Einbruch bei Oberpfälzer Städte-Tourismus

Zahlen der DS Destination Solutions zeigen: 46 Prozent der Kapazitäten im August sind noch frei. Der Tourismusverband Ostbayern stellt dagegen einen positiven Trend in der ländlichen Oberpfalz fest.

Urlaub im ländlichen Raum liegt im Trend. Hier drehen Radler eine Runde beim Radlbahnhof in der Nähe von Amberg.
von Jürgen Herda Kontakt Profil

Urlaub daheim boomt angesichts der Unsicherheit mit immer neuen Reisewarnungen wegen der Corona-Pandemie. Nach einer Auswertung der DS Destination Solutions, einer Tochter HRS-Gruppe, liegen besonders Aufenthalte in kleinen Hotels, Ferienwohnungen und -häuser im Trend.

In der Oberpfalz seien dagegen im Hochsaison-Monat August noch 46 Prozent der Angebote buchbar. Im Spätsommer und Herbst seien sogar noch 61 Prozent, im Oktober 70 Prozent der Kapazitäten frei. Die Region liege damit etwa im Deutschland-Schnitt, allerdings weit hinter Küsten und Alpen. Insgesamt bleiben die Gäste im Schnitt 5,6 Nächte – etwa 19 Prozent mehr Zeit pro Reise in der Region als 2019.

Ausländische Gäste fehlen

Ulrike Eberl-Walter, Sprecherin des Tourismusverbandes Ostbayern, hält die Zahlen des Hotelportals für nur bedingt aussagekräftig. „In der Oberpfalz müssen die Städte Regensburg, Neumarkt, Amberg und Weiden, derzeit große Übernachtungseinbrüche hinnehmen“, sagt sie gegenüber Oberpfalz-Medien. „Im ländlichen Bereich sind die Übernachtungen der über den Tourismusverband Ostbayern online gebuchten Aufenthalte dagegen gestiegen.“ Auch die Aufenthaltsdauer sei meist länger als im Vorjahr. „Wir hören von vielen Vermietern, dass sie zu den Stammgästen viele neue Gäste dazu bekommen haben.“ Die Julizahlen lägen allerdings noch nicht vor.

Gerade im Oberpfälzer Wald gebe es außerdem noch viele, nicht online buchbare Pensionen. „HRS repräsentiert eher die größeren Hotels, das führt zu einer leichten Verzerrung der tatsächlichen Buchungen.“ Das passt auch zur Einschätzung des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbands. Zwischen Stadt und Land gebe es im Tourismus derzeit einen deutlichen Unterschied. „Gerade in den Städten fehlen die ausländischen Touristen und auch Veranstaltungen wie Messen oder Kongresse“, sagt eine Sprecherin. „Dies können Deutschland-Urlauber nicht kompensieren.“

Gegen den negativen Trend setzt die Welterbestadt Regensburg Aktionen für Bewohner aus der Region: „Mit der Initiative ,9 Prozent‘ bekommen Gäste einen entsprechenden Nachlass, wenn sie im Postleitzahlbereich 9 wohnen“, sagt Eberl-Walter. „Wir hoffen jetzt auf einen sehr schönen, langen Herbst, der würde uns einen gewissen Ausgleich bringen – wenn Corona unter Kontrolle bleibt.“

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