bekannt. "Rumours" hatte riesigen Erfolg gebracht, ein paar Jahre später "Tusk". Aber was der Passauer Händler zum Probehören auf den Plattenteller legte, war alles andere als Pop: Reinrassiger, mitreißender Brit-Blues. Die LP musste her. Was der Passauer noch wusste: Green war Gitarrist bei "John Mayall and the Bluesbreakers" – einer Band, bei der sich die Spitzengitarristen den Klinkenstecker in die Hand gaben. Green, der meist Gibson "Les Paul" spielte, folgte damals auf keinen geringeren als Eric Clapton.

GIs hatten den Blues nach England gebracht, britische Bands brachten ihn in den 1960er-Jahre in die Charts: Allen voran die Rolling Stones. Auch Peter Green, der eigentlich Peter Allen Greenbaum hieß, widmete sich dem Blues. Mit John McVie (Bass), Jeremy Spencer (Slide-Guitar) und Mick Fleetwood (Drums) gründete er 1967 "Peter Green's Fleetwood Mac". Die Band feierte mit dem legendären Instrumental "Albatross" oder Songs wie "Oh Well" Erfolge. "The Green Manalishi", schon harter Bluesrock, war der letzte Song, den Green 1970 mit der Band veröffentlichte. Er verschwand in der Versenkung, auch Drogen geschuldet. Später gründete er die "Splinter Group", mit ihr trat Peter Green 1996 auch in Regensburg auf, war als Gitarrist aber eher ein Schatten seiner selbst. Am 25. Juli 2020 ist er gestorben, 73 Jahre alt. Es gibt eine Vielzahl von Zusammenstellungen alter Aufnahmen. "The Best of Peter Green's Fleetwood Mac" (2002, Columbia) gibt einen guten Überblick über sein Schaffen. Allerdings sind viele Soli gekürzt. Aufnahmen wie "Live in Boston" (3CDs) oder "Transmission Impossible" zeigen das ganze Können und die Wucht, mit der Peter Green einst die Brit-Blues-Fans mitriss – und noch heute begeistert. (Clemens Hösamer)

All Them Witches: „Nothing As The Ideal“

Ralph Gammanick fühlt sich wie ein Dinosaurier – weil er immer noch Musik auf CD oder LP kauft.

Nennt mich einen Dino, aber Musik höre ich nach wie vor allermeistens als CD- oder Vinyl-Album – und nicht via Playlist von einer Streaming-Plattform. Ich brauche wohl immer was, das ich anfassen, ins Regal stellen, herausziehen und betrachten kann.

„All Them Witches“ machen Musik für solche Nostalgiker wie mich. Weil die meisten Lieder eigentlich nur als Bestandteile eines Albums funktionieren und nicht für den schnellen Effekt beim Nebenbei-Hörer angelegt sind. „Nothing As The Ideal“ ist eine Platte, für die man sich Zeit nehmen muss, denn die nehmen sich die Lieder mitunter auch, bis sie in die Gänge kommen. Einer der Gründe, weshalb dieses sträflich missachtete Trio aus Nashville die beste Platte des Coronajahres abgeliefert hat. Denn wenn wir heuer etwas haben, dann ist es: ziemlich viel Zeit.

Gleich am Anfang vergehen tatsächlich mehrere Minuten Geräusch (das Schnarchen eines Roboters?) und Gitarrengezupfe, bis die Band einsteigt. Auch in der Folge gibt es immer wieder Passagen, in denen sie es ruhig angehen lässt oder sich mit Engelsgeduld in einen Song hineingroovt. Auf der anderen Seite: böse Metal-Riffs! Sabbath! Zeppelin! Das ist neu bei dem Trio und verleiht seinem Amalgam aus Stoner-Rock, Outlaw-Folk und Psychedelic zu rechten Zeit ordentlich Wumms. Dann wieder eine jazzige Petitesse, eine Keller-Ballade, ein Bombast-Instrumental ...

Es gibt einen Gitarristen, der schon mal wie Hendrix gniedelt, und einen Sänger, der wie ein Country-Jim-Morrison croont, aber alles völlig ernsthaft und frei von Ironie, Klischee und Patina. So cool! Jedenfalls für Dinos wie mich in einem Jahr wie diesem. (Ralph Gammanick)

Zwei Alben: Carla Bruni und Parov Stelar

Elisabeth Saller empfiehlt französische Klänge – bien sur.

Carla Bruni, Ex-Supermodel und frühere Première Dame von Frankreich, macht heute nur noch Musik, das aber richtig gut. Sie singt auf der neuen Platte, die ihren Namen als Titel trägt, über die verschiedenen Stadien der Liebe – fast nur auf Französisch, fast nur von einer Gitarre begleitet.

Die Texte hat Bruni geschrieben, die Musik stammt teilweise auch von ihr. Die ruhige, typisch französisch klingende Musik und Brunis rauchige, manchmal etwas säuselnde Stimme passen wunderbar zu einem Sonntagvormittag, wenn der Hörer noch etwas verschlafen sein Croissant in den Milchkaffee taucht.

Wenn er dann munter ist, sollte der Hörer zu Parov Stelar wechseln. Der Österreicher bekann seine Karriere als DJ und komponiert seit einiger Zeit hervorragenden Electro-Swing, der an die Partys der 1920er Jahre erinnert.

Stelar hat ebenfalls ein neues Album veröffentlicht: „Voodoo Sonic 3“. Das erste Stück darauf könnte auch aus dem Soundtrack der TV-Krimiserie „Babylon Berlin“ stammen: Es ist düster und spannungsgeladen. Neben den melancholischen Liedern gibt es auch etliche, zu denen man tanzen will. Bild: Steinbacher

Noch mehr Tipps –diesmal zum Lesen

Weiden in der Oberpfalz

Queen: „News Of The World“

Gerhard Wölfel empfiehlt eine Dosis Klassik-Rock: Queen.

Es war in London und es war im Sommer 1977 als Freddie Mercury, Brian May, Roger Taylor und John Deacon, auch bekannt als „Queen“ „Neuigkeiten aus der Welt“ in Vinyl gepresst auf die musikalische Reise um die Welt geschickt haben. Und diese „News Of The World“ waren wirklich vom allerfeinsten. Schon das Plattencover, ein überdimensionaler Roboter, der die Bandmitglieder zwischen seinen stählernen Fingern zerquetscht, war überhaupt nicht mit den vorherigen fünf „Queen“ Alben vergleichbar und sorgte für Aufsehen. Was dann allerdings der Tonabnehmer des Plattenspielers aus den Rillen zauberte, war absolut hörens- und „mitstampfenswert“. „We Will Rock You“ und „We Are The Champions“, die beiden ersten Stücke des Albums, sind inzwischen wirklich auf der ganzen Welt bekannt. Doch mit „Spread Your Wings“ und „Who Needs You“ warten auf dieser Scheibe noch zwei Juwelen, die leider nicht so häufig im Radio gespielt werden, außer beim „Moasta“. Mit „All Dead, All Dead“ und „My Melancholy Blues“ kehrt etwas Ruhe ein, während „Sheer Heart Attack“, als Roger Taylors Antwort auf den Punk und „It’s Late“ noch einmal für richtig Krawall sorgen. Eine Platte, die auch nach 43 Jahren immer noch riesig Spaß macht, was sicher auch daran liegt, dass hier alle vier Bandmitglieder relativ gleichberechtigt mitwirken durften. (Gerhard Wölfel)

Horn: „Mohngang“

Vanessa Lutz hört "Mohngang" von Horn in Dauerschleife.

Die Tage werden immer kürzer, die Nächte dafür umso länger, am frühen Morgen hängen dicke Nebelschwaden über den Baumkronen – zumindest bei mir im Stiftland. Perfektes Wetter also für härtere Musik, die diese Atmosphäre auffängt. Aktuell höre ich das Album „Mohngang“ vom Ein-Mann-Projekt „Horn“ rauf und runter. Erschienen ist das heuer im Mai, entdeckt habe ich es allerdings erst vor zwei Monaten. Nerrath, Multiinstrumentalist und kreativer Kopf hinter „Horn“, schafft es, in diesem kraftvollen und vielseitigen Album nicht nur harten Metal mit klassischer Musik zu vereinen, sondern auch Texte auf Deutsch, Englisch und Norwegisch. Besonders das Lied „Satt scheint der Sud der Tat“ ist ein absoluter Ohrwurmgarant. Für mich ist dieses Album unangefochten mein persönlicher Musik-Höhepunkt des Jahres und wird überall aufgelegt: Beim Spaziergang in der Natur, während der Autofahrt und – meine armen Nachbarn – auch zu Hause. (Vanessa Lutz)

Myles Kennedy: „Year of the Tiger“

Stefan Puhane empfiehlt Myles Kennedy als Ohrwurm für die Herbsttage.

Vor mehr als zwei Jahren hat Myles Kennedy sein Solo-Debütalbum veröffentlicht, so richtig mitbekommen haben dies in der Beletage der Musikwelt aber scheinbar nur wenige. Der Alter-Bridge-Frontmann und kongeniale Partner von Guns-n’-Roses-Guitarhero Slash schlägt hier im Gegensatz zu seinen beiden Stammformationen eher ruhigere Töne an und präsentiert sich weniger hart abrockend als vielmehr als Singer/Songwriter: Zu hören sind zwölf melodiöse Songs, vorgetragen mit der unverwechselbaren, vier Oktaven umfassenden Rockröhre. Ein weiteres Qualitätsmerkmal: Die Musik des 51-jährigen Sängers und Gitarristen aus Boston geht erst nach mehrmaligem Hören so richtig ins Ohr – und anschließend nicht mehr raus aus dem Kopf. Ultimativer Anspieltipp: „Love can only heal“. (Stefan Puhane)

Die Spotify-Playlist „Funky Franky“

Frank Werner hat nicht nur ein Album, sondern gleich eine ganze Playlist auf Spotify mit 200 Liedern.

Ich gebe zu, der Titel der Playlist führt in die Irre. „Funky Franky“ trifft’s nicht so richtig. Aber es klingt halt gut. Meine Songs auf Spotify sind eine Zeitreise, Genres kennen hier keine Grenzen. Rund 200 Songs gibt es zu hören, Tendenz steigend. Immer wieder kommen neue Lieder dazu, viele habe ich bei meinem Lieblingssender Radioeins vom RBB entdeckt.

Funky, das waren die 80er in der Disco „Car Wash“ in Hammerles. „Float on“ (The Floaters) oder „Cago“ (Axel Bauer) sind ein paar Spotify-Perlen. Acid und Dancefloor Jazz ist dabei wie „Prince of Peace“ (Galliano) oder „Step it up“ (Stereo MCs). Einige prägende deutsche Songs wie „Autobahn“ (Kraftwerk) oder „Tag am Meer“ (Fanta Vier). Je oller, je doller: Mit dem Alter wurden die Töne lauter und rauer, Depeche Mode zur Lieblingsband erkoren.

Und heute sind es Erobique, Hubbabubbaklub oder Yonderboi,, bei denen ich das Radio aufdrehe. Immer wieder bringt das „Sündikat“ Knüller nach Weiden (KUF, Giant Rooks, Pho Queue), die ich mit Begeisterung aufnehme.

Aber natürlich nichts gegen echtes Vinyl. Ich kann’s kaum erwarten, bis ich mit meinem Sohn Paul wieder im Neuen Linda auflegen kann. „Father and son“: Das ist das wahre Leben. Von der Spotify-Liste gibt’s da auch was um die Ohren. Aber nur gepresst, nix digital. Und ab und zu kommt da auch der „Funky Franky“ durch. (Frank Werner)

Elvis Costello: „Hey Clockface“

Unser Rezensent Hubert Schober setzt auf Elvis – Elvis Costello.

Der Opener, „Revolution 49“ lässt auf redundanten Kunst- und Kammer-Pop schließen, und auch die Zusammenstellung der ihn begleitenden Kapelle(n), „Le Quintette Saint Germain“ betitelt, legt dies nahe: Steve Nieve (der Flügel, Klavier, Orgel, Mellotron und Melodica spielt) rekrutiert, mit Mickaél Gasche an Trompete, Flügelhorn und Serpent, Pierre-François „Titi“ Dufour am Cello und Percussion, Drums und hohen Harmonien von Ajuq.

Das gilt für die Aufnahmen in Paris und Helsinki. Die New Yorker Sessions wurden vom Komponisten, Arrangeur und Trompeter Michael Leonhart in Zusammenarbeit mit den Gitarristen Bill Frisell und Nels Cline (Wilco) produziert und von Costello „via Electrical Wire“ textlich und stimmlich vervollständigt.

Doch gleich beim folgenden „No Flag“ holt Costello die harsche Rock-Kelle heraus, später erklingen eine Reihe berückender Balladen, nostalgischer Jazz-Chansons, klaustrophobischen Post-Waves aber auch forscher Pop-Rock-Songs die „Hey Clockface“ zu einem der besten Costello-Album werden lassen. Bild: Petra Schober

Für Sie empfohlen

 

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.