Dank Heine und Online-Geschäft: Witt knackt die Milliarde

Die Witt-Gruppe erreicht trotz Corona im abgelaufenen Geschäftsjahr erstmals einen Umsatz von mehr als einer Milliarde Euro. Das liegt vor allem an der Eingliederung der Modemarke Heine und am Online-Geschäft. Aber es gibt auch Probleme.

Die Witt-Gruppe erreichte erstmals einen Umsatz von mehr als einer Milliarde Euro.
von Julian Trager Kontakt Profil

Geschäftsführer Wolfgang Jess ist sehr zufrieden. Trotz der Corona-Pandemie, trotz eines "sehr schwierigen" abgelaufenen Geschäftsjahrs ist die Weidener Witt-Gruppe weiter gewachsen - erstmals wurde ein Umsatz von mehr als einer Milliarde Euro erwirtschaftet. "Darauf sind wir absolut stolz", sagte Jess in einem digitalen Pressegespräch, in dem er die Witt-Zahlen des Geschäftsjahres 2020/21 (Ende 28. Februar 2021) vorstellte. Das letzte Mal, als das Unternehmen die Milliarde geknackt hatte, war vor 20 Jahren - damals noch zu DM-Zeiten.

Das vergangene Geschäftsjahr schloss die Witt-Gruppe mit 1,092 Milliarden Euro Umsatz ab. Das zum Otto-Konzern gehörende Unternehmen konnte seinen Umsatz damit um rund 1,5 Prozent steigern, im Geschäftsjahr 2019/20 lag der Umsatz bei 856 Millionen Euro - allerdings noch ohne Heine. "Wir sind hochzufrieden mit dieser Entwicklung", so Jess. Gerade weil man zu Beginn der Pandemie davon ausgegangen war, in diesem Jahr nicht zu wachsen. Dann habe sich die Lage Quartal für Quartal verbessert.

Dass das Weidener Unternehmen die Milliardengrenze nun recht deutlich überschritten hat, liege vor allem an der Integration von Heine, erklärte Jess. Die Karlsruher Modemarke, die bereits zu Otto gehörte, wurde 2020 in die Witt-Gruppe eingegliedert. "Heine hat sich aus unserer Perspektive erfreulich entwickelt." "Die Erwartungen sind deutlich übertroffen worden." Laut Witt-Pressesprecher Rainer Hagner wuchs die neue Marke in etwa im selben Umfang wie Witt, im niedrigen einstelligen Bereich. Die Eingliederung von Heine soll im September abgeschlossen sein. Witt erwartet sich davon, neue, jüngere Zielgruppen anzusprechen.

Im stationären Handel ist der Umsatz laut Geschäftsführer Jess im zweistelligen Prozentbereich geschrumpft. Der Grund war - natürlich - die Coronakrise. Auch die 120 Witt-Filialen waren und sind von den Schließungen der Geschäfte betroffen. "Das war logischerweise ein extrem schwieriges Jahr", sagte Jess, der zum Jahresende das Unternehmen verlässt und in den Ruhestand geht. Für die Zukunft, nach der Pandemie, seien die Läden in den Städten aber weiter wichtig.

Heine übertrifft Erwartungen

Diesen Umsatzeinbruch machte das stark gewachsene Online-Geschäft wieder wett. 35 Prozent des Gesamtumsatzes komme mittlerweile aus diesem Bereich, berichtete Melanie Plank, Bereichsleiterin E-Commerce. Im Vorjahr lag der Anteil noch bei 24 Prozent. Das seien für das vergangene Jahr 385 Millionen Euro gewesen. "Das sind enorme Zahlen, das ist wirklich phänomenal", so Plank. Der Online-Umsatz werde auch in Zukunft weiter wachsen. Bis 2025 werde er den Umsatz der Kataloge überholen, so die Prognose. Das bedeute aber nicht das Ende der Kataloge, betonten Plank und Jess. "Wir haben noch nie so viel Papier eingesetzt wie heuer", sagte der Witt-Geschäftsführer. "Und das wird uns auch noch lange erhalten bleiben."

Die Witt-Gruppe blickt ohnehin optimistisch in die Zukunft. "Wir gehen davon aus, dass es auch in diesem Geschäftsjahr einen kräftigen Wachstumsimpuls geben wird", meinte Jess.

Optimistisch für die Zukunft

Witt baut in Weiden weiter aus

Weiden in der Oberpfalz

Corona als E-Commerce-Beschleuniger

Weiden in der Oberpfalz

Führungswechsel bei Witt zum Jahresende

Weiden in der Oberpfalz
Hintergrund:

Die Witt-Zahlen zum Geschäftsjahr 2020/21

  • 1,092 Milliarden Euro Umsatz (mit Heine)
  • 21,1 Millionen Kunden weltweit (Im Vorjahr waren es 15,3 Millionen)
  • Insgesamt 3500 Mitarbeiter; 600 Mitarbeiter in 120 Filialen; 1100 Mitarbeiter in der Logistik
  • 385 Millionen Euro Online-Umsatz (um gute 20 Prozent zum Vorjahr gestiegen); Anteil am Gesamtumsatz 35 Prozent
  • Mit zehn Marken in zehn Ländern aktiv

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.