Kommentar: Nur weil die Grenzen wieder öffnen, muss man sie noch lange nicht überschreiten

Offene Grenzen in Europa sind besser als geschlossene. Deshalb sind die neuen Pläne der Bundesregierung positiv. Weshalb man die wiedergewonnene Freiheit nicht sofort nutzen soll, beschreibt Wolfgang Würth im Kommentar.

Auch an den tschechischen Grenze zeichnen sich ganz langsam positive Signale ab.
von Wolfgang Würth Kontakt Profil
Kommentar

Keine Frage: Es ist gut, wenn die Länder der Europäischen Union so bald wie möglich die Corona-Grenzkontrollen abschaffen. Trotzdem sollten wir Europäer weiterhin möglichst darauf verzichten, die hoffentlich zügig wiederkehrende Freiheit zu ausgiebig zu nutzen.Was nach Widerspruch klingt, ist keiner. Die Abschottung der eigentlich so gut verbundenen Nachbarn war selbst in der Corona-Hoch-Zeit nicht sinnvoll. Viel zu sehr verwoben ist die europäische Wirtschaft. Alle Länder profitieren davon. Die reflexartigen Grenzschließungen waren wieder einmal ein Rückfall der Entscheidungsträger, die in heiteren Zeiten gerne vom Zusammenwachsen Europas sprechen, in der Krise dann aber doch wieder nur national denken und handeln wollen.Auf der anderen Seite muss niemand über die Grenze fahren, nur weil das bald wieder möglich ist. Mehr Mobilität für Menschen bedeutet auch mehr Mobilität für das Virus. Und je schneller und weiter sich Corona verbreitet, desto schwieriger ist es, die Krankheit zu kontrollieren. Das gilt im Kleinen - innerhalb eines Landkreises - genau wie auf europäischer Ebene: Vor jeder Fahrt und vor jeder Reise sollte die Frage stehen, ob die Tour wirklich sein muss. Mit der Öffnung dürfen die Bürger dies nun wieder selbst entscheiden. Jeder kann zeigen, dass er damit nicht überfordert ist - indem er weiter, wann immer möglich, zu Hause bleibt, obwohl Europa hoffentlich bald wieder offensteht.

Bezirkstagspräsident Franz Löffler spricht über die mögliche Grenzöffnung zu Tschechien

Cham in der Oberpfalz
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